Mittwoch, Oktober 22, 2008

ein Haus - Fotogeschichten 4

Wir haben lange ein Haus gebaut, den ersten Stein für das Haus, in dem wir nun alle zusammen leben habe ich geschleppt als ich zarte 17 Jahre alt war. Es gab viele Baupausen, in der Zeit, als wir in Berlin waren, wurde fast nichts geschafft und zwischendurch war mal das Geld alle und so sind runde 12 Jahre vergangen, bis das Haus dann bezugsfertig war.
Manchmal habe ich es schon nicht mehr geglaubt und manchmal wollte ich es gar nicht mehr haben. Es ist so, so eigen, so ohne Kompromisse und ich bin kein besonders geduldiger Mensch und hätte zu manchen Zeiten Kompromisse sehr wohl akzeptiert.
Es gibt ein wunderschönes Treppenhaus in Eiche, die Dielung im Wohnzimmer und im Eingangsbereich ist ebenfalls in Eiche verlegt, der Marmor, der aus Schlesien und von der Bauhütte des Parks Sans Sauci stammt liegt in der Küche und das Parkett für die Kinderzimmer wurde einst in einer Turnhalle rausgenommen, neu verlegt und geschliffen, geschliffen, geschliffen. Die Dachsteine sind antik, sie wurden von einem alten Kuhstall runtergenommen, hier viele Jahre gelagert dann gesäubert und auf unserem Dach verlegt und mit Mörtel zusammengefügt, in Handarbeit, wochenlang. Die Fenster sind nach holländischem Muster ebenfalls selbst gebaut, der äußere Flügel öffnet nach außen und der innere eben nach innen. So drückt der Wind die Fenster zu und nicht auf. Im unteren Wohnbereich gibt es 12 dieser großen Doppelkastenfenster.
Das Haus ist ein Fachwerkhaus, 3 Monate hat Lars daran gezimmert (oder war es länger) und irgendwann kam dann der große Tag, es wurde gerichtet. Ich bin noch immer beeindruckt, wenn ich das Bild sehe. Es ist Abend, endlich steht so ziemlich alles, beim letzten Licht noch schnell das Bild gemacht.



Was man hier nicht sieht, jeder sichtbare Balken ist von Hand mit Rosen beschnitzt, wie auch der Hauseingang aus rotem Mainsandstein.
Es haben Freunde und Familie geholfen und ich erinnere mich noch genau, wie am Ende einer sagte: danke, dass ich hier dabei sein durfte.
Ich habe es ja eine Zeit lang verleugnet vor mir selbst, aber ich möchte nirgends anders wohnen, hier ist meine Familie zuhause.

Hier noch der fertige Ostgiebel vom Garten aus fotografiert.




Wenn ich eines Tages 70 bin, dann wird auch der Garten das Haus angemessen eingewachsen haben, damit kann ich mich nur leider schwer abfinden.....aber es ist nun mal so, dass Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht.

Samstag, Oktober 18, 2008

Schlaubetal und Kiefernwald

Im Schlaubetal läuft man jetzt bald los.
Ja, es ist Wehmut da, Wehmut, dass es nicht gereicht hat, dass ich noch immer nicht ins Laufen gekommen bin, dass ich zwar viel mit meinem Sonnenbaby auf dem Rücke spazieren...ähm walken...gehe, die Zeiten aber so miserabel sind, dass auch an eine Teilnahme im Walking-Bereich nicht zu denken war. Es geht nicht alles, bei anderen geht manches besser. Ich glaube Meike hat da Lösungen gefunden, ich irgendwie nicht. Wenn ich mal wieder laufen werde, dann wird es wirklich ein Neuanfang, vielleicht ist das aber auch gut, so schiele ich dann noch weniger auf die alten Zeiten.

Ich weiß noch, wie alles anfing, ich lief los in den Schuhen meines Sohnes, um zu sehen, ob es geht und es ging gut und ich war sofort süchtig, auch wenn die Gesundheit nicht immer gut mitspielte. Die schönen Läufe in Potsdam, in Berlin, der Röntgenlauf, er so überaus überraschend und kurzweilig war.

