Samstag, Dezember 22, 2007

keine Douglasie

Heute haben wir den Weihnachtsbaum geholt. Ausgesucht haben wir ihn im Garten von meinem Opa schon letzten Sonntag. Er ist beinah 3 Meter groß und es ist eine Tanne. Für uns ist das ungewöhnlich, das erste mal verirrt sich eine Tanne in den Salon. Eigentlich lieben wir Douglasien. Die sind ganz weich und duften wirklich zauberhaft. Außerdem sind sie ganz besonders grün. Nun, es ist in diesem Jahr eine Tanne, denn da wir die einzigen sind, die eine Douglasie haben wollen, sind diese einfach schon zu ausgewachsen und als Weihnachtsbaum nicht mehr gut zu gebrauchen. Sie wachsen jetzt also vor sich hin, ohne dieser Ehre, ein Weihnachtsbaum zu werden, entgegenzusehen.
Ansonsten dind die Tage grau, heute war aber der Morgen schön, der weiß überreifte Bäume und Wiesen preisgab, aber auch heute ohne Sonne. Ich weiß gar nicht, wann es hier das letzte mal Sonne gab, Licht. Ich war noch mit dem Rad unterwegs und habe ein wenig gestaunt, wie schön alles aussieht. Mein Carl flitzte über Wiesen und in den Wald rein mit so viel Fröhlichkeit, er ist so ausgesprochen fröhlich und unbeschwert, es ist gut, dass er mir passiert ist. Im nächsten Frühjahr werden wir gemeinsam laufen gehen.

Dienstag, Dezember 18, 2007

Blick nach draußen

Wenn ich hier am PC sitze, dann kann ich mit leichten Drehungen des Kopfes aus 3 Fenstern sehen. Geradeaus sehe ich das Brachland vor dem Haus, das ab dem nächsten Jahr dann Wiese heißen wird. Lars hat dort 3 kleine Linden gepflanzt, die die Luft dort in den nächsten Jahren gelinde machen. Aber die seh ich eigentlich gar nicht, ich weiß nur, dass sie dort sind. Nach links sehe ich zur Grundstücksgrenze, dort steht ein mittlerweile großer Holunder und einige Essigbäume. Im nächsten Jahr wird diese Grenze weiter aufgeforstet mit Flieder in weiß und blau, das wird sicher eine Pracht.
Mein Lieblingsblick ist aber im Moment der nach rechts, dort stehen alte Obstbäume. Dem Haus am nächsten steht ein alter Apfelbaum, der in diesem Jahr so unerhört reichlich trug, dass ich schlussendlich des Apfelmuskochens überdrüssig wurde und genug Äpfel hängenließ um nun täglich ein schönes Schauspiel genießen zu können.
Im Baum sitzen fast immer 3 bis 5 Amseln und Drosseln, die nur hin und wieder von den Eichelhähern neidisch vertrieben werden. Die sammeln sich im Pflaumenbaum nebenan und führen von Zeit zu Zeit einen Raubzug, fressen sich satt und sitzen dann wieder in dem alten Pflaumenbaum. Sie sehen eindrucksvoll aus, das hellblau strahlt und die roten Brüste leuchten. Sie sind so farbig wie schöne Papageien. Im Wald sieht man sie nur selten und schon gar nicht mehrere zusammen.
Jetzt gerade ist es etwas ruhiger, es sind Amseln, Meisen und und sogar ein Grünfink da und schlagen sich die runden Bäuche voll.
Es ist ein Jammer, dass ich noch immer keine Digitalkamera besitze, um ein Bild zu machen, so auf die Schnelle...aber das wird schon noch kommen.


Dienstag, November 27, 2007

noch Ostseebilder...

...kurz vor dem Advent, dem Keksebacken, dem Gestecke basteln und Kränze binden, schnell noch mal den Blick zurück auf die letzten Sonnentage des Jahres.







Mittwoch, November 07, 2007

7. November

Ich weiß noch genau, was ich im letzten Jahr am 7. November tat. Es war der Tag, an dem ich im Haus in Nahmitz war, das Wetter war etwas besser, ich selbst war krank und ich stand auf dem Balkon und war traurig.
Die Welt hat sich gedreht, die Welt hat sich ein Jahr weitergedreht.
Vor ein paar Tagen war ich das letzte mal in der Wohnung in Potsdam, ich habe in Potsdam gelebt. Ich liebe diese Stadt und ich vermisse sie. Aber ein letztes mal irgendwo ist immer komisch. Ein letztes mal aus dem Fenster gesehen, auf der anderen Straßenseite ging die Frau mit dem kleinen weißen Hund spazieren, der schon so alt ist, dass sie ihn ziehen muss. Ihr Sohn hat ihn sogar getreten. Der Balkon ist voller Blätter, die ich nicht abfegen muss. In der alten Schule gegenüber geht der Gong. Ich maler eine letzte Kleinigkeit zwischen Küche und dem kleinen Esszimmer, das blau wie der Himmel war. Lars hilft mir beim Putzen und wischt gerade die Schränke ein leztes mal aus. Er geht mit allem Schaden mit, wie meine Freundin das nennt. Er trägt alles mit. Nun wische ich noch mal durch, Lars fegt und trägt dann Farbe und Putzzeug runter. Das war es. Ich sage zu Lars, siehe, hier habe ich gelebt, es war mein Zuhause. Und er sagt Ja, das war es. Dann spazieren wir noch durch die Anlage.
ich vermisse Potsdam, natürlich. Potsadm besuchen ist nichtdas gleiche. Viele Wege werde ich nicht mehr gehen. Vor allem die über die Feldfluren, die ich so geliebt habe. Oder den Weg am Krongut vorbei und der Bornimer Kirche, dann rechts den Steig am Wasserlauf lang, rüber ins Katharinenholz zu den düsteren Teichen und zurück dann an der Orangerie lang. Besuche beschränken sich auf Parks. Na mal sehen.
Ich habe auch Nahmitz vermisst, anders vermisst, hier habe ich gearbeitet, hier lebt auch mein Sohn und Lars. Man kann nicht alles haben. Ich kann nicht alles haben. Alles ist gut, so wie es ist...ich bin hier und ich bin ganz. Ich werde kein weiteres Jahr an diesem Tag daran denken, was einmal war, dass Lars verschwand und ich hilflos war. Im nächsten Jahr ist es nur der 7. November.

Mittwoch, Oktober 24, 2007

Fangfrisch vom Kutter Dorsch

auch Carl war an der Ostsee

Natürlich war Carl von der Altmarkperle mit an der Ostsee und er fand es großartig. Viel Platz, viele andere Hunde, tote, stinkende Flundern, die man aus dem Seetang fischen und weiter oben nahe der Dünen verbuddeln, begrabbeln, durch die Luft werfen kann. Herrlich, einfach herrlich.

