Montag, August 28, 2006

El Pardo

Gerade habe ich mir die Bilder angesehen, die in Madrid und El Pardo entstanden. El Pardo ist ein Landsitz, ein Schloß nahe Madrid. Dort residierte Franko und es ist schön dort. Es ist so eine Art Potsdam bei Berlin. Nein, es ist viel kleiner, es ist ein Platz mit Menschen und ein Park und das Schloß. Es gab sehr gute Patatas Bravas und Sonne auf Pinienhainen. Jetzt, wo der Sommer vergeht, lugen die Frühlingsbilder wieder hervor und erzählen von schönen Tagen im Mai.
Ein Schloß
Ein Platz mit vielen Menschen
Ein Pinienhain

Samstag, August 26, 2006

Dill

Die Bücher der Sackville-West enthalten ihre Kolumnen über Gartengestaltung. Es handelt sich also um kurze Beschreibungen von Pflanzen und die Möglichkeit, sie effektvollin Gärten einzusetzen. Natürlich bestätigte sich meine Erwartung an ihre Meinung über Rosen. Die Sätze, die sie über den Umgang mit der mal stillen, mal sehr divahaften Queen schreibt, lesen sich gut und machen Freude. Wer schon mal im Juni und Juli schwalbenumschwirrt eine Rose schnitt, kann doch wirklich kaum anderes empfinden als diesen Satz:
"An einem Sommerabend tote Rosenköpfe zu entfernen, ist eine Beschäftigung, die uns in ein ruhiges Zeitalter und in ein anders Jahrhundert zurückführt...."
Wie gesagt, dass ich dort verstanden werde, überascht mich nicht. Aber folgender Satz liess mich innerlich Luftsprünge machen. Ja ja...das denke ich auch, ich habe s auch so gemacht und das will ich gleich allen erzählen, folgender Satz also trägt Schuld am heutigen Beitrag:
"Darf ich ein gutes Wort für Dill einlegen? Ich finde Dill sehr schön, vor allem vielleicht im Haus, wo er aussieht wie feine goldene Spitzen, wie Federn zwischen den flachen Köpfen der Schafgarbe..."
Und was soll ich sagen, in diesem Jahr habe ich den Dill gemischt mit Sommerblumen in den Balkonkasten gesetzt. Dass sich das gut machen würde und diese zartgrüne Wolke mit wirklich sehr goldenen Blüten den Kapmargariten und selbst den Betunien meiner Oma guttun würden, war mir klar...so irgendwie, denn mein allererstes Gartenjahr brachte mir derzeit unglaublichen Erfolg mit einer Mischung aus Senf, der sehr gelb ist, Ringeblumen, Kapuzinerkresse und Kürbis. Alles in allem war es eine Feuermischung und damals wünschte ich, ich hätte den Dill für die Frische dazugetan. Ich wünschte mir noch mehr, war aber vor allem begeistert, wie zuversichtlich all diese einjahrigen blühten und ein sommerliches Feuerwerk veranstalteten.
Also pflanzt Dill ihr lieben Leute und werdet glücklich.

Mittwoch, August 23, 2006

Vita Sackville-West

" Der wahre Gärtner muß voller Phantasie an die Zukunft denken"