Wenn ich mit Vincent unterwegs bin, dann verliere ich oft Tempo, es ist einfach schön, ihn auf dem Rücken zu wissen, er kuschelt sich an meine Schulter oder an den Nacken, brabbelt und brummt während ich ihm Windräder erkläre. Manchmal fürchte ich, dass diese Ungetüme für Alpträume in seinen immer noch extrem unruhigen Nächten führen. Wir erinnern uns an Don Quichote, der die Windmühlen für Riesen hielt und mit dem Schwert gegen sie kämpfte.
Vincent liebt den Wald, er liebt Blätter, wir müssen dann anhalten, damit er sich eines pflücken kann und ich muss dann aufpassen, dass er es nicht verspeist.
Er interessiert sich für alles, wenn ein Radfahrer oder gar ein Auto vorbeikommt, dann versucht er mich "beiseite" zu schieben, damit er freie Sicht hat auf die Dinge, hat die da so passieren. Das alles ist wunderschön.
Wir waren auch schon Pilze sammeln, wie Lotta zog ich los, in der einen Hand einen Korb in der anderen Hand den Hund (also die Leine), auf dem Rücken das Baby. Ganz langsam bewegten wir uns im Wald, von Pilz zu Pilz eben, Vincent schlief auf dem Rücken ein, die Sonne glitzerte durch den offenen Kiefernwald. So viel verträumte Ruhe.
Macht das alles gut. Ja natürlich tut es das. Aber gerade jetzt, wo ich an die bunten Buchenwälder im Schlaubetal denke und daran, dass ich eigentlich jetzt spätestens wieder voll da sein wollte, dann ist da eben etwas Wehmut.
Alles hat seine Zeit, und Vincent wird groß werden, zu schnell wahrscheinlich und ich werde wieder laufen, ruhiger, nicht mehr so umtriebig sicher, alle Dinge verändern sich, das ist das einzig Gewisse.


Freitag, Oktober 17, 2008

Ich drehe mal die Zeitmaschine - Fotogeschichten 3

Ich drehe mal die Zeitmaschine 20 Jahre zurück und erschrecke mich auch ein bisschen, dass ich so weit kurbeln muss.
Also damals war Mandy 15 Jahre alt und fuhr noch immer mit Mama und Schwester in den Urlaub und da sie damals ein junges Mädchen aus der DDR war, ging es vorzugsweise an die Ostsee. Naja, das hat sich eigentlich gar nicht wirklich geändert. Hm.
Wir verbrachten den Urlaub in Göhren auf Rügen. Meine Mama hatte einen Bungalow auf dem Zeltplatz ergattert. Ich weiß noch wie wir loszuckelten: mit dem Bus aus unserem Dorf nach Potdsam, dort zum Bahnhof laufen und dann mit dem Zug bis Stralsund, da noch mal umsteigen und dann weiter bis Göhren. Meine Mama hatte an dem Tag der Anreise heftige Schulterschmerzen, so dass sie nichts tragen konnte und das Gepäckgeschleppe irgendwie an mir klebenblieb, meine Schwester war erst 10 Jahre alt. Das waren dann die Minuten mit kochender Wut auf meinen Vater, der gemütlich mit dem Auto andere Leute und andere Kinder in den Urlaub schaukelte.
Ja und viel mehr weiß ich nicht mehr.
Lars und ich waren damals schon zusammen aber in dem Alter durfte ich selbstverständlich nicht mit Freund in den Urlaub, wahrscheinlich schrieb ich ihm eine Karte. Bestimmt schien die Sonne und ganz bestimmt hatte ich katastrophalen Sonnenbrand. Ja ich glaube, es war das Jahr, in dem der Sonnenbrand so stark war, dass die Oberschenkel dreimal gepellt und wieder verbrannt waren und dass ein häßliches Muster gab, aber genau weiß ich es nicht mehr. Nun ja, es war der Sommer 1988...sie war 15 und Farbe auf Fotos gab es nur im Westen.

Donnerstag, Oktober 16, 2008

Für alle gebrechlichen unter Euch

Ich habe ein Heilmittel gefunden, nach der Beschreibung in Youtube ist es wohl so, wenn man täglich mitmacht, schwinden alle Leiden! Also mitgesungen und gute Genesung!!!




Ob die echt sind, weiß ich nicht, ich weiß es wirklich nicht!