Nicht ganz so herrlich fand er den Ausflug nach Sassnitz, denn das bedeutete viel Arbeit für das klein Vizsla-Köpfchen. Erst muss man die Seebrücke diszipliniert passieren, dann muss man eine wirklich sehr viel Sicht auf die darunterliegende See freilassende Treppe hinuntergehen, dann kam der schwierigste Teil....an Bord gehen, über einen Steg aus Eisen, er lief noch nie auf Eisen. Puh geschafft, aber auf dem Schiff war es dann auch doof. Erstmal darf man wirklich nicht jeden Passagier nach Herzenslust beschnuppern, man muss an der Leine bleiben und artig sein. Aber eines war toll, über Bord sehen und die Wellen beobachten. Irgendwann stellte sich resignierte Gelassenheit bei dem kleinen Kerl ein und ich machte einfach mal ein schönes Foto von unserem Captain.

il capitano

Ja, am schönsten war auf jeden Fall das Spielen am Strand und Laufen, Laufen, Laufen!

Spiel mit Lotta

Carlchen, der Ente abgewandt

Und dann habe ich noch eine Kuriosität, kein in dem Sinne gelungenes Foto. Leider hielt die Rasselbande nie so still, wie ich es gern wollte, und beim Clicken der Kamera hatte ich dann eigentlich immer nur Hinterteile von Hunden auf dem Bild. Hm, aber ich zeige es trotzdem, weil es so ein schönes Farbspiel ist. Ihr seht drei Hunde beim Buddeln, Labrador, Weimaraner und Vizsla. Sie waren wirklich schön in ihrem Spiel, auch wenn man das nun gerade nicht sieht.



So verdient wie an den Tagen and er See gab es bis dahin noch keine Nachtruhe für den Hund.

Dienstag, Oktober 23, 2007

Tage am Meer



Tatatata...die Bilder sind da. Ich kann es ja selbst kaum abwarten, ein paar zu zeigen. Die Canon AE 1 war kooperativer als erwartet und so wird es evtl nach und nach immer mal welche zu sehen geben.



Freitag, Oktober 19, 2007

Ostsee!

Ich habe noch den Morgenkaffee bei mir. Draußen ist es grau, sehr grau. Das letzte Wochenende an der See war glücklich, noch von Sonne beschienen. Soviel Sonne und Wasser und blauer Himmel. Die Ostsee tut immer gut.
Ich war vorher noch nie in Binz, eigentlich sträubte sich auch alles gegen diese weiße Stadt am Meer, die für gut verdienende Pärchen gemacht scheint. Aber sie ist tatsächlich schön. Die Schnitzereien der Häuserfassaden sind wundervoll und die Häuser sind wirklich fast alle weiß. DieLage von Binz ist so wundervoll. Es liegt an einer großen Bucht, naja, die Proraer Wiek eben, lang gezogen, an den jeweiligen Enden zieht sich die Küste hoch zu einer waldreichen Steilküste, das ist malarisch. Wäre Binz eine Stadt in Italien, sie läge an einem Golf, dem Binzer Golf. Abends, wenn die Lichter von Sassnitz und Prora angehen, dann kann man wirklch träumen, man sei am Golf von Palermo, schaut rüber auf den Monte Pellegrino, hinter dem jeden Abend die Sonne verschwindet.
Aber ich vergesse gar nicht gern, dass ich an der Ostsee bin, nirgendwo sonst ist man so frei. Der Strand ist breit und Möwen schreien. Der Sand wird um die Mittagszeit sogar noch etwas warm und man kann mit nackten Füßen den Strand entlanggehen. Die Frage, warum, gerade der Blick über die Ostsee solch ein Aufatmen ist, Durchatmen, Kraftsammeln, beschäftigt mich eigentlich schon immer. Kein anderes Meer gibt mir das. Das Mittelmeer, das warm ist, der Atlantik, der wild ist, gaben mir dieses Gefühl nie. Vielleicht ist es einfach so, weil ich die Urlaube der Kindheit dort verbrachte und es von meinem Vater immer zelebriert wurde, an die See zu kommen. Man hieß sich selbst dort willkommen. Wir stiegen aus dem Auto und rannten fast durch den Wald, über die Dünen und da war sie dann, die Ostsee. Wir blieben stehen, atmeten durch und liefen los, durch den Sand und schrieen Ooostsee!

Ich habe viel fotografiert, viele Möwen, Muscheln, den Hund, meinen Sohn. Ich habe nicht viele Muscheln gesammelt, das mache ich andermal wieder.

Dienstag, Oktober 09, 2007

Dunkel

Dies ist das Bild mit vielen Geschichten. Es heißt" Face your Fears" oder "im Düsterwald" oder auch "fragile" oder....

Wieder Dank an die Künstlerin!

Montag, Oktober 08, 2007

Sleep with Butterflies

mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin

Ein Tag in der Fremde

Ich war in Neuwied, ich war ich Koblenz, ich war in Köln und Selters und im Westerwald, ich war drei Tage lang richtig weg.
Und ich war sogar an einem Berg, der hat einen niedlichen Namen, er ist bei Koblenz, sehr hübsch ist es dort. Es gibt sonnendurchschienene Buchenwälder und man kann eine fein vermessene Strecke von 6 km dort laufen. Aber der Name des Berges ist wirklich irreführend, es ist der Hasenberg, den wir gehässigerweise bei der zweiten Runde umgeauft haben, er trägt nun den unheilverheißenden Namen The KillerKarnickel Mountain.
Er bricht das Genick, also mir hat er es gebrochen, aber schön ist es dort, man kann es kaum fassen. Der Weg schlängelt sich Gemütlichkeit vortäuschend um den Berg herum, bis man dann vor der "Wand" steht. Puh, wie weit mag es sein, es ist nicht weit, aber weit genug für Laufen in den Bergen ohne Üben. Es ist furchtbar, furchtbar, dass ich da nicht hochkomme.
Ja, wir haben viel gelacht und ich rief hier und da: Schau mal, wie schön. Und Daniela sagte: Ja schön! Nur die geplante dritte Runde, die haben wir gestrichen und uns lieber der Fotografie im Freien gewidmet. Da war es auch schön, es gab einen Weg mit Herbstfarben, einen Radfahrer mit einem wohlerzogenen Vizsla dabei und später einen Film auf dem Sofa. Es war ein Traum.


Freitag, Oktober 05, 2007

Moosgrün




Dieses Bild heißt Moosgrün, denn es ist moosgrün. Das kommt von dem unglaublich grünen Moos an dieser Stelle am Gohlitzsee. Es ist ein ganz festes, sozusagen kurzhaariges Moos, das eher einem dicht gewebten Perserteppich gleicht als einem industriell gefertigten Flokati. Ja, es istt ein ganz fein und dicht gewachsner edler Perser, farbecht, von vielen kleinen Wurzelchen getragen, langlebig, man kann sogar große Kiefern darauf abstellen.

