Es ist warm, weit über null jedenfalls und die Luft ist lind, die Vögel singen. Ich reibe mir mir klammheimlich die Hände, dass wir den Winter wohl wirklich mit gerade 3 Wochen Kälte ziehen lassen. Ich hoffe, dass es so ist.
Der Garten rief heute schon nach uns. Blätter harken, alte Astern und vom Vorjahr wegschneiden, am liebsten würde ich schon Rosen schneiden, aber natürlich weiß ich, dass das am 18. Februar verfrüht ist. Ich hätte ja auch schon ein bisschen den Boden in den Beeten gelockert, aber der ist nach 5 cm noch gefroren.
Schön ist, dass die Kinder nicht voll vermummt nach draußen müssen. Vincent hat viel Arbeit gefunden, vor allem SÄGEN. Er hätte sich ja am liebsten an den alten (geretteten) Apfelbaum gemacht aber nach langem Diskutieren bekam er einen eigenen Sägebock gebaut. Professionell sägen geht auch! Obwohl die Bäume im Garten noch immer locken.
AmandaJanus
Samstag, Februar 18, 2012
Dienstag, Januar 31, 2012
Lisi ist 2.
Gestern war Geburtstag. Ich glaube, ich habe am Morgen 10 mal " zum Geburtstag viel Glück" gesungen und dann noch 12 mal "weil heute dein Geburtstag ist"fröhlich, selbstbewusst und lautstark begleitet vom Lisimädchen selbst. Im Kindergarten gab es eine Papierkrone, die sie dann noch bis zum Abend getragen hat. Schön waren die Kerzen auf dem Kuchen und das "Hoch soll sie leben"und alle Omas und Opas an einem Tisch, es waren gestern immerhin 3 von jeder Sorte da. Daneben verblassen in dem Alter alle Geschenke.
Gestern war Geburtstag. Ich glaube, ich habe am Morgen 10 mal " zum Geburtstag viel Glück" gesungen und dann noch 12 mal "weil heute dein Geburtstag ist"fröhlich, selbstbewusst und lautstark begleitet vom Lisimädchen selbst. Im Kindergarten gab es eine Papierkrone, die sie dann noch bis zum Abend getragen hat. Schön waren die Kerzen auf dem Kuchen und das "Hoch soll sie leben"und alle Omas und Opas an einem Tisch, es waren gestern immerhin 3 von jeder Sorte da. Daneben verblassen in dem Alter alle Geschenke.
Donnerstag, Januar 05, 2012
Neujahr
Es ist eine wunderbare Sache, dass es den Neujahrsmorgen gibt. Es ist der Morgen, an dem sehr viel Menschen ein Gefühl dafür haben, dass sie ein neuer Mensch sein können, ein besserer Mensch. Das, was die verpönten guten Vorsätze genannt wird, ist am Ende sein Segen. Denn der Mensch kann sich wandeln, zum Guten hin, besser werden und dem Himmel näher rücken. Wie wäre es wohl, wenn wir jeden Morgen Neujahr hätten und uns noch mit halb geschlossen Augen bewusst machen, dass ab heute ein neues Leben beginnt. Ich denke, das wäre ein so großer Schritt zum Guten hin, dass es wie ein großes Rauschen über die Welt gehen müsste.
Die Welt feiert Erneuerung.
Ich wünsche mir für das kommende Jahr, dass ich immer und immer wieder spüre, dass ich ein besserer Mensch sein kann und will. Und das umfasst wirklich viel. Außerdem wünsche ich mir, dass das Glück meiner Familie hold bleibt, das Jahr mich wieder wundervollen Menschen zuführt und dass ich an neuen Orten erleben kann, dass die Welt herrlich ist.
Sie ist herrlich, sogar unter einem Elchschild irgendwo auf den Alands-Inseln!
Die Welt feiert Erneuerung.
Ich wünsche mir für das kommende Jahr, dass ich immer und immer wieder spüre, dass ich ein besserer Mensch sein kann und will. Und das umfasst wirklich viel. Außerdem wünsche ich mir, dass das Glück meiner Familie hold bleibt, das Jahr mich wieder wundervollen Menschen zuführt und dass ich an neuen Orten erleben kann, dass die Welt herrlich ist.