Dienstag, Oktober 14, 2008

Dreht euch nicht um...

der Plumser geht rum, er geht um den Kreis, dass niemand was weiß. Wer sich umdreht oder lacht, kriegt die Hucke voll....

Aber so ist es hier gar nicht. Denn es ist auch nicht der Plumser der umgeht, es ist ein Award und nun kam er zu meiner allergrößten Freude auch zu mir. Ich habe einen Award bekommen von Jassi. Ich fühle mich geehrt.
Ich will ihn erstmal nur für mich behalten, das klingt sicher egoistisch, nicht besonders sozial, naja, was soll ich sagen, so ist es sicher auch. Aber so oft kriege ich keine Trophäe, so dass ich sie einfach ein paar Tage für mich haben will, dann sehen wir mal weiter.



DANKE liebes Publikum, werft ruhig mit Blumen, ich kann das vertragen, DANKE und viele Küsse zurück.

Sonntag, Oktober 12, 2008

sieben Jahre hinter der Windschutzscheibe oder Fotogeschichten 2

Naja, eigentlich haben die Fotos nur 3 Jahre hinter der Windschutzscheibe gebrutzelt, bevor sie dann doch noch im September diesen Jahres entdeckt und entwickelt wurden. Sieben ist aber eine noch viel märchenhaftere Zahl als die drei, die sieben Zwerge wohnen hinter den 7 Bergen und sieben Schwäne muss die Schwester retten. Obwohl es natürlich die drei goldneen Haare des Teufels gibt und die 3 goldenen Äpfel der Hesperiden, die hat der Herkules geholt.



Wie dem auch alles sei, die Fotos sind für uns natürlich spannend, weil sie so spät auftauchen. Gemacht sind sie in Venedig im Sommer 2005, sicher nicht unser romantischster Urlaub aber spannend wie immer. Die Farben haben sich auf merkwürdige Weise verändert, alles wirkt ein bisschen überdreht wie in einem Film aus den 50er Jahren, wie Technicolor. Ich hoffe, dass das doch ein wenig rüberkommt bei den eingescannten Exemplaren. Sie wirken auch eher wie Collagen. Die Menschen sind in ein Vendig-Himmel-Hintergrund eingeklebt, allescheinen die Bodenhaftung verloren zu haben und schweben etwas. Die Bilder waren einfach allemal eine Überraschung und der große Kreuzfahrer war wirklich ein merkwürdiger Anblick auf dem Canale Grande. Friedrich und ich sind auch einmal zu sehen, Gott sei Dank hat niemand die anderen Personen über uns rüber geklebt.



Samstag, Oktober 11, 2008

Fotogeschichten 1

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Das Kramen in alten Fotos ging weiter, die Fotos wurden immer älter und da sie nicht auf dem PC rumliegen sondern im Schrank, hat Lars mal alles durchgeguckt und den guten alten Scanner bemüht und gestern abend dann gescannt und gescannt und gescannt. Ja und nun weiß ich nicht, wo ich anfangen soll.

Vielleicht in Berlin an. Ich habe zwei Jahre in Berlin gewohnt und studiert, erst in Mitte und dann im Friedrichshain und überallhin begleitete mich mein Hybiskus. Die Wohnung im Friedrichshain bestand aus einer Küche, einem Flur einem winzigen Klo und einem riesengroßen Berliner Zimmer, 8 meter lang und 4,50 meter breit und genauso hoch war auch die Decke. Diese Zimmer haben nur ein Fenster sehr groß und meins schaute auf einen ziemlich großen Hinterhof. Ich liebe Berliner Hinterhöfe, es lebt sich viel ruhiger dort und oft gibt es auch Leben. Auf "meinen" Hinterhöfen gab es immer Werkstätten, erst eine Tischlerei und dann eine Schlosserei.
Lars hatte ein Hochbett gebaut, richtig mit Treppe und den Winter verbrachten wir da oben, denn das Zimmer war weiter unten nicht warm zu kriegen. Es gab nur einen alten kleinen Bullerofen, die Küche war nur über einen Beistellherd zu beheizen, das Klo gar nicht...naja.
Mein Studentenleben dort endete am 8. Dez. 1993, ich verließ das Hochbett halb acht und fuhr mit dem Taxi in die Klinik, bekam mein Kind und kehrte nie wieder dorthin zurück. Von der Klinik zog ich aufs Land, Lars kam 2 Wochen später hinterher, der Hybiykus kam mit, leider verschied er dann irgndwann doch wie alle meine Zimmerpflanzen.