Neues vom Carl










Schlaf bewacht

Donnerstag, Oktober 04, 2007

Die Möwe und mein Herz

Hin gen Norden zieht die Möwe,
Hin gen Norden zieht mein Herz;
Fliegen beide aus mitsammen,
Fliegen beide heimatwärts.

Ruhig, Herz! du bist zur Stelle;
Flogst gar rasch die weite Bahn -
Und die Möwe schwebt noch rudernd
Überm weiten Ozean.


Von Theodor Storm, dem Dichter des Nordens für Menschen im Norden und für mich.

Ich habe alle Novellen von Storm gelesen, am lebhaftesten vor Augen habe ich die Geschichte von der alten Hansen, sie ist eine alte Frau, die in ihrer Jugend einen Mann liebte, der in seinen Gesellenjahren in den Süden Deutschlands kam. Er wollte immer heim und zu ihr zurück um mit ihr das Glück zu finden und immer hielt ihn die Pflicht weg von der Hansen und der Heimat. Er kommt heim, als er alt ist und die Hansen gerade ein paar Tage tot. Er hatte Wünsche aber einen anderen Platz im Leben einnehmen müssen. Das ist schicksalsschwer. Der Sänger des Nordens singt oft von Schicksal, nie verzeifelnd, sondern notwendig.

vom Hund

Heute war der Hund verschwunden, welch Aufregung. Alle fuhren wild mit dem Rad durch das Dorf, der Hund ist weg, Carlchen, komm her. Er ist doch wirklich ein frecher Hund, der sich sein Leben einfach herausnimmt wie es ihm gefällt aus der großen Kiste des Tages. Friedrich hat ihn wieder gefunden, nun schläft er im Bett und sieht ganz selig aus.

Mittwoch, Oktober 03, 2007

Sommertraum



Beim Kramen in alten Bilder trifft man vor allem auf Erinnerungen an vergangene Sommer. Dieses hier erinnert an den Sommer 2005, er träumt am Meer und ich habe ihn erwischt. Oder aber er wusste, dass ich ihn fotografieren will und hat absichtlich zu träumen begonnen, oberflächlich.

Montag, Oktober 01, 2007

Ausstieg in Kreuzberg

Wenn man nach 15 Kilometern bei einem Marathon aussteigt, dann ist das so, als sei man gar nicht losgleufen. So jedenfalls fühlen sich im Ziel die ersten 15 km in der Erinnerung an, so fand ich das. Wenn man aber nach 15 Km aussteigt und das schon vorher weiß, dann ist es was anderes, für einen selbst ist es was anderes.
Der Km 15 beim Berlin Marathon ist in Kreuzberg, direkt an der U-Bahnstation Schönleinstraße. Es gibt dort Cafes und türkische Bäckereien, bei denen ein Gebäck im Schaufenster liegt, das aussieht wie die Churros, die ich in Madrid in die dicke heiße Schokolade tauchte. Danach ist mir jetzt aber nicht, nach 15 Kilometern laufen habe ich keinen Hunger.
Ich weiß hier, dass ich sicher noch etwas weiter gekonnt hätte, bis zum Halbmarathon-Tor vielleicht sogar, aber es sprach einiges dagegen. Vor allem, dass ich Lars, der bei Kilometer 14 auf mich warten wollte, nicht gesehen habe und das machte mich unruhig, ich gehe nach den Zeitmessmatten bei Kilometer 15 also von der Straße auf den Gehweg und versuche ihn anzurufen, er kann das Klingeln nicht hören, denn da, wo er steht, und das weiß ich ja, ich bin gerade daran vorbei gelaufen, ist es laut, es spielt eine Band auf einem LKW. Hm, was bleibt nun? Ich muss zurückgehen, damit fällt Weiterlaufen aus.
Egal, es war ja eh eigentlich so gedacht, dass ich nicht weiterlaufe. Aber wenn man noch könnte, so ein bisschen eben, dann tut man es nicht ganz so leicht. Egal.
Was noch für diesen Ausstieg spricht, sind die Schuhe, meine Schuhe sind hinüber, sie haben schon im letzten Jahr den Marathon überstanden. Mir tun die Füße weh, die Dämpfung ist nicht mehr vorhanden. Es ist doch auch wirklich unüberlegt und idiotisch von mir, diese Schuhe gewählt zu haben, nur aus Nostalgie und der alten Erinnerungen wegen. Mir tun die Füße weh. Aber sonst geht es mir gut.
Es war ein guter Lauf und das war nicht unbedingt zu erwarten. Im Starblock traf ich Kollegen, ich war nicht allein, hier in diesem großen Startblock H, ich lief nicht allein los, machte mich aber bei Km 2 von den Kollegen frei, weil ich gerade heute mein Tempo laufen wollte, bei Kilomter 6 sind wir alle wieder auf natürliche Weise zusammen und lassen uns bei Km 8 dann quietschvergnügt fotografieren. Hier bei Kilomter 8 steht auch Lars, schaut mich an, wie es mir wohl geht. Wie weit kannst du noch laufen Mandy, fragt er, ich sage, wir sehen uns am Kottbusser Damm. Gut, dann sehen wir uns bei Km 14. Ja, das tun wir...So war Berlin. Es war sein Debüt als mein Begleiter bei einer großen Laufveranstaltung und er hat es gut hinbekommen. Am Tag vorher lief er sgar mit mir ins Olympiastaion. Wer hätte das gedacht. Sicher, es ist ein bisschen anders, denn es ist nur für mich, nicht für ihn aber er tat es gern und ich habe mich gefreut.

So war Berlin. Ein toller Start, ein schöner Lauf, ich war Reiseführer und hatte Begleitung.

Montag, September 24, 2007

ein Lauf

Ich laufe wieder mehr. Hier auf dem Dorf laufe ich durch den Wald, versuche Blicke auf die Seen zu erhaschen, was nicht immer leicht ist. Mein Hund weiß noch nicht recht, was es bedeutet, wenn ich sage: Carl, wir gehen laufen udn die Schuhe schnüre, aber das kommt noch.

