Samstag, Oktober 18, 2008

Schlaubetal und Kiefernwald

Im Schlaubetal läuft man jetzt bald los.
Ja, es ist Wehmut da, Wehmut, dass es nicht gereicht hat, dass ich noch immer nicht ins Laufen gekommen bin, dass ich zwar viel mit meinem Sonnenbaby auf dem Rücke spazieren...ähm walken...gehe, die Zeiten aber so miserabel sind, dass auch an eine Teilnahme im Walking-Bereich nicht zu denken war. Es geht nicht alles, bei anderen geht manches besser. Ich glaube Meike hat da Lösungen gefunden, ich irgendwie nicht. Wenn ich mal wieder laufen werde, dann wird es wirklich ein Neuanfang, vielleicht ist das aber auch gut, so schiele ich dann noch weniger auf die alten Zeiten.

Ich weiß noch, wie alles anfing, ich lief los in den Schuhen meines Sohnes, um zu sehen, ob es geht und es ging gut und ich war sofort süchtig, auch wenn die Gesundheit nicht immer gut mitspielte. Die schönen Läufe in Potsdam, in Berlin, der Röntgenlauf, er so überaus überraschend und kurzweilig war.

Wenn ich mit Vincent unterwegs bin, dann verliere ich oft Tempo, es ist einfach schön, ihn auf dem Rücken zu wissen, er kuschelt sich an meine Schulter oder an den Nacken, brabbelt und brummt während ich ihm Windräder erkläre. Manchmal fürchte ich, dass diese Ungetüme für Alpträume in seinen immer noch extrem unruhigen Nächten führen. Wir erinnern uns an Don Quichote, der die Windmühlen für Riesen hielt und mit dem Schwert gegen sie kämpfte.
Vincent liebt den Wald, er liebt Blätter, wir müssen dann anhalten, damit er sich eines pflücken kann und ich muss dann aufpassen, dass er es nicht verspeist.
Er interessiert sich für alles, wenn ein Radfahrer oder gar ein Auto vorbeikommt, dann versucht er mich "beiseite" zu schieben, damit er freie Sicht hat auf die Dinge, hat die da so passieren. Das alles ist wunderschön.
Wir waren auch schon Pilze sammeln, wie Lotta zog ich los, in der einen Hand einen Korb in der anderen Hand den Hund (also die Leine), auf dem Rücken das Baby. Ganz langsam bewegten wir uns im Wald, von Pilz zu Pilz eben, Vincent schlief auf dem Rücken ein, die Sonne glitzerte durch den offenen Kiefernwald. So viel verträumte Ruhe.
Macht das alles gut. Ja natürlich tut es das. Aber gerade jetzt, wo ich an die bunten Buchenwälder im Schlaubetal denke und daran, dass ich eigentlich jetzt spätestens wieder voll da sein wollte, dann ist da eben etwas Wehmut.
Alles hat seine Zeit, und Vincent wird groß werden, zu schnell wahrscheinlich und ich werde wieder laufen, ruhiger, nicht mehr so umtriebig sicher, alle Dinge verändern sich, das ist das einzig Gewisse.


Kommentare:

ultraistgut hat gesagt…

Du schreibst es selbst - alles hat seine Zeit, jetzt ist seine Vincigkeit am Zuge, später wird es wieder das Laufen sein, jetzt erfreust du dich über ihn, seine Fortschritte - jeden Tag aufs Neue.

Kannst du dir nicht hin und wieder ein paar Stündchen " freinehmen " zum Laufen, oder hast du niemanden, der in dieser Zeit auf V aufpasst ?

Bei aller Wehmut in deinen Worten, der Optimismus ist da, und im nächsten Jahr bist du bestimmt wieder voll dabei !

Liebe Grüße an Euch beide !

trailfüchsin hat gesagt…

Ach Mandy,

ich kann Dich so gut verstehen. Du erklärst es Dir ja selbst schon richtig und trotzdem verzehrst Du Dich ein bisschen. Kenne ich gut. Zeitweise war bei mir gesundheitlich an Laufen gar nicht zu denken. Was habe ich da wehmütig tapfer meine schönen Wege abgewalkt und mir fest vorgenommen irgendwie einen Neuanfang zu schaffen. Nun habe ich ihn geschafft und bin stolz auf jeden Kilometer, den ich wieder laufe. Das schöne an einem Neuanfang ist tatsächlich, dass ich mich nicht mehr an alten Bestzeiten messe.