Donnerstag, Oktober 09, 2008

juchhu...Besuch!

Gott sei Dank waren Anja und Helena heute mal wieder da. Gott sei Dank, denn Anja hat phänomenal leckere Schokecookies gebacken und Gott sei dank auch mitgebracht. Die Kinder haben wunderbar mit einem schönen Pappkarton auf dem Küchenfußboden gespielt und wir konnten Gott sei dank unser Wok-Gemüse derweil verschlingen. Auf unserem Spaziergang heute hat es unglaublicherweise Gott sei dank mal nicht geregnet. Das ist wirklich ein Wunder, denn das tut es sonst schließlich immer. Und das Kaffeekränzchen im verschlafenen Lehnin war einach lustig und es gibt mittlerweile auch schon solche Errungenschaften wie Latte Macchiato mit Vanille-Aroma hier auf dem Dorf, Gott sei dank, denn nun weiß auch ich, wie lecker das ist.
Es war einfach ein schöner Tag mit den tollen Babies. Helena robbt nun endlich fleißig durch das Zimmer und das sogar im Ballkleid. Vincent rutscht auf dem Po hin und her und fragt sich noch staunend, wie das wohl möglich ist. Natürlich sind die beiden süß, vor allem, w nn sie sich das Spielzeug aus der Hand nehmen und manchmal sogar wiedergeben, sich beobachten und irgendwie auch verständigen.
Gott sei dank hatte Anja den Fotoapparat dabei, so gibt es auch mal wieder Fotos. Was für ein schöner Nachmittag!



!

Mittwoch, Oktober 08, 2008

Leni

Ich jammer nicht, ich sage nur mal, dass sowohl mein Fotoapparat caputt ist, ja der neue und mein PC mal wieder abgeschmiert ist und ich deshalb in den paar alten Fotos rumwühle, die auf dem alten PC eben so rumliegen und darum eben auch alte Fotos zeige. Das hat dann aber wirklich was von dem fast vergessenen Fotoalben rauskramen: Weißt du noch, damals in Venedig, die kalkweiße Kellnerin, die mit ner Kippe im Mund die Nudeln servierte und weißt du noch, wie heiß es war und weißt du noch...

Also heute alte Fotos: als erstes noch was von der Daniela, wir tauften es mal 'Leni'...weißt du noch, es war ein bisschen kalt und ein Fahrradfahrer kam vorbei mit einem Vizsla und ich habe mich gefreut...jaja



Dann mein lieber Kalman am Kamin, er kroch am liebsten fast rein, er war immer so fasziniert von Feuer, Carlchen ist da etwas desinteressierter, schätzt die Wärme aber sehr. Ja, also Kalman.



Ganz speziell für Anja eine Schildkröte, fotografiert im Tierpark Berlin, den vielleicht keiner besser kennt.



Und Friedrich vor 3 Jahren in Pula/Kroatien, wie fast immer auf einem Ruinenfeld...das kannte er schon...er saß auf einem Steine..