Wenn ich meinen Lieblingsweg laufe, dann beginnt der Weg beinah unerwartet vor der Haustür und führt die Straße entlang, an der lachsfarbenen Kirche vorbei über die neue Brücke über den Emsterkanal, immer gerade aus, linker Hand ist die Feuerwehr und rechterhand Gartenzäune mit kleffenden Hunden. Da muss man vorbei und dann kommt man nah an die Autobahn, die hier allgegenwärtig ist. Aber neben der Autobahn, da beginnt der Kiefernwald, der in diesen Tagen sonnendurchflutet ist und würzig riecht, nach Holz und Pilzen.
Ich laufe hinein und bin im Forst, das bedeutet, dass es lange gerade, recht gut ausgebaute Wege gibt und ich weiß nicht immer, wie weit sie führen, lass mich überraschen und biege ab, wenn der Weg gut und sonnig aussieht. Es gibt eigentlich nicht so viel zu sehen, Kiefern, Gras, ein paar Blumen am Wegrand, wenn es lichter wird.
Im Moment blüht die blaue Ochsenzunge und entführt meine Gedanken in russische Märchen und in das weit entfernte Tibet, wo die in meinen Augen schönste blaue Blume blüht, der blaue Mohn, sie spiegelt den Himmel wieder und die Unendlichkeit und genau das macht blau in einem Garten so zauberhaft, dass die Himmelsweite auf der Erde blüht. Dann führt der Weg einen weiten Bogen entlang und ich komme an einem kleinen Teich vorbei, es riecht hier moorig, etwas faulig, das gefällt dem kleinen Hund und in excellenter Vorstehhaltung, die Vorderpfote angezogen beobachtet er das Treiben der paar Enten. Er ist schön und dieser Weg ist schön, der zwischendurch auch Buchenkathedralen zwischen den Kiefern bot.
Doch der schönste Teil des Weges kommt erst jetzt, endlich geht es am See entlang, an dem kleinen Tisch für Ruhepausen vorbei, der See liegt etwas tiefer und ie untergehende Sonne spiegelt sich und vermehrt das Abendrot. Lehnin liegt auf der anderen Seite des Abendrotes, nur zu zu ahnen, hier ist das Land alt.
Es gibt einen schönen Ausblick nah am Wasser, an dem ich gern verweile, den Hund trinken lasse, tief atme und die Ruhe einsauge. Dann kommt nur noch der Rückweg, an den Lauben vorbei ins Dorf hinein, rechter Hand die Feuerwehr und dann über die Brücke über den Emsterkanal, dort liegt jetzt ein kleiner Kahn, noch an der lachsfarbenen Kirche vorbei...nach hause. Der Hund ist müde und ich bin zufrieden. Viele Gedanken, wenige Bilder. Manchmal vermisse ich Potsdam, nein fast immer, nur soviel gedacht habe ich nicht an Märchen und Tibet und Blumen. Dafür sah ich mehr, an das ich nun denken kann oder muss.

Volksliedchen



Wenn ich ein Vöglein wär, und auch zwei Flügel hätt',
flög ich zu dir.

Weil's aber nicht kann sein, weil's aber nicht kann sein,
bleib ich allhier.


Mittwoch, September 19, 2007

Louise Odier



Louise Odier im Herbst,

es sind die letzten Blüten vor der dunklen Jahrszeit. Nun wird nur noch Kraft gesammelt für ein neues Jahr. Im Frühjahr werde ich sie bis kurz auf den Boden zurückschneiden und dann kann sie sich neu entfalten, mit frischem gesundem Laub und kugelrunden Bourbon-Blüten in süßem Duft. Sie ist so gut. Ich erinnere mich an das Jahr ihrer schönsten Blüten, ich saß auf dem Balkon, es war kühl und ich in eine Decke gehüllt, noch früh am Morgen war es und in Wolken zog ihr Duft zu mir herauf, so dass ich immer hinunterschaute, ob nicht jemand die Blüten schüttelt und den Blütenstaub zu mir heraufpustet, ich weiß noch, dass ich lachen musste über diesen Gedanken und ich weiß noch, dass ich auch damals gerade schrieb, mit einem Bleistift in ein Buch.

Montag, September 17, 2007

zu Carlchen und zu Kalman

Als Kalman damals zu mir kam war es Januar, es war ein bitterkalter Januar und er wollte nie raus gehen, er war sehr dünn und hat immer gefroren, erst im Frühjahr, ab März war er gern und viel im Garten. Kalman war mein erster Hund, der erste Hund, der sich mir anschloss, der bei mir war, das wird immer so bleiben, er ist sozusagen der erstgeborene und alle nachfolgenden müssen sich mit seiner Genialität, Ausstrahlung, seiner Intelligenz messen. Carlchen muss das auch.
Oft stehe ich und seh diesem Racker zu, der anders ist, so anders. Er ist mutiger, ohne Zweifel mutiger, macht oft sein Ding, hat gern mal seine Ruhe vor seinen Menschen. Er hat noch keinen Verlust erlebt. Langsam wird aber auch ein Vizsla aus ihm, endlich wird die Nase rosa, ich dachte schon, es hat sich ein Ridgeback im Stammbaum verirrt, weil die Nase so dunkel war, aber nun wird alles gut und die Nase eben rosa.
Als Kalman etwa 8 Monate war, nahm ich ihn auch auf Strecken über 10 km zum Laufen mit, er lief voraus, hatte aber längst begriffen, worauf es ankam. Spürte er Asphalt unter seinen Füßen, kam er beifuß auch wenn ein Spaziergänger, Radfahrer oder ein Auto kam, lief abseitig oder hinter mir, es war genial und beeindruckte Frank bei seiner ersten Begegnung mit diesem Hund. Er ist eine Augenweide, ein Eye-Catcher, ein tolles Tier, bis heute. Selbstverständlich.
Und nun habe ich in Carlchen eine neue Herausforderung. Vieles fällt mir leichter, ich habe nicht mehr so viel Angst etwas falsch zu machen, den Hund zu verderben und so hat es auch Carlchen sehr viel leichter. Ich finde ihn auch toll. Er schläft gerade in Friedrichs Bett, er ist ein Langschläfer, wie Kalman, der früh aufstehen auch nicht recht mag. Ich bin gespannt, was alles aus ihm wird und freue mich, dass ich das begleiten darf...und ohne ihn wäre ich traurig.
Ich wiederhole es mir gern: er schenkt Freude, neue Freude. Er hat mich nun schon zum Laufen begleitet, 5 km gehen schon, das sind gerade 35 Minuten, das kann er prima und findet es herrlich, geht sogar an der Leine beifuß und dass er Sichtkontakt im Freilauf halten muss, wird er auch noch lernen (müssen). Ich spiele dann Verstecken, läuft er zu weit vor, dann bin ich verschwunden, so hält er ganz von selbst den Sichtkontakt, passt auf, ob ich noch da bin. Kalman mag dieses Spiel gar nicht, Carlchen schon, er findet mich auch viel schneller als Kalman es je tat, er rannte eher in Panik den Weg zurück ohne tatsächlich zu suchen. Jaja Hunde, meine Hunde ich habe sie wirklich lieb.