Selbstverständlich sind das Worte einer Gärtnerin, einer englischen Gärtnerin sogar, die den Anfang des 19. Jahrhunderts mit Rosen, Lavendel, Gräsern und Sträucher und ach noch viel mehr verzauberte.
Ich komme darauf, weil ich in der Stadt war und dort in einem Buchladen, der eben auch Gartenbücher führt. Und da lag es dann, nein da lagen sie, die ersten deutschen Ausgaben von Sackville-West-Gartenbüchern. Denn sie hat auch über Gärten gedacht und das dann aufgeschrieben. Vor allem über kleine Gärten in der Stadt und in den Vororten. Sie ist eine Künstlerin.
Gekauft habe ich alle beide Bücher, für mich und ein bisschen für Daniela, denn ich möchte gern ihren Garten denken. Und wenn er gedacht ist, dann möchte ich, dass gepflanzt wird und wenn alles so wird wie geplant....dann wird danach geblüht.
Es gibt einen schönen Spruch eines berühmten Potsdamer Gärtners, Karl Förster nämlich, der geht so: Es wird durchgeblüht! Dieses Konzept hat er in seinem Garten angewandt, kein Tag des Jahres verging dort ohne eine Blüte. Er war ein guter Mensch und ich kenne den Ersatzenkel von ihm und aß schon mit seiner Tochter Nudeln unter den großen Linden im Garten.
Aber die Vita Sackville-West ist die Freude des heutigen Tages. Mein Sommergarten und Mein Frühlingsgarten liegen neben mir und ich blättre sanft in den Seiten der Bücher. Ich wäre gern Gärtnerin. Was in aller Welt hielt mich davon ab, Gärtner zu werden. Ich glaube es war Eitelkeit. Ich komme aus einer Gärtnerfamilie und wollte weg von Obstgehölzen und Blumenkohl, rein in die Bibliothek, in die Theater, alte Sprachen lerenen und so weiter. Aber der Garten holt mich ein, immer wieder und eines Tages werde ich wieder Erde in den Händen haben und Pferdemist zärtlich um Rosenstämme drappieren.
Ich bin stolz auf das, was ich gärnerisch kann, mir fehlt die Erfahrung im Umgang mit den Pflanzen, die es auf de dürren Böden Brandenburgs schwer haben, aber ich glaube, dass ich Garten und Wiesen und Häuser zusammenfügen kann. Darum gibt es heute alte Fotos von mir, die sind in meinem Garten entstanden im Jahre 2004.
Ich kann dieses Fühlen, diese Dankbarkeit gegenüber den Pflanzen, die uns Freude schenken so gut nachvollziehen. Ich erinnere mich oft an einen Tag im Juni, ich lief schon, lief durch die Felder auf ein kleines Waldstück zu, dort bog ich ab und ein "Ach" entrang sich meiner Brust (ja so muss ich es sagen), denn dort wiegten sich allerliebste Margaritten im Wind, die dort sicher mit Gartenabfällen hingelangten. Es war ein so überraschender Anblick, diese weißen Blüten zu sehen vor den Kiefern und Findlingen, es war schön. Wenn man es schafft, diese Zufälligkeit im Garten zu gestalten und auch zu erhalten, ja ich glaube, dann kann man schon was. Ein Ensemble von Pflanzen schaffen, dass jeder Blüte ihren Platz schafft und im ganzen ebenfalls schön ist....