Montag, Oktober 06, 2008

Der Tag der guten Vorsätze

Ich habe etwas beschlossen, und zwar, dass ich etwas tun muss, für mich, für mich und auch für den Hund.
Ich will laufen gehen, der Plan hört sich machbar an: Ich bringe das Babykind Vincig rüber zur Oma und zum Opa, die fahren es spazieren und ich schnüre die Schuhe, schnappe den Hund und drehe eine Runde. Ich muss es nur noch mit ihnen besprechen, ein oder zwei mal die Woche wäre ja schon was. Es ist ja auch nicht nur für mich, es ist ja auch für das Carlchen, das so wieder zu mehr Bewegung kommt.
Dann habe ich beschlossen, das mal wieder Farbe auf den Kopf muss, vielleicht ein apartes rehbraun oder verruchterweise ein bisschen Rotstich. Warum, naja, ich finde es sehr traurig aber es lässt sich nicht leugnen, ich kriege schon graue Haare. Anfangs sah ich sie alle paar Monate, dann alle paar Wochen und nun alle paar Tage, ich zupfe sie nicht mehr raus. Ich werde nun einfach die chemische Keule ansetzen, ha, die werden sich wundern.
Ich habe natürlich auch beschlossen, mich nach jedem Duschen einzucremen und vielleicht mal ein tolles Öl zu verwenden. Ich habe darüber hinaus beschlossen, dass ich zur Erfüllung dieses Vorsatzes NICHT neue Cremes und Öle kaufen werde, denn da der Vorsatz schon des öfteren den Weg in mein Tagesbewusstsein schaffte, und ich ihn damit erfüllte, schöne Dinge zu kaufen, ist der Schrank voll davon.
Ich habe beschlossen, das Müsli vom Sommer zu essen und mehr zu trinken, mein bisschen babyfreie Zeit nicht nur vor dem Rechner zu verbringen, zumindest abends nicht, sondern mal eine Häkelgardine anzufertigen, das klingt verrückt, naja, ist es auch, aber meine holländische Küche entbehrt noch des Stoffes und so dachte ich mir, ich könnte mal was nützliches anfertigen, kann ja ruhig Jahre dauern.
Ich werde keine Schokolade kaufen und Kekse auch nicht, dafür werde ich mehr Blumen ins Haus holen und die Bücher vom Staub befreien. Das ist ja auch für mich, ich mag Ordnung wirklich sehr und Sauberkeit auch, der Wohlfühlfaktor steigt immens, nur ist es eben nicht immer leicht.
Das letzte Nutellatoast meines Lebens ist gerade verdrückt, das kann ja heiter werden. Aber das mit dem Laufen, und den Haaren, das will ich wirklich.
Jawohl!

Sonntag, Oktober 05, 2008

Herbst, wie du die Blätter färbst!


Ist zwar schon ein Jahr alt das Bildchen (Herrgott, wie die Zeit vergeht, so jung kommen wie nicht wieder zusammen, wann sieht man sich mal wieder?) nur der Herbst kommt ja alle Jahre wieder, nicht wahr.

Dienstag, September 30, 2008

grün poliert

Ab und zu erstehe ich ja auch noch Vasen, Teller und andere Kleinigkeiten. Ein schöner Schnapp, wenn auch sicher nicht jedermanns Geschmack ist diese grüne Vase, nicht besonders alt, aus den 40-ern des letzten Jahrhunderts. Dieses grün mit dem dunklen Blau des Lavendels finde ich einfach grandios. Die Glasur wirkt wie polierter Stein, sie glänzt einfach schön und ein bisschen schräg, eben britisch schräg ist die Farbe auch.



Mit dem Bild links an der Wand schäkert Vincent im Moment viel. Ich hoffe, der alte Goethe fühlt sich geschmeichelt.

Montag, September 29, 2008

zur Taufe

Sehet zu, dass keiner Böses mit Bösem vergelte; sondern allezeit jaget dem Guten nach, untereinander und gegen jedermann.

1.Thessalonicher 5, 15

Das ist der Taufspruch und getauft ist Vincent auf den Namen:

Adelbert Vincent Immanuel



Nicht nur das Kleid war hübsch und das Kind darin. Der ganze Tag war schön. Die Zeremonie in der Kirche war einfach und die Predigt sprach vom Irren und dem Wiederfinden des richtigen Weges, von Jonas im Walfisch. Die Geschichte fanden auch die Kinder spannend.
Die Sonne beschien eine schöne weiß gedeckte Tafel auf der Wiese vor dem Haus. Das Essen, von mir und der Oma selbst gekocht war köstlich und ausreichend...jaja, das hat mir Sorgen gemacht. Der Kuchen am Nachmittag war frisch und die Gäste waren alle entspannt. Es war ein Spätsommertag wie in der Werbung für einen Camembert (oder war es Frischkäse), die Familie scherzt beim Verteilen der Käsescheiben und findet das unterhaltsam.
Vincent hat einen Baum geschenkt bekommen, eine Mirabelle, er wurde vor's Haus gepflanzt, es trafen sich ja Gärtnerfamilen und so wurde beim Zuschippen des Pflanzlochs und Festtreten und Angießen über das Gedeihen der Obstbäume im Allgemeinen und diesem im besonderen philosophiert und was auch schön war: um vier Uhr war alles vorbei. Alle gingen zufrieden heim und der Tag war aus.