Mittwoch, September 12, 2007

Neue Freude

Beinah 3 Jahre hat Kalman fast alle meine Wege begleitet. Das hat nun aufgehört. Auch Hunde haben ein Herz, das sich entscheiden muss, und er hat seine Wahl getroffen, das muss ich natürlich akzeptieren und ich achte ihn nur noch höher in seinem Wesen, dass er eine Wahl traf. Aber ich vermisse ihn, ich vermisste ihn sehr schnell und wusste genauso schnell, das ich ohne Hund, ohne Magyar Vizsla nicht sein will, ich will wieder einen Vizsla haben, der mich begleitet und den ich lieben kann, der großartig werden würde.



So kam Karl, eigentlich Charlie von der Altmarkperle vor etwa 4 Wochen in mein, ja in unser Leben und schenkt Freude. Er ist ein wunderbarer Vizsla mit Witz, Charme, einer großen Portion Frechheit und der Weisheit und Würde seiner Rasse. Er ist jetzt 4 einhalb Monate alt, bewies im Heimischwerden großes Talent, ist unglaublich ungestüm und neugierig. Ein Baby eben, das nach wenigen Stunden Sofa, Betten und Herzen erobert hatte. Und jetzt gibt es erste Fotos von ihm. Sie sind nicht richtg scharf, oft sit er schnell unterwegs udn schwupp di wupp am nächsten Ort oder aber es sit eigentlich zu dunkel für ein ordentliches Bild. Aber seine Liebenswürdigkeit ist doch erkennbar.



Er ist toll! Ich zeige erstmalig Karlchen, König des Majoranhains und Kronprinz auf dem Sofa vorm Kamin!

Samstag, September 08, 2007

Back to Business

Ich weiß jetzt mehr über die Perle de Blanches. Ein heißes Bad und eine Gartenzeitung gaben Aufschluss über diesen Schatz der alten Rosen. Sie ist eine Bourbonrose und die Beschreibung klingt verlockend. Alte Rosen sind verlockend, sie duften süß, sie bergen ein Geheimnis und die Perle de Blanches tut es wohl auf ganz besonders bezaubernde Weise. Sie blüht in einem Perlmuttrosa auf und wird dann mit dem Öffnen der dichten Blütenblätter immer bleicher, aber das Innere bleibt verschlossen und gleicht einer weißen Perle. Wunderbar, einfach wunderbar. Ein Symbol von Jungfräulichkeit freilich, sie ist süß und bleibt verschlossen.
Aber das allein erklärt noch immer nicht mein Interesse an dieser Rose. Sie erträgt wohl die raue Wetterlage Schleswig Holsteins, sie wird schnell bis zu 3 Meter hoch, bleibt dabei schlank und hat recht gesundes Laub….bei guter Pflege. Doch die raue Wetterlage Schleswigs, naja die lässt sich noch immer nicht mit den oft trockenen harten Frösten unserer brandenburgischen Steppe vergleichen…und der Sandboden eben, der ist doch eine Krux.
Im nächsten Jahr möchte ich ihr gern ein Zuhause geben hier, es mit ihr versuchen.
Noch wunderbarer ist aber, dass ich dort in der Wanne lag, die Zeitung weglegte und dann sprach ich vor mir hin:

„Perle de Blanches“ „Souvenir de la Malmaison“ „Fantin Latour“ „Duchesse de Rohan“ „Maidens Blush“ „Marechal Niel“ „Himalayan Musk“….

Die weiße Perle schloss eine Tür auf und es plauzten und kullerten die Namen heraus und die Erinnerung, dass ich wenn ich alt bin, eine Gärtnerin sein werde mit einer wunderbaren Sammlung historischer Rosen und dass ich das will und ihnen Gesellschaft verschaffe, Storchschnabel, Margaritten, Phlox, Lavendel, Thymian, Schleifenblume….
Meine Gedanken beginnen sich in alten Bahnen zu bewegen. Also werde ich loslegen. Nächste Woche kaufe ich Frühblüher, ganz viele Schneeglöckchen, Blausternchen, Märzbecher und Krokusse und bringe sie in die Erde. Das wird ein Frühlingsfest geben. Eigentlich lebt man so immer in der Zukunft, man bereitet ständig die Zukunft vor. Im Herbst den Frühling, im Frühling den Sommer und Herbst und im Winter ruht man eben und wartet auf die Blumen und ich warte mit und gestalte wieder mit.

Donnerstag, September 06, 2007

Musik

Solo, ein Musikstück eben

Es gibt für alles Musik. Dieses Stück habe ich gestern im Auto gehört. Ich habe kein gutes Gehör für neue Stücke der Charts oder so, weiß also nicht, ob es alt oder neu ist, aber es passt gerade. So irgendwie und Nina Hagen ist nur zurückgenommen verrückt.

Sonntag, September 02, 2007

Pflaumenkuchen

Pflaumenkuchen, es muss der Pflaumenkuchen sein, der mich wach hält. Heute nachmittag aß ich zuviel davon aber er war so frisch und lecker und meine Oma hatte ihn gebacken. Sie freut sich immer so, wenn ich viel esse. Aber nun hält er mich wach.
Noch ist Sonntag der 2. September. Heute war Alsterlauf in Hamburg, mein Hund war wahrscheinlich auch kurz da auf dem Rückweg von der Ostsee. Ich kann mir vorstellen, welche Freude er hatte am Strand.
Ich habe gefrühstückt mit meiner Familie und dann bin ich ins Auto gestiegen und bin mit dem kleinen Hund an den Gohlitzsee gefahren, die Kamera um den Hals gehängt sind wir losmarschiert, am See entlang. Es gab sehr grünes Moos zu sehen, Wasser und Schilf im Wind. Wenn die Fotos was geworden sind, stelle ich auch mal wieder welche hier ein, aber mit einer manuellen Kamera muss man warten auf die Ergebnisse, geduldig warten.
Dieses erste Septemberwochenende wird wohl für immer etwas besonderes für mich sein. Es ist das Havelbergwochenende, ich war dort auf dem Trödelmarkt. Einen sehr kleinen aber schönen Teller habe ich zum Schluss nach hause getragen, es passen gerade 3 Oliven rauf, er ist von Myotts. Ansonsten war es enttäuschend, keine Schätze nirgends für mich zu finden. Vor zwei Jahren habe ich hier für Helga eine schöne alte Mandelmühle als Mitbringsel gekauft. Gestern aß ich dafür Kirmeseis "Eis wie Sahne" und dachte dabei an die Menschen im Norden, ein bisschen, dann habe ich mich geschüttelt, den Mann an meiner Seite angelächelt und nach vorn geschaut.
Havelberg ist was besonderes, nicht einfach Trödelmarkt, es ist ein individueller Raum, es treffen sich Freaks zum Feiern und eben....trödeln und Geschäftemachen in einer gesetzesfreien Zone. Irgendwie ist es Zone, der Staat existiert nicht, man handelt an ihm vorbei, vielleicht kann man dieses befriedigende Gefühl nur als Mensch aus dem Osten haben, ich glaube, nur hier empfindet man Gesetze, Vorschriften, Regeln als so bedrückend, weil die Staatsmacht immer als drückend und Rechte beschneidend wahrgenommen wird. Und so genießt man hier auch am ehesten das Draussenbleiben, Fernbleiben des Staates. Vielleicht ist es aber auch ganz anders und diese Gedanken sind auf das Rumoren des Pflaumenkuchens in meinem Bauch zurückzuführen.
Was ich sagen wollte ist aber, dass das Wochenende was besonderes ist, denn ich fuhr vor zwei Jahren von Havelberg nach Hamburg und in diesem Jahr fuhr er auch wieder nach Hamburg in anderer Mission und ich blieb auf halber Strecke, drehte um und fuhr zurück und dass es wohl recht so ist. Daran denke ich.

