Samstag, Oktober 11, 2008

Fotogeschichten 1

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Das Kramen in alten Fotos ging weiter, die Fotos wurden immer älter und da sie nicht auf dem PC rumliegen sondern im Schrank, hat Lars mal alles durchgeguckt und den guten alten Scanner bemüht und gestern abend dann gescannt und gescannt und gescannt. Ja und nun weiß ich nicht, wo ich anfangen soll.

Vielleicht in Berlin an. Ich habe zwei Jahre in Berlin gewohnt und studiert, erst in Mitte und dann im Friedrichshain und überallhin begleitete mich mein Hybiskus. Die Wohnung im Friedrichshain bestand aus einer Küche, einem Flur einem winzigen Klo und einem riesengroßen Berliner Zimmer, 8 meter lang und 4,50 meter breit und genauso hoch war auch die Decke. Diese Zimmer haben nur ein Fenster sehr groß und meins schaute auf einen ziemlich großen Hinterhof. Ich liebe Berliner Hinterhöfe, es lebt sich viel ruhiger dort und oft gibt es auch Leben. Auf "meinen" Hinterhöfen gab es immer Werkstätten, erst eine Tischlerei und dann eine Schlosserei.
Lars hatte ein Hochbett gebaut, richtig mit Treppe und den Winter verbrachten wir da oben, denn das Zimmer war weiter unten nicht warm zu kriegen. Es gab nur einen alten kleinen Bullerofen, die Küche war nur über einen Beistellherd zu beheizen, das Klo gar nicht...naja.
Mein Studentenleben dort endete am 8. Dez. 1993, ich verließ das Hochbett halb acht und fuhr mit dem Taxi in die Klinik, bekam mein Kind und kehrte nie wieder dorthin zurück. Von der Klinik zog ich aufs Land, Lars kam 2 Wochen später hinterher, der Hybiykus kam mit, leider verschied er dann irgndwann doch wie alle meine Zimmerpflanzen.

Kommentare:

Noemi hat gesagt…

schöne geschichte! kann es mir auch bildlich gut vorstellen... ich liebe altbau und hinterhöfe.
du hast noch ein zweites kind ausser vincling?

Laufmauselke hat gesagt…

Ja, das erinnert mich auch an meine Berliner Zeit. Ich kannte bis 1996 nur Brlin und die Hinterhöfe:-) Danach zog ich in´s Umland. Ich hab es nicht bereut. Aber Berlin war auch sehr schön. Deshalb bleib ich auch in der Nähe.

amandajanus hat gesagt…

Ja Noemi, ich habe eine großen Sohn, Friedrich. Wenn du im blog runterscrollst, siehst du auf der rechtn Seite ein Foto mit uns dreien.

Elke, ich möchte auch immer in der Nähe von Berlin bleiben und von Potsdam!!!

mandy

Julia hat gesagt…

Wehmut seigt in mir hoch - zumindest etwas, dafür aber schwerer Art - das "Studium"/Lotterleben/DIE 'vermeintliche' Freiheit mit einem Kind beenden und im selben moment neu zu beginnen... JA! Immer wieder! Nie anders! Zwar nicht mit Hybiskus, aber immer mit WehMUT - Danke für deine Worte!

Phönix hat gesagt…

Wilmersdorfer Straße 154, dritter Hinterhof links... Du weckst Erinnerungen mit Deiner Kramerei, Mandy.;)
Heute ist Berlin für mich viel zu viel Stadt. Und Dein Friedrichshain hat sich mit der neuen O2-world auch ganz schön verändert, denke ich mal. Aber obwohl wir älter geworden sind, sind wir ja auch nicht mehr die Alten. ;)
Schön weiterkramen, bitte.

michi hat gesagt…

Ich lese einige Blogs, ich lese diese sehr gerne und regelmäßig, lache, leide und freue mich mit, aber niemand, absolut niemand kann Dinge, auch wenn sie noch so alltäglich sind in eine Geschichte und Sprache kleiden wie Du. Du machst alles lebhaft, bunt und strahlend. Ich habe mich jetzt durch die letzen 7 oder 8 Einträge gelesen (hier auch noch alles Gute zur Taufe!) und es trifft auf jeden zu, egal um welches Thema es geht. Einzigartig, wirklich einzigartig.

Ist es bei dem letzten Nutellabrot Deines Lebens geblieben? ;-))

Hase hat gesagt…

Oh ja, auch ich liebe Berliner Hinterhöfe. Ich habe zwar noch nie in Berlin gewohnt, aber mein bester Freund wohnt in Berlin -auch im Friedrichshain. Und ich habe dort schon ganz wunderschöne Momente mit ihm verbracht, im Herbst, bei einem Earl Grey Tee am Nachmittag, beim Beobachten der hochgewachsenen Linde im Hinterhof, deren Laub so herrlich gelbrot leuchtete. Dazu Musik von Bach - hmmmmm.

amandajanus hat gesagt…

Liebe Michi: vielen Dank!!!!
Bisher war es das letzte Nutellabrot....mal sehn!

Kerstin, der Friedrichshain war damals noch völlig unsaniert, dort wohnten fast nur Studenten, die müssen jetzt noch weiter nach draußen ziehen,meine Wohnung kostete 160 Mark im Monat, da war Berlin irgendwie noch ganz anders, irgendwie war es ein Dorf.
Aber tolle Momente verbringt man dort eben immer noch. Aber Phönix hat recht, gerade dort sit alles anders. Mit O2 und der großen Musikszene kamen eben andere Leute dort hin ....dafür, und das ist besser, kann man dort eben auch lecker essen gehen, früher musste man dafür nach Mitte fahren. Alles verändert sich eben.