Sonntag, September 28, 2008

mit Uroma im Kleid

Meine liebe Oma mit Vincent ganz frisch ins Taufkleidchen gesteckt

Montag, September 22, 2008

Sonne und Meer

Als mein großer Sohn ganz klein war, da dachte ich, ich will auf keinen Fall ein zweites Kind, denn nie wieder würde ich ein Kind so lieben können wie dieses, ich will mich nicht teilen müssen, es soll alles ihm gehören. Naja. ich wollte natürlich ein zweites Kind, aber ich wusste nicht, wie das gehen soll.
Nun ist mein kleiner Sohn ganz klein und ich denke, dass es doch wirklich unvorstellbar ist, ein Kind noch mehr zu lieben als ihn, dabei liebe ich ja meinen großen schon so sehr, genauso sehr. Es ist eben doch möglich.
Nun habe ich etwas sehr schönes gelesen. Man muss sich die Kinder wie Farben vorstellen.
Nun, welche Farbe hat mein großer Sohn? Für mich ist er blau, blaugrün eher, ein schönes Türkis so tief wie das Meer, dass man stundenlang versunken betrachten kann. Ich könnte diese Farbe nicht mehr lieben als ich es tue. Ich stelle mir vor, ich sitze am Meer, am Mittelmeer und schaue auf ein ruhiges fluoreszierendes Wasser und kann gar nicht wegschauen, so schön ist und werde dabei ganz ruhig.
Welche Farbe hat nun aber mein kleiner Sohn. Mit Vincent ist die Sonne aufgegangen, ein warmer orangegelber Ball am Firmament, der alles in ein unglaublich helles und doch warmes Licht taucht. Ich stehe auf der Wiese am Haus und sehe den Ball am Himmel aufsteigen und ich bin dankbar, sehr dankbar und freue mich auf einen warmen Tag. Ich könnte diese Farbe nicht noch mehr lieben als ich es schon tue. Er ist wie eine kleine Flamme, die lustig im Kamin tanzt, sehr lebendig, er ist orangenelb wie die aufgehende Sonne.

Sonntag, September 21, 2008

Wok Wok

Ich habe nun endlich einen Wok. Nachdem ich wochenlang den Familientrend "thailändisch essen" in der gusseiserenen Pfanne verwirklicht habe, wird nun alles ein ganz winziges bisschen professioneller. Bei mir stapeln sich Fischsauce, Austernsauce, Currypasten, Koriandergrün und Limetten im Kühlschrank. Wir können gerade einfach nicht genug davon bekommen. In Lehnin musste der nette Gemüseladen ja leider auch einem Asialaden weichen, so dass ich nun auch an Kokosmilch und Nudeln komme, ohne erst mit dem Auto zu einem Riesensupermarkt zu fahren. Favorit ist gerade Hähnchencurry mit Ananas und Cocktailtomaten. Wie original die dabei sind, weiß ich nicht, aber sie geben farblich einen guten Kontrast zu der gelblichen Sauce.
Nun noch mal zum Wok: der war billig, echt billig. Man kann es ja kaum glauben, aber er kostete nur 5,99 €. Das überrascht. Natürlich ist er auch so billig, Alu mit Beschichtung, relativ dünnes Material, aber genau das brauche ich. Denn ich koche noch immer und sehr gern mit Propangas und dieses dünne Material wird einfach schön schnell heiß. Die gusseiserne Pfanne ist natürlich dick, aber die Flamme reichte nicht, um die Temperatur wirklich hoch zu halten, so dass ich immer fluchend am Herd stand, weil das Fleisch statt zu braten, anfing im eigenen Saft zu schmoren, das wollte ich nämlich nicht. Die Kocherei hat irgendwie tatsächlich den Flair einer asiatischen Garküche. Der Wok ist geräumig und hat schöne Holzgriffe. Wahrscheinlich wird er nur so lange halten, wie der Trend anhält, aber das macht nichts.
Wok Wok