Mittwoch, August 29, 2007

Mut

Einmal im Leben würde ich gern mutig sein, ich glaube auch, dass ich das könnte, aber leider weiß ich nicht genau, was ich dann mit dem Mut machen würde. Was macht man eigentlich damit.
Ich bin Marathon gelaufen, ich bin in den Bergen gelaufen, ich habe meine Familie verlassen, ich habe einen Mann wahnsinnig geliebt und ich habe mich zum Schluss erschreckt und dann bin ich zurückgegangen. Was davon war eigentlich mutig?
Vielleicht könnte ich einen gewagten Gartenplan für die 4000 qm Land um das Haus entwickeln und dann vor allem einfach umsetzen. Dabei könnte ich so übermütig sein, nochmals viel Geld in Rosen zu investieren, ich könnte so mutig sein und endlich mal wieder die Bücher aufschlagen und ins Gedächtnis befördern, welche Rosen eigentlich halbwegs mit dem verdammten Streusand Brandenburgs klarkommen, denn ich habe es vergessen. Ich bin nicht mal mutig genug, jeden Tag die jämmerlichen Überreste des einst geliebten Garten zu besehen. Ich glaube, es braucht Mut, einfach anzufangen.
Ich nehme gerade Abschied und nach dem Abschied kommt was neues, das wissen wir alle längst von Hesse. Naja.
Aber nun, was ist übrig: es ist Majoran übrig, der Majoran, den ich einst aus dem Aldi-Regal rettete, der hat den Garten ganz und gar für sich beansprucht. Das freut natürlich die Schmetterlinge, aber so geht das einfach nicht. Mehr gibt es gerade nicht da draußen, ach doch, die Fetthenne beginnt schon, sich rosa zu färben und ein Highlight, ein Hoffnungsschimmer ist da: Die Louise Odier blüht zum zweiten mal in diesem Jahr, wie zur Begrüßung. Ihr Laub sieht jämmerlich aus.....aber ich will mich selbst zitieren: Ich habe zärtlich Pferdemist um ihren Stamm drapiert, von Hand gegossen und zu ihr gesagt, sie soll Mut haben und dass es schon wieder wird.
Es wird schon wieder! Bald!

Samstag, August 25, 2007

keine Ferien

Noch ein paar Minuten, dann gehe ich mal raus in den Garten, ich möchte die Rosen, die noch oder wieder blühen fotografieren. Dafür bin ich doch hier. Ich habe die Rosen, die es noch gibt notdürftig versorgt aber ich fühle es, es ist alles verloren, ich kann nicht mehr barfuss gehen und ich kann nicht mehr so sehen wie früher. Ich reiße mir den Menschen aus dem Herzen, den ich geliebt habe. Das tut sehr weh, vielleicht tut es mir mehr weh als ihm. Wie trifft man Entscheidungen, ich weiß es nicht, ich bin im Moment ein Plastikwürfel, ein grüner Plastikwürfel der allein in die Luft geworfen ist und keiner fängt ihn. Draußen scheint die Sonne. Ich würde gern Kaffee kochen, aber nein, ich tue es es nicht. Wie tut man das richtige? Ich weiß es nicht, aber die Naivität, die das Nichtwissen so schmerzfrei hielt, die ist weg. Ich will nicht mehr da sein, ich will nicht mehr da sein.

Mittwoch, April 18, 2007

des Nachtens nur halb gedacht

Gestern sah ich, dass der Flieder schon blüht. Blass violett.
Ich fuhr mit dem Rad an der Hecke vorbei, die an dem Wegrand der Brache zwischen dem alten Militärgelände und dem Jungfernsee steht. Da stand er. Ich hatte ihn vergessen.
Es ist seit Wochen trocken, nicht warm, aber der Ostwind holte die letzte Feuchtigkeit aus dem sandigen Boden. Der Weg war also möhlig, ich schob das Rad die kleine Anhöhe hinauf und es war wie im Garten meiner Großmutter, viel Sand und Möhle mit Flieder am Zaun und erst der Flieder an der Kirche, der ist weiß. Wie konnte ich ihn nur vergessen.
Ich habe den Frühling nicht gesehen. Als vor einiger Zeit die Blausternchen am Ruinenberg blühten, da habe ich noch gedacht, dass es so immer war, wenn der Frühlig beginnt, habe nach Luft geschnappt und dann wohl die Augen zugemacht.
Ich will versuchen, die Augen wieder aufzumachen, denn wenn ich nicht hinschaue, vergesse ich vielleicht auch noch all die anderen Blumen. Es wäre ein Jammer, die Margeritten zu vergessen. Es wäre ein Jammer. Aber bis zu den weißen Unschuldsengeln im Sommerwind ist es ja noch ein bisschen Zeit.

Ich lese hin und wieder die Sackville-West, im Frühlingsgarten und es ist wirklich wie eine Erinnerung an etwas, das einen mal betraf. Ich sehe sie in Ihrem Gewächshaus sitzen, schreibend, hinausblickend, in die Ferne schweifend und so voller Verständnis für die Sträucher und Blumen, das wesentliche und den Nutzen für die Schönheit eines Gartens
erfassend. Das Bild verschwimmt mit dem der Elisabeth von Arnim, die nichts vom Gärtnern verstand aber ihren Garten liebte...und ihn doch eines Tages verlor...dann aber lege ich das Buch doch weg, weil es müßig ist und ich so müde. Beide Frauen trugen lange Kleider.

Sonntag, April 01, 2007

Black Devil

Ich habe etwas gekauft. Es ist schwarz, leicht, ungemein schnell und es ist ein Fahrrad. Ich freue mich auf die Touren, die da kommen. Wir zwei passen einfach zueinander, das Rad hat sich so unverhofft zum Kauf angeboten, ich konnte nicht widerstehen. Es ist so, so ganz ohne SchnickSchnack und das was dran ist, ist vom Besten.



