Samstag, Oktober 11, 2008

Fotogeschichten 1

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Das Kramen in alten Fotos ging weiter, die Fotos wurden immer älter und da sie nicht auf dem PC rumliegen sondern im Schrank, hat Lars mal alles durchgeguckt und den guten alten Scanner bemüht und gestern abend dann gescannt und gescannt und gescannt. Ja und nun weiß ich nicht, wo ich anfangen soll.

Vielleicht in Berlin an. Ich habe zwei Jahre in Berlin gewohnt und studiert, erst in Mitte und dann im Friedrichshain und überallhin begleitete mich mein Hybiskus. Die Wohnung im Friedrichshain bestand aus einer Küche, einem Flur einem winzigen Klo und einem riesengroßen Berliner Zimmer, 8 meter lang und 4,50 meter breit und genauso hoch war auch die Decke. Diese Zimmer haben nur ein Fenster sehr groß und meins schaute auf einen ziemlich großen Hinterhof. Ich liebe Berliner Hinterhöfe, es lebt sich viel ruhiger dort und oft gibt es auch Leben. Auf "meinen" Hinterhöfen gab es immer Werkstätten, erst eine Tischlerei und dann eine Schlosserei.
Lars hatte ein Hochbett gebaut, richtig mit Treppe und den Winter verbrachten wir da oben, denn das Zimmer war weiter unten nicht warm zu kriegen. Es gab nur einen alten kleinen Bullerofen, die Küche war nur über einen Beistellherd zu beheizen, das Klo gar nicht...naja.
Mein Studentenleben dort endete am 8. Dez. 1993, ich verließ das Hochbett halb acht und fuhr mit dem Taxi in die Klinik, bekam mein Kind und kehrte nie wieder dorthin zurück. Von der Klinik zog ich aufs Land, Lars kam 2 Wochen später hinterher, der Hybiykus kam mit, leider verschied er dann irgndwann doch wie alle meine Zimmerpflanzen.

Donnerstag, Oktober 09, 2008

juchhu...Besuch!

Gott sei Dank waren Anja und Helena heute mal wieder da. Gott sei Dank, denn Anja hat phänomenal leckere Schokecookies gebacken und Gott sei dank auch mitgebracht. Die Kinder haben wunderbar mit einem schönen Pappkarton auf dem Küchenfußboden gespielt und wir konnten Gott sei dank unser Wok-Gemüse derweil verschlingen. Auf unserem Spaziergang heute hat es unglaublicherweise Gott sei dank mal nicht geregnet. Das ist wirklich ein Wunder, denn das tut es sonst schließlich immer. Und das Kaffeekränzchen im verschlafenen Lehnin war einach lustig und es gibt mittlerweile auch schon solche Errungenschaften wie Latte Macchiato mit Vanille-Aroma hier auf dem Dorf, Gott sei dank, denn nun weiß auch ich, wie lecker das ist.
Es war einfach ein schöner Tag mit den tollen Babies. Helena robbt nun endlich fleißig durch das Zimmer und das sogar im Ballkleid. Vincent rutscht auf dem Po hin und her und fragt sich noch staunend, wie das wohl möglich ist. Natürlich sind die beiden süß, vor allem, w nn sie sich das Spielzeug aus der Hand nehmen und manchmal sogar wiedergeben, sich beobachten und irgendwie auch verständigen.
Gott sei dank hatte Anja den Fotoapparat dabei, so gibt es auch mal wieder Fotos. Was für ein schöner Nachmittag!



!

Mittwoch, Oktober 08, 2008

Leni

Ich jammer nicht, ich sage nur mal, dass sowohl mein Fotoapparat caputt ist, ja der neue und mein PC mal wieder abgeschmiert ist und ich deshalb in den paar alten Fotos rumwühle, die auf dem alten PC eben so rumliegen und darum eben auch alte Fotos zeige. Das hat dann aber wirklich was von dem fast vergessenen Fotoalben rauskramen: Weißt du noch, damals in Venedig, die kalkweiße Kellnerin, die mit ner Kippe im Mund die Nudeln servierte und weißt du noch, wie heiß es war und weißt du noch...

Also heute alte Fotos: als erstes noch was von der Daniela, wir tauften es mal 'Leni'...weißt du noch, es war ein bisschen kalt und ein Fahrradfahrer kam vorbei mit einem Vizsla und ich habe mich gefreut...jaja



Dann mein lieber Kalman am Kamin, er kroch am liebsten fast rein, er war immer so fasziniert von Feuer, Carlchen ist da etwas desinteressierter, schätzt die Wärme aber sehr. Ja, also Kalman.



Ganz speziell für Anja eine Schildkröte, fotografiert im Tierpark Berlin, den vielleicht keiner besser kennt.



Und Friedrich vor 3 Jahren in Pula/Kroatien, wie fast immer auf einem Ruinenfeld...das kannte er schon...er saß auf einem Steine..