Samstag, September 20, 2008

Einkaufszettel

Wie macht man eigentlich einen guten Einkaufszettel?
Ich würde mich gern in dieser Kunst vervollkommnen, denn ich mag Supermärkte nicht. Meine laienhaften Bemühungen gehen soweit, die Zutatenlisten der Wuscnhrezepte einfach abzuschreiben, aber wenn dann der arme Einkaufszettel-Abarbeiter damit losziehen muss, dann rennt er sich ganz wuselig in der großen Einkaufswelt, da steht dann Kokosmilch unter der Fenchelknolle und die Oliven unter dem Pizzateig. Gehört, ja auch zusammen, aber praktisch ist das so nicht.
Man könnte vielleicht eine Excel-Liste vorbereiten, die unterteilt ist in Milchprodukte, Süßkram, Fleisch und vielleicht noch Drogerieartikel. Dann druckt man dieses tolle Ding aus und gibt es mit. Oder der Liebste geht mit dem Laptop los, wenn er einen hätte, wäre doch sicher professionell.
Ich weiß noch nicht mal so ganz genau, was es alles so geben soll, aber auf jden Fall lecker soll es sein und satt werden sollen auch alle und ich darf die Chilischoten für den Griechischen Gemüsesalat nicht vergessen auf den Zettel zu schreiben, gleich unter der Milch, 4 Pakete bitte.

Freitag, September 19, 2008

Einkauf schwedisch

Nächste Woche wird Vincent getauft, ein Tag vor Michaelis und das ist Anlass genug zu dem Ausspruch: Ich brauche Kerzen!
Die Antwort darauf lautet komischerweise immer: Dann müssen wir wohl zu Ikea. Komisch ist es deshalb, weil wir dafür 70 km weit durch das schöne Land fahren und die Fahrt mehr als drei mal soviel Kosten als jeder Versand eines x-beliebigen Internetshops verursacht. Naja, aber wir müssen nun mal zu Ikea.
Damals, als Vincent geboren wurde, bekam ich nämlich einen Gutschein über grandiose 100,-€ geschenkt, dafür kann man ein ganzes Kerzenmeer im Wohnzimmer aufbauen oder aber noch was anderes kaufen. Ich wollte so gern noch was anderes, nämlich eine schöne kuschelige Daunendecke für das Baby, das war mein großer Wunsch. Aber die gab es dann gar nicht, irgendwie bin ich bei jedem Besuch des Schwedenmarktes enttäuscht, es gibt gar nichts, was ich gebrauchen kann. Am Ende kauft man dann tatsächlich Kerzen.
Babydecken gibt es nur mit Poyester, die gestreiften Stoffe, haben zu breite Streifen, als dass ich sie ins Wohnzimmer hängen könnte, die Stehlampen sind dann eigentlich doch hässlich und die Muster der Babybettwäsche lassen seitens der Designer auf den Konsum hoher Mengen Rauschgift schließen. Ansonsten ist viel aus Plastik und überhaupt....gibt es die 50er Packung Kerzen auch nicht mehr. Na toll.
Schön, dass sie 100 € doch noch alle wurden: Bettwäsche mit einem französischen Blumenmuster in blauweiß - passend zum Geschirr aus der Bretagne - doch noch Kerzen, (den 25er Pack für etwas mehr Geld) eine irgendwie doch hübsche Nachttischlampe für mich (was die Ära des bei-Kerzenschein-Lesens wohl auf immer beendet), zwei Töpfchen für Vincent und die farblich passende Klobürste dazu, ein Gästehandtuch, 6 Gläser für die Küche und einen Wok haben wir errettet. Alles in allem ein buntes Potpourrie der Gebrauchsgenstände.
Ich kenne nun auch endlich den Stillraum bei Ikea und weiß, dass es dort sogar Windeln für umsonst gibt, ja man gibt sich familienfreundlich. Am Ende gab es dann noch den unvermeidlichen Hotdog....ich liebe ihn und dann ging es wieder heim. Das war dann Ikea 2008, denn noch mal fahre ich nicht hin,, es wird doch wohl irgendwo im Netz einen Lieferanten für Glög und Punschrollen geben, denn Weihnachten ohne diese Zutaten sind beinah undenkbar.

Mittwoch, September 17, 2008

Schwalben

Herbst

Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
Auch die Lerche singt nicht mehr.

....