Naja, der Name kam halt so in den Sinn, nicht sehr einfallsreich, aber zutreffend:
Black Devil habe ich es getauft.

Samstag, März 24, 2007

Meeresfrüchte



Selbstverständlich gibt es bessere Marktfotos. Dieses hier gibt aber "mein Oh schau mal, toll" wieder. So habe ich einfach auf den Auslöser gedruckt und freue mich nun über die vielen Farben, die ich sah. Nun noch zur Erklärung, das Bild ist auf dem Fischmarkt in Barcelona aufgenommen.
Auf Sizilien sah ich, wie die Fischer morgens die Seeigel fangfrisch am Strand aufschnitten und ausschlürften, da hatte ich eine Wohnung mit Herd, konnte direkt am Boot den Pulpo kaufen und mit Kapern Zitronen, Tomaten und Oliven und dem aromatischen wilden Fenchel, den ich schon bei Sonnenaufgang in den Bergen gesammelt hatte, zum Mittag zubereiten. In Barcelona blieb nur der Blick. Der war aber auch toll. An einem Stand gab es Sardinen von der heissen Platte und das war schon sehr echt und einfach genug mit Brot und Wein.
Ich habe noch nichts über Barcelona geschrieben, werde das aber nachholen.

Mittwoch, März 07, 2007

Barcelona Marathon - Franks 40 / 10 / 10

40/ 10/ 10 / 3:43xx = Barcelona- Marathon

Da stehe ich nun, morgens um 8:30h mit knapp 7.300 Anderen. Mein Blick geht durch die beiden 47 m hohen Türme am Placa de Espanya. Auf der andere Seite der Stadt erstreckt sich mit 512 m der höchste Punkt der Stadt, der Tibidabo. Gigantisch. Ich frage mich, was ich hier eigentlich mache, andere feiern gemütlich ihren 40igsten Geburtstag und ich warte hier auf den Start meines 10. Marathons. Gemütlich ist anders, denke ich so bei mir.

Da geht es auch schon los. Die ersten 10km sind ein bisschen unruhig, da auch die Läufer der 10 km mit uns gestartet sind. (Km 5/ 23:xx, Km 10/ 24:xx = 47:xx min) Zudem war hier nur das Stadion, Camp Nou (hier spielt Barcelona) erwähnenswert. Kurz vor KM 10 wartet Mandy das Erste Mal auf mich. Drei Mal wollen wir uns heute sehen, so vereinbart. Nun, wo es ein wenig gleichmäßiger wird, kommen mir so einige Gedanken in den Sinn. 40 Jahre….ich lasse mir gerade mal die Zahl 40 auf der Zunge zergehen. Ich denke so zurück…da bin ich als ich 4 Jahre alt bin. Das ist so die Zeit an die ich mich zurück erinnern kann. Ich weiß, mein großer Bruder hatte oben unterm Dach eine Mansarde. Ich weiß auch noch, dass mein anderer Bruder mich mal gegen einen Schrank schubste und ich danach ins Krankenhaus musste. Heute ist er mein bester Freund…..oh, schon Km 15. Ich vergesse die Uhr zu drücken beim Kampf um ne Flasche Wasser (wird aber so um die 25:xx gewesen sein)

Inzwischen ist es schon nett warm- 17/ 18°. Plötzlich eine scharfe rechts Kurve und wir laufen auf die la Sagrada Familia zu. Gänsehaut pur. Mächtig erstreckt sich Gaudis Lebenswerk vor mir. Da kommen mir wieder meine Gedanken…ich sehe mich bei meiner Konfirmation, nur, die Kirche war nicht so groß, wie die von Gaudi. Aber, direkt am Schrevenpark in Kiel wo sich meine Jugend so abspielte. Mein Abenteuerspielplatz….erste Liebe…erste Zigarrette…erster Alkohol = Diskussion mit Papa. Den HM passiere ich bei 1:45.

Da, Mandy bei Km 22. Ich stelle fest, ich habe meine Riegel im Hotel liegen lassen. Sie fragt mich, ob ich Hunger hätte, ich verneine (eigentlich schon, sie soll doch aber nicht noch nach Riegel suchen, in dieser fremden Stadt) Wir laufen eine Schleife und ich sehe Mandy noch einmal. Kurzes „Kuss zu werfen“ und weiter. Danach müssen wir wohl etwas Km machen, auf der einen Seite Schnellstrasse, auf der anderen Hochhäuser. Nicht nur, dass diese scheinbar endlose Gerade sich zieht, nein auch die Lücken der Häuser geben der Sonne jetzt die Möglichkeit uns zu quälen. Die Lärmschutzwand gibt die Hitze pur zurück. Jetzt kann ich mir vorstellen, wie sich mein Frühstückstoast im Toaster fühlt (Km 25 / 26:xx, Km 30/ 26:xx)

Nun laufen wir zwar auf der Strandpromenade, macht aber nicht wirklich Spaß, denn bei dem schönen Wetter spielen die Kinder am Strand (oh, ich will auch!!!) und es gibt Eis. Ich falle in meinem „schlürf Schritt“. Aber, da, ich höre eine Stimme (Christian, unser Trainer hatte es bei den letzten Einheiten auf der Bahn immer erwähnt, als er mich sah) die sagt: „Schultern hoch und locker laufen, und du musst deine Füße lockern“ Ich bin brav und tue dieses. Es hilft!



Gedanken kann ich nun nicht mehr so richtig fassen. Es ist einfach zu warm. Ich freue mich nun sehr auf KM 35, denn da wird Mandy sein. Wir hatten am Abend vorher schon den Arc de Triomf angesehen. Und nun freute ich mich sehr darauf, durch zu laufen. Bei Km 35 (28:xx) war es dann in der Tat ein phantastischer Anblick. Wir laufen durch den Parc de la Ciutadella auf den Arc de Triomf zu. Hier nehme ich mir auch die Zeit ein Stück mit Mandy zu gehen und eine Trinkpause einzulegen. Inzwischen sind so 21/ 22°. Nett warm also. Ich gieße mir noch ne Flasche Wasser über den Kopf und laufe weiter.