Montag, Oktober 06, 2008

Der Tag der guten Vorsätze

Ich habe etwas beschlossen, und zwar, dass ich etwas tun muss, für mich, für mich und auch für den Hund.
Ich will laufen gehen, der Plan hört sich machbar an: Ich bringe das Babykind Vincig rüber zur Oma und zum Opa, die fahren es spazieren und ich schnüre die Schuhe, schnappe den Hund und drehe eine Runde. Ich muss es nur noch mit ihnen besprechen, ein oder zwei mal die Woche wäre ja schon was. Es ist ja auch nicht nur für mich, es ist ja auch für das Carlchen, das so wieder zu mehr Bewegung kommt.
Dann habe ich beschlossen, das mal wieder Farbe auf den Kopf muss, vielleicht ein apartes rehbraun oder verruchterweise ein bisschen Rotstich. Warum, naja, ich finde es sehr traurig aber es lässt sich nicht leugnen, ich kriege schon graue Haare. Anfangs sah ich sie alle paar Monate, dann alle paar Wochen und nun alle paar Tage, ich zupfe sie nicht mehr raus. Ich werde nun einfach die chemische Keule ansetzen, ha, die werden sich wundern.
Ich habe natürlich auch beschlossen, mich nach jedem Duschen einzucremen und vielleicht mal ein tolles Öl zu verwenden. Ich habe darüber hinaus beschlossen, dass ich zur Erfüllung dieses Vorsatzes NICHT neue Cremes und Öle kaufen werde, denn da der Vorsatz schon des öfteren den Weg in mein Tagesbewusstsein schaffte, und ich ihn damit erfüllte, schöne Dinge zu kaufen, ist der Schrank voll davon.
Ich habe beschlossen, das Müsli vom Sommer zu essen und mehr zu trinken, mein bisschen babyfreie Zeit nicht nur vor dem Rechner zu verbringen, zumindest abends nicht, sondern mal eine Häkelgardine anzufertigen, das klingt verrückt, naja, ist es auch, aber meine holländische Küche entbehrt noch des Stoffes und so dachte ich mir, ich könnte mal was nützliches anfertigen, kann ja ruhig Jahre dauern.
Ich werde keine Schokolade kaufen und Kekse auch nicht, dafür werde ich mehr Blumen ins Haus holen und die Bücher vom Staub befreien. Das ist ja auch für mich, ich mag Ordnung wirklich sehr und Sauberkeit auch, der Wohlfühlfaktor steigt immens, nur ist es eben nicht immer leicht.
Das letzte Nutellatoast meines Lebens ist gerade verdrückt, das kann ja heiter werden. Aber das mit dem Laufen, und den Haaren, das will ich wirklich.
Jawohl!

Sonntag, Oktober 05, 2008

Herbst, wie du die Blätter färbst!


Ist zwar schon ein Jahr alt das Bildchen (Herrgott, wie die Zeit vergeht, so jung kommen wie nicht wieder zusammen, wann sieht man sich mal wieder?) nur der Herbst kommt ja alle Jahre wieder, nicht wahr.

Dienstag, September 30, 2008

grün poliert

Ab und zu erstehe ich ja auch noch Vasen, Teller und andere Kleinigkeiten. Ein schöner Schnapp, wenn auch sicher nicht jedermanns Geschmack ist diese grüne Vase, nicht besonders alt, aus den 40-ern des letzten Jahrhunderts. Dieses grün mit dem dunklen Blau des Lavendels finde ich einfach grandios. Die Glasur wirkt wie polierter Stein, sie glänzt einfach schön und ein bisschen schräg, eben britisch schräg ist die Farbe auch.



Mit dem Bild links an der Wand schäkert Vincent im Moment viel. Ich hoffe, der alte Goethe fühlt sich geschmeichelt.

Montag, September 29, 2008

zur Taufe

Sehet zu, dass keiner Böses mit Bösem vergelte; sondern allezeit jaget dem Guten nach, untereinander und gegen jedermann.

1.Thessalonicher 5, 15

Das ist der Taufspruch und getauft ist Vincent auf den Namen:

Adelbert Vincent Immanuel



Nicht nur das Kleid war hübsch und das Kind darin. Der ganze Tag war schön. Die Zeremonie in der Kirche war einfach und die Predigt sprach vom Irren und dem Wiederfinden des richtigen Weges, von Jonas im Walfisch. Die Geschichte fanden auch die Kinder spannend.
Die Sonne beschien eine schöne weiß gedeckte Tafel auf der Wiese vor dem Haus. Das Essen, von mir und der Oma selbst gekocht war köstlich und ausreichend...jaja, das hat mir Sorgen gemacht. Der Kuchen am Nachmittag war frisch und die Gäste waren alle entspannt. Es war ein Spätsommertag wie in der Werbung für einen Camembert (oder war es Frischkäse), die Familie scherzt beim Verteilen der Käsescheiben und findet das unterhaltsam.
Vincent hat einen Baum geschenkt bekommen, eine Mirabelle, er wurde vor's Haus gepflanzt, es trafen sich ja Gärtnerfamilen und so wurde beim Zuschippen des Pflanzlochs und Festtreten und Angießen über das Gedeihen der Obstbäume im Allgemeinen und diesem im besonderen philosophiert und was auch schön war: um vier Uhr war alles vorbei. Alle gingen zufrieden heim und der Tag war aus.