Sie ist herrlich, sogar unter einem Elchschild irgendwo auf den Alands-Inseln!
Dienstag, Dezember 13, 2011
Und was bist Du?
Sag mal, bist du ein Eichhörnchen?
Nein!
Eine kleine Maus?
Nein!
Bist Du etwa eine Libelle?
nein!
Was bist Du dann???
eine Lisi!
Freitag, Dezember 02, 2011
Himmelsleuchten
Spät nach einem Essen beim Griechen in der Stadt nach hause zu kommen, das ist für mich so etwas fremdes geworden, dass ich mich auf der Fahrt nach hause beinah wie ein junges Mädchen nach einer durchtanzten Nacht fühlte, müde aber zufrieden mit der Welt und doch nicht müde genug, um gleich schlafen zu gehen.
Ich war also seit mehr als dreieinhalb Jahren abends das erste mal weg, mit Kolleginnen zum Essen. Und bin nun auf der Fahrt beim Blick in den Nachthimmel in eine glückliche Melancholie verfallen, die mich immer anregt, etwas zu schreiben. Dazu kam noch, dass im Radio ein Hörspiel lief, in dem sich Kleist und meine so gschätzte Caroline von Günderode begegneten. Caroline trug ihren Dolch schon bei sich und Kleist war des Lebens müde.
Und auch das ließ mich jung sein, eine Studentin, die 3 mal die Woche nachts aus dem Theater kam und in ihrer Hinterhaus-Mansarden-Wohnung bei Kerzenschein Shakespeare und Schiller las, laut für sich und am liebsten alle Nachtluft aus dem Himmel hinaus in sich hinein geatmet hätte.
Lebt man nur wahrhaft, wenn man sich so fühlt? Wenn das Leben in Poesie aufgeht? Wenn der Wein dazu beitrug? Wenn man weiß, dass man niemals alt sein wird sondern ewig jung, immer die Gleiche, bei den Göttern wohnend, droben, in weißen Gewändern, dann und wann zur Erde schwebend, im Reigen vereint mit Heroen und Musen, Kinder nährend und den Nacken beugend, immer gewahr, dass die Heimat der Himmel bleibt.
Vorzeit, und neue Zeit
Ein schmahler rauher Pfad schien sonst die Erde.
Und auf den Bergen glänzt der Himmel über ihr,
Ein Abgrund ihr zur Seite war die Hölle,
Und Pfade führten in den Himmel und zur Hölle.
Doch alles ist ganz anders nun geworden,
Der Himmel ist gestürzt, der Abgrund ausgefüllt,
Und mit Vernunft bedeckt, und sehr bequem zum gehen.
Des Glaubens Höhen sind nun demolieret.
Und auf der flachen Erde schreitet der Verstand,
Und misset alles aus, nach Klafter und nach Schuen.
Caroline von Günderode
Ich war also seit mehr als dreieinhalb Jahren abends das erste mal weg, mit Kolleginnen zum Essen. Und bin nun auf der Fahrt beim Blick in den Nachthimmel in eine glückliche Melancholie verfallen, die mich immer anregt, etwas zu schreiben. Dazu kam noch, dass im Radio ein Hörspiel lief, in dem sich Kleist und meine so gschätzte Caroline von Günderode begegneten. Caroline trug ihren Dolch schon bei sich und Kleist war des Lebens müde.
Und auch das ließ mich jung sein, eine Studentin, die 3 mal die Woche nachts aus dem Theater kam und in ihrer Hinterhaus-Mansarden-Wohnung bei Kerzenschein Shakespeare und Schiller las, laut für sich und am liebsten alle Nachtluft aus dem Himmel hinaus in sich hinein geatmet hätte.
Lebt man nur wahrhaft, wenn man sich so fühlt? Wenn das Leben in Poesie aufgeht? Wenn der Wein dazu beitrug? Wenn man weiß, dass man niemals alt sein wird sondern ewig jung, immer die Gleiche, bei den Göttern wohnend, droben, in weißen Gewändern, dann und wann zur Erde schwebend, im Reigen vereint mit Heroen und Musen, Kinder nährend und den Nacken beugend, immer gewahr, dass die Heimat der Himmel bleibt.