Die letzten 7 km führen uns nun zum Glück in die Altstadt, Barri Gotic. Vorbei an der Catedral de Barcelona - wow. Gestern waren wir diese noch besichtigen und oben auf dem Dach. Ja, man kann der Kirche aufs Dach steigen. Dann ein Stückchen noch auf der Rambla, wo mir schwarz vor Augen wird (Km 38). Ich denke kurz ans Aufhören, nehme einen Müsli- Riegel zu mir, trinke einen Schluck und weiter geht es. (Km 40/ 29:xx) Nur noch 2 km denke ich. Das kannst du. Das ist von der Haustür nicht mal bis zum Klausberg. Ich muss trotzdem bei Km 41 noch einmal anhalten und was trinken. Die letzten 2 Km ziehen sich wie Kaugummi und ich stelle fest, ich fange gerade an die Zeit zu denken, wo ich Mandy kennen gelernt habe. Ich sehe Mandy noch mal bei KM 42 und schon laufe ich bei 3:43:xx ins Ziel.

Tja, und nun?

Ich hadere schon lange mit mir, ob ich noch mal einen Marathon laufen soll. Nun, ich muss wohl, denn mir fehlen ja noch die Gedanken der letzten Jahre.

Na, dann
Hasta luego


Frank

Zur Erklärung oben: 40 = 40.Geburtstag, 10 = 10ter Marathon, 10 = seit 10 Jahren laufen und eben 3:43 im Ziel.



Dienstag, Februar 20, 2007

Edle Wilde

Ich habe einen Film gesehen, einen Film mit Tom Cruise. Es war der Film "Last Samurai". Der Film war viel besser, als ich es vermutet hätte. Ich weiß nicht, ich erwarte von Filmen, die ich nicht kenne immer nicht so viel. Oftmals habe ich keine Lust, mir unbekannte Filme zu sehen, man weiß nicht, was einen erwartet und man könnte enttäuscht werden. Nun, dieser Film enttäuschte mich nicht, er überraschte mich.

Erzählt wird eigentlich die alte Geschichte vom Edlen Wilden. Der Edle Wilde ist seit der Aufklärung etabliert in der Literatur, der Oper und dem Schauspiel. Er begegnet uns in Lessings " Nathan der Weise" als Jude, als Scheich in Mozarts Oper "Die Entführung aus dem Serail" und am nachhhaltigsten in den der Edlen Rothaut der Karl May Romane. Ja und in dem Film des heutigen Abends begegnet uns der Edle Wilde in den Samurais des alten Japan.

Ich finde es immer sehr bedauernswert, wenn alte Bräuche untergehen müssen, aber es gibt manchmal eben kein Entrinnen. Man kann um die alten Ideale kämpfen, bis zum bitteren Tod und dann kann man in den Filmen darüber sehr weise Sätze sagen. mich hat ein wirklich irrer Satz bewogen, mal wieder an den edlen Wilden zu denken.

Also Tom Cruise kämpft an der Seite des letzten Samurais Katsumoto und der fragt, ob denn ein Mensch sein Schicksal abwenden könne, worauf ihm Tom Cruise eine Antwort gibt und jetzt kommt es:

Der Mensch tut was er kann, bis sich sein Schicksal offenbart.

So ist das, manchmal ist es der Tod, manchmal nicht. Ein ganzer Film um diesen Satz. Ich fand das sehr spannend. VIelleicht habe ich noch mal irgendwann die gelegenheit, dem Satz viel Zeit zu widmen, verdient hätte er es.

Sonntag, Februar 18, 2007

Vorfrühling

Wenn die Sonne scheint und die Vögel zwitschern, der Specht hämmert und auch die ersten Frühblüher ihre Köpfchen rausstrecken.....dann ist Vorfrühling. Nein, nicht im Wienerwald, obwohl, vielleicht auch da. Aber ich bin nicht da sondern wie eigentlich immer in Potsdam. Und dieser Vorfrühling in Potsdam, der nimmt geputzte Menschen und sät sie gleichsam in den Parks und Gärten aus. Natürlich werden nicht irgendwelche Menschen gesät, nein es sind vor allem Großstädter, Berliner und er nimmt reichlich. Schon am Vormittag suchten sie Parkplätze als hervorragende Ausgangspunkte für den Spaziergang entlang der Schlösser und noch immer festverpackten Wasserfontänen. Diese Menschenfülle ist beinah beängstigend, denn was soll den erst werden, wenn die Saat aufgeht und im Mai alles noch voller wird. Da mag man als Eingeborener gar nicht daran denken. Man sollte aber an Ausweichspazierwege denken. Die müssen entdeckt werden, eventuell sogar für etwaige Läufe vermessen werden. Ja und darum gab es heute einen Ausflug. das Motto: Raus aus Potsdam und auf Schlösser und Gärten nicht verzichten.

Für uns entdeckt und ins Herz geschlossen haben wir Schloss, Park und Dorf Marquardt. Eigentlich würden wir da sogar gern wohnen. Marquardt ist ein Landschloss etwa 10 km vor den Toren Potsdams. Es liegt sehr idyllisch an einem See. Es ist still dort, verwunschen. Das Schloss selbst ist noch immer nicht hergerichtet. Irgendwie ist das Schloss zwar schon entdeckt, aber niemand kümmert sich recht um diesen wundervollen Bau. Der Garten ist wie fast alle Gärten hier von Peter Joseph Lenné angelegt und fügt sich an die Feldfluren an, die wiederum die natürliche Erweiterung der Potsdamer Parklandschaft bilden. Schön ist es dort unter dem uralten Baumbestand, der wiederum überwuchert ist von Efeu und bizarre kleine Brückchen verbinden die kleinen Teiche und Kanäle. Dabei ist es so ländlich. Man betritt den Park und sieht Nachbars Hühner scharren. Es gibt auch hier ein paar Spaziergänger, aber es ist einfach unglaublich entspannt.

Das war eine schöne Entdeckung. Nun muss noch mit dem Rad erkundet werden, ob man da sogar hinlaufen kann und schwuppdiwupp hätte man eine schöne Langstrecke.

Demnächst werden die Wirtschaftsgebäude im Park ausgebaut, dann kann man da wohnen und das werde ich sehr genau beobachten. Wohnen im Park am See mit eigener Wiese. Großartiger geht es kaum. Ich gelobe, rechtzeitig die geeigneten Rosen für das Gerankel zum Turmzimmer auszuwählen.

Samstag, Januar 20, 2007

Draußen vorm Haus

Ich wollte ja eigentlich mal wieder mit der Kamera gewappnet spazieren gehen. Aber das Wetter ist so wenig einladend. Darum gibt es heute Bilder von draußen vorm Haus.
Die habe ich nämlich nur draußen vorm Haus gemacht.








Sonntag, Januar 14, 2007

Ein Traum in Rosa...

....ist die Russisch orthodoxe Kapelle auf dem Kapellenberg.

Hagebutten

Im Herbst war ich spazieren und habe ein bisschen geknipst. Die Bilder sind nicht richtig scharf, ein paar zeige ich doch mal. Hier gibt es ein Rosengebüsch mit unglaublich dunklen Hagebutten.