Poesie von Theodor Storm, dem Barden des Nordens. Hier vor dem Haus sammeln sich gerade die Schwalben, sie sitzen viel auf unserem Dach, umfliegen das Haus, neulich knallte sogar eine an die Fensterscheibe, die arme. Sie fliegen sicher in den nächsten Tagen los. Damit ist dann der Sommer vorbei. Als ich noch klein war, hatte ich eine Freundin, die heißt Claudia und die hat eine Mutter, die in jedem Frühling zu uns sagte: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Das sagte sie, wenn wir schon im April barfuß gingen oder baden wollten. Geblieben ist, dass ich den Sommeranfang mit der Ankunft der Schwalben verbinde. In diesem Jahr hatte ich gewartet und gewartet, es blieb lange kalt. Und dann hörte ich eines Tages den Ruf der Schwalbe und am nächsten Tag sah ich sie und dann waren es schon zwei Schwalben...ja und dann war Sommer.

Schwalben sind immer neugierig, was die Menschen so machen und schauen auch mal in ihre Häuser rein. Auch wir hattten im Juli Besuch, sie saß eine Weile auf der frisch montierten Gardinenstange und flog dann wieder los. Leider haben sie nicht am Haus gebrütet. Vielleicht ist es ihnen mit dem Hund zu unruhig gewesen, wer weiß.

Jedenfalls fliegen sie nun schon wieder weg. Das Gedicht von Storm geht noch weiter.

Seufzend in geheimer Klage
Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlungen,
Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne
Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,
Dass man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide

Lieg' ein ferner Frühlingstag.

Donnerstag, September 04, 2008

an mein Tagebuch

Mein liebes Tagebuch, heute ist schon Mittwoch, ach nein, ich sehe gerade, es ist schon Donnerstag und ich habe dir noch immer nichts geschrieben. Du musst mir nicht böse sein, manchmal ist der Kopf so leer wie ein Luftballon und wenn man ein Brötchen reinkrümelt, dann kommt auch nichts gescheites dabei raus.
Ich muss mal überlegen, was so los ist im Moment.
Vincent will immer sitzen, aber er darf das doch noch nicht so viel. Trotzdem sieht er einmalig niedlich aus, wenn er sich so freut, dass er sitzt und die Welt begucken kann. Es ist auch für mich praktisch, er guckt nämlich gern über die Reeling des Kinderwagens zu, wie ich im Garten Unkraut zupfe, wirklich praktisch, denn auf dies Weise kann ich es zumnindest mal wieder 10 Minuten lang machen.
Außerdem waren wir am Sonntag in Potsdam, du kannst dir sicher denken, dass mir das gut gefallen hat. In den Römischen Bädern gab es eine Ausstellung mit Zeichnungen aus Italien anzusehen und nun würde ich am liebsten mal wieder hinfahren. Ach ja, ich würde dich auch mitnehmen. In Frankreich warst du ja auch mit und ich habe dir dort sogar geschrieben, weißt du noch...über die Hortensien.
Die Bretagne ist das Land der Hortensien, ein Feuerwerk geradezu. Jede Trockenmauer schmückt sich mit riesigen Blütenbällen. Als wir dort waren, gab es sogar ein paar Orte weiter ein Hortensien-Festival, ich möchte mal wissen, was da anders sein soll. Sie blühen doch sowieso schon überall. Sogar Friedrich weiß nun sehr sicher, was eine Hortensie ist.
Dann habe ich dir noch gar nicht berichtet, wie schön die Baby-Gymnastik am Dienstag war und dass Vincent nur am Ende geweint hat, als er Hunger bekam aber vor so vielen anderen nackten Babies nicht trinken wollte und wir wieder fluchtartig den Raum verlassen mussten...naja, er ist da halt eigen. Trotzdem ist es wirklich allerliebst anzusehen, wie die Babies Kontakt zueinander aufnehmen, sich ein bisschen kneifen und an den Haaren ziehen während die Mamas über das vermaledeite Thema Nachtschlaf sprechen. Ja, davon hängt viel Glück ab.
Dann habe ich noch Himbeermarmelade gekocht und einen Blumenstrauß gepflückt und für meinen Sohn beide Bände "Eragon" gelesen. Wie du siehst, ist immer viel zu tun und darum mache ich jetzt auch Schluss.
Tschüß, bis zum nächsten mal!