Vorzeit, und neue Zeit
Ein schmahler rauher Pfad schien sonst die Erde.
Und auf den Bergen glänzt der Himmel über ihr,
Ein Abgrund ihr zur Seite war die Hölle,
Und Pfade führten in den Himmel und zur Hölle.
Doch alles ist ganz anders nun geworden,
Der Himmel ist gestürzt, der Abgrund ausgefüllt,
Und mit Vernunft bedeckt, und sehr bequem zum gehen.
Des Glaubens Höhen sind nun demolieret.
Und auf der flachen Erde schreitet der Verstand,
Und misset alles aus, nach Klafter und nach Schuen.
Caroline von Günderode
Samstag, November 26, 2011
mein Mädchen
Natürlich mache ich ab und an auch noch Fotos von meinen Kindern, die ich übrigens einfach toll finde. Vincent macht sich das Leben nicht mehr ganz so schwer (und damit auch uns nicht) und Elisabeth ist dem Leben gegenüber sowieso fröhlicher eingestellt.
Woher die beiden ihre Kraft nehmen weiß ich allerdings nicht. Das noch nicht mal zweijährige Mädchen verweigert regelmäßig den Mittagschlaf am Wochenende. Das schlaucht mich sehr, denn irgendwie wäre eine Pause am Tag schon schön. Dafür singt sie immer Lieder vor sich hin oder Reime. Wahrscheinlich verstehe nur ich alles, aber ein vor sich hin singendes Kind ist einfach eine neue Erfahrung. Vincent singt auch, laut, sehr laut vor allem im Auto, ausgedachte Lieder vor allem, das ist auch toll, aber dieses Mädchen-Singsang ist schon sehr allerliebst.
Was ich erstaunlich finde, sie puppt tatsächlich, schleppt ihre "Kasper"puppen, deckt sie zu, deckt sie auf, singt Schlaflieder vor...das alles in einem treckerbestimmten Umfeld. Nun Mädchen sind wohl doch einfach so Mädchen. Ringe, Kette findet sie großartig und holt sich ihren Rock auch einfach mal selbst aus dem Schrank.
Und sie malt den ganzen tag, wenn dann noch Bilder aus dem Kindergarten mitkommen, haben wir hier schon oft einen richtigen Stapel. Sonne, Mond, Stern, Raupe, das alles sollen zumindest die Striche sein.
Bei Vincent verändert sich das Malen gerade sehr, es wird gegenständlicher, das finde ich interessant, einfach weil Friedrich als Kind das Malen und Basteln nie mochte und sich schon im Kindergarten tapfer verweigerte.
Sonntag, November 13, 2011
Im deutschen November
Dies ist der Herbst:
der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
und ruht bei jedem Schritt.
Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh
Er klagt ihr nach.
der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
und ruht bei jedem Schritt.
Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh
Er klagt ihr nach.
Dies ist der Herbst:
der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
Oh Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimnis lehrte dich
Die Nacht,
Daß eis'ger Schauder deine Wange,
Die purpur-Wange deckt?
der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
Oh Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimnis lehrte dich
Die Nacht,
Daß eis'ger Schauder deine Wange,
Die purpur-Wange deckt?
Du schweigst, antwortest nicht?
Wer redet noch?
Wer redet noch?
Dies ist der Herbst:
der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
"Ich bin nicht schön"
- so spricht die Sternenblume
"Doch Menschen lieb' ich
Und Menschen tröst' ich
sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
nach mir sich bücken
ach! und mich brechen -
in ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
Erinnerung an Schöneres als ich:
- ich seh's, ich seh's - und sterbe so".
der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
"Ich bin nicht schön"
- so spricht die Sternenblume
"Doch Menschen lieb' ich
Und Menschen tröst' ich
sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
nach mir sich bücken
ach! und mich brechen -
in ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
Erinnerung an Schöneres als ich:
- ich seh's, ich seh's - und sterbe so".
Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Fliege fort! fliege fort!
(Friedrich Nietzsche, 1844-1900)
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