Genieße jeden Augenblick so wie er ist, klingt zwar abgedroschen, aber ist soooo wahr. Du machst das schon ganz richtig.

LG Monika

amandajanus hat gesagt…

Natürlich sind Texte, die man in öleichter Wehmut schreibt wehmütig. Udn ich bin auch noch ein mensch,d er am liebsten in solchen Stimmungen schreibt.

Danke Margitta und Monika!!!!!

ich will noch nachtragen: heute vormittag eine wunderbare Herbstsonnenrunde mit Vincent auf dem Rücken gegangen, etwa 4 km, es war wundervoll, sogar mit dem Hügel auf der Strecke, den ich schwanger nur japsend erklimmen konnte! heute Nachmittag 7 km mit dem Kiwa gegangen, stramm durchmarschiert....das Wetter war toll, das Baby war da, der Hund war da, es geht mir doch gut!

Ja ich bin optmistisch und ich will jeden Augenblick genießen.

hach ja!

mandy

michi hat gesagt…

Das klingt gleichzeitig traurig und voller Sehnsucht, aber auch glücklich und optimistisch. Das Walken wird Dir den Laufeinstieg sicher erleichtern. Vielleicht ist es ganz gut so, so kannst Du die Zeit, wo seine Vincigkeit noch klein genug ist, um ihn auf dem Rücken zu tragen, ganz nah und warm am Körper zu spüren, noch ausschöpfen. Schon bald wird er zu groß dafür sein und diese Zeit jetzt ist sicher sehr wertvoll. Und so kommt es bei aller Wehmut auch von Dir rüber. Genieße diese Zeit noch ein bisschen. Und im nächsten Jahr legst Du dann langsam wieder los.

PS: Was glaubst Du denn, was Meike anders macht, weshalb sie den Bogen bekommen hat?

amandajanus hat gesagt…

Naja, Michi, bei meike sit es eben so, das sie mit Jogger laufen kann, das geht hier nicht. ich aheb einen Jogger, den kann ich aber erst benutzen,w enn Vincnt größer sit, im Frühjahr vielleicht. hier sind die Waldwege nicht geeignet dafür.
Eigentlich nur das.

mandy

Anja Ridlberg hat gesagt…

Ich finde, der Herbstwald lädt schon dazu ein, etwas sehnsüchtig zu werden. Denn ein Lauf in dieser Luft mit den raschelnden Blättern unter den Füßen - welcher Läufer wird das nicht toll finden.

Und im nächsten Herbst bist Du bestimmt auch wieder dabei.

Anett hat gesagt…

Schön hast du das wieder geschrieben, Mandy.
Auch wenn du im Moment noch nicht läufst, so kannst du den Wald doch genießen. Und dort ist es zur Zeit einfach herrlich, egal ob im Schlaubetal oder in deinem Wald. Und da Vincent immer schwerer wird, legst du mit den langen Spaziergängen mit ihm auf dem Rücken schon mal eine Grundlage für den Neuanfang.

Pienznaeschen hat gesagt…

Bei aller Wehmut die in den Zeilen mitschwingt, so liegt dort auch eine enorme Liebe und Hingabe zu Deinem kleinen Mann. Mandy, genieß die heutige Zeit und die die kommen wird, wird kommen ... aber eigentlich bin ich mir sehr sicher das Du dies weißt. Genieße Eure gemeinsame Zeit im Wald!

Laufmauselke hat gesagt…

Hallo liebe Mandy, es ist sehr schade, das Du im Schlaubetal nicht dabei sein konntest. Aber es kommen sicherlich noch viele Gelegenheiten. Geh die Sache entspannt an. Irgendwann klappt es auch wieder mit dem Laufen.
Alles Gute für Dich und Deine Familie mit dem kleinen Vincling wünscht
Laufmaus Elke