Mittwoch, August 16, 2006

Eis im Westen und Frösche im Osten

Am Wochenende war ich auf einer Kirmes, auf einer großen Kirmes im Westen, der Cranger Kirmes. ich habe gestaunt wie ein kleines Mädchen.
Denn ich komme aus dem Märkischen Brandenburg. Hier heißt die Kirmes Rummel und aller Glanz ist erstickt. Was bleibt, sind leere Karoussels und verbrannte Bratwurst für teuer Geld. Ich glaube, das hat nur bedingt damit etwas zu tun, dass die Kirmes, im Osten ist, ich glaube eher, dass die Tradition ausgelassener Volksfeste schlicht und ergreifend keineTradition hat. Rummel werden auf eher ebgelegene Wiesen oder Schotterpisten geschoben. Die Karoussels und Losbuden stehen lieblos aufgebaut da und versprechen irgendwie nichts. Hier geht man eben arbeiten, die dürre Scholle ruft, will gegrubbert und gegossen werden, asketisches streng lutherisches schmuckloseses Leben. So wie unsere Kirchen allen Schmuckes beraubt sind und nur durch die Architektur wirkt, das klare ungebrochene Licht ermahnt zu moralischem Lebenswandel...
Nun, also die Kirmes im Westen...die war großartig, es roch gut, es war bunt und laut.
Und die Menschen strömten da hin. Ich aß Kirmeseis und gebrannte Mandeln. Bei einer Apfelschorle an der Hamburger Fischkate brachte unser lieber Hund ein Gespräch mit dem Schausteller der Fischbude zustande. Treudoof gucken zaubert einem manchmal sogar Fischfrikadellen direkt in das hungrige Maul. Ich mag solche Begegnungen, die einen ganz kurz am Leben dieses wandernden Volkes teilnehmen lassen. Es ging um die Planung der Weihnachtsmärkte und die Entscheidungen, die zu treffen sind. Soll er lieber nach Berlin gehen, auf den ganz neuen Markt am Schloss Charlottenburg oder lieber in Leverkusen bleiben, da weiß er, was er hat und die Standmiete in Berlin ist hoch, es ist ein Risiko.
Ja und danach fuhren wir heim.
Unterwegs fiel mir ein, dass ich schon lange ein bisschen was schreiben wollte über Rummel in Berlin. Über das Deutsch-Französiche Volksfest, wo es Froschschenkel gab. Die habe ich fotografiert aber nicht gegessen.
Warum ist wohl Froschschenkel eine Delikatesse in Frankreich oder auch in den Po-Ebenen Italiens?
Ich glaube ja, dass es genau wie Flusskrebse in die Kategorie "Essen der Armen auf den Tischen der Reichen" gehört. Denn höchstwahrscheinlich waren die Frösche einfach eine Plage, zumindest in der besagten Po-Ebene, wo sie in Massen in den Reisfeldern lebten. Hier bei uns waren die Flußkrebse früher einfach Beifang, das was übrigblieb für die armen Fischer, und dann wurden sie berühmt und dann selten und dann eine Delikatesse. So stelle ich mir das mit den Fröschen vor. Die Bauern hatten nichts anderes zu essen als diese verdammten Frösche aus den Sümpfen und dann machte vielleicht irgend so ein Comte einen auf Einfaches Leben und ließ die Viecher seinen noblen Gästen servieren, die, angetan von dem Essen einen Kult draus bauten.
Nun, hier die Pfannen mit den Fröschen.

Sonntag, August 13, 2006

Course des Templiers

Ich bin eine Entdeckerin.
Ich habe etwas entdeckt.
Ich habe eine großartige Laufveranstaltung entdeckt und ich freu mich und bin etwas hibbelig, weil ich dort einmal laufen werde. Es dauert noch etwas, aber das macht nichts.
Der Lauf wird in Frankreich sein und er führt in einem Kurs durch die Wildnis und kleinen Dörfer des Cevennen-Gebirges. Natürlich wähle ich den Luschikurs von 18 km und himmle diejenigen an, die die harten 66 km unter den Füßen haben werden. Aber das macht nichts.
Der Lauf heißt Course des Templiers. Und neben Schauen und Staunen kann ich alle Literatur, die ich in meiner Leselaufbahn zum Thema Templer eingesogen habe, Revue passieren lassen. Das wird sicher großartig.
Ich erinnere mich an ein großartiges Buch, in dem der Weg Parsivals mit jedem Waldsteig nachgezeichnet wurde, an ein Buch über die Geschichte der Katharer, die eng mit den Templern in Verbindung gebracht wurden, die als Ketzer verschrieenen Katharer in den Vorgebirgen der Pyräneen. Ich erinnere mich, dass ich schon immer mal nach Montpellier wollte und die Wege von dort aus nachgehen und nun....hat das schöne Südfrankreich längst dafür gesorgt, hat einen Vorwand geschaffen, mich endlich dorthin zu holen, einen Lauf mit dem vielversprechenden Namen Course des Templiers.
Ich bin eine Entdeckerin.