Sonntag, September 28, 2008

mit Uroma im Kleid

Meine liebe Oma mit Vincent ganz frisch ins Taufkleidchen gesteckt

Montag, September 22, 2008

Sonne und Meer

Als mein großer Sohn ganz klein war, da dachte ich, ich will auf keinen Fall ein zweites Kind, denn nie wieder würde ich ein Kind so lieben können wie dieses, ich will mich nicht teilen müssen, es soll alles ihm gehören. Naja. ich wollte natürlich ein zweites Kind, aber ich wusste nicht, wie das gehen soll.
Nun ist mein kleiner Sohn ganz klein und ich denke, dass es doch wirklich unvorstellbar ist, ein Kind noch mehr zu lieben als ihn, dabei liebe ich ja meinen großen schon so sehr, genauso sehr. Es ist eben doch möglich.
Nun habe ich etwas sehr schönes gelesen. Man muss sich die Kinder wie Farben vorstellen.
Nun, welche Farbe hat mein großer Sohn? Für mich ist er blau, blaugrün eher, ein schönes Türkis so tief wie das Meer, dass man stundenlang versunken betrachten kann. Ich könnte diese Farbe nicht mehr lieben als ich es tue. Ich stelle mir vor, ich sitze am Meer, am Mittelmeer und schaue auf ein ruhiges fluoreszierendes Wasser und kann gar nicht wegschauen, so schön ist und werde dabei ganz ruhig.
Welche Farbe hat nun aber mein kleiner Sohn. Mit Vincent ist die Sonne aufgegangen, ein warmer orangegelber Ball am Firmament, der alles in ein unglaublich helles und doch warmes Licht taucht. Ich stehe auf der Wiese am Haus und sehe den Ball am Himmel aufsteigen und ich bin dankbar, sehr dankbar und freue mich auf einen warmen Tag. Ich könnte diese Farbe nicht noch mehr lieben als ich es schon tue. Er ist wie eine kleine Flamme, die lustig im Kamin tanzt, sehr lebendig, er ist orangenelb wie die aufgehende Sonne.

Sonntag, September 21, 2008

Wok Wok

Ich habe nun endlich einen Wok. Nachdem ich wochenlang den Familientrend "thailändisch essen" in der gusseiserenen Pfanne verwirklicht habe, wird nun alles ein ganz winziges bisschen professioneller. Bei mir stapeln sich Fischsauce, Austernsauce, Currypasten, Koriandergrün und Limetten im Kühlschrank. Wir können gerade einfach nicht genug davon bekommen. In Lehnin musste der nette Gemüseladen ja leider auch einem Asialaden weichen, so dass ich nun auch an Kokosmilch und Nudeln komme, ohne erst mit dem Auto zu einem Riesensupermarkt zu fahren. Favorit ist gerade Hähnchencurry mit Ananas und Cocktailtomaten. Wie original die dabei sind, weiß ich nicht, aber sie geben farblich einen guten Kontrast zu der gelblichen Sauce.
Nun noch mal zum Wok: der war billig, echt billig. Man kann es ja kaum glauben, aber er kostete nur 5,99 €. Das überrascht. Natürlich ist er auch so billig, Alu mit Beschichtung, relativ dünnes Material, aber genau das brauche ich. Denn ich koche noch immer und sehr gern mit Propangas und dieses dünne Material wird einfach schön schnell heiß. Die gusseiserne Pfanne ist natürlich dick, aber die Flamme reichte nicht, um die Temperatur wirklich hoch zu halten, so dass ich immer fluchend am Herd stand, weil das Fleisch statt zu braten, anfing im eigenen Saft zu schmoren, das wollte ich nämlich nicht. Die Kocherei hat irgendwie tatsächlich den Flair einer asiatischen Garküche. Der Wok ist geräumig und hat schöne Holzgriffe. Wahrscheinlich wird er nur so lange halten, wie der Trend anhält, aber das macht nichts.
Wok Wok

Samstag, September 20, 2008

Einkaufszettel

Wie macht man eigentlich einen guten Einkaufszettel?
Ich würde mich gern in dieser Kunst vervollkommnen, denn ich mag Supermärkte nicht. Meine laienhaften Bemühungen gehen soweit, die Zutatenlisten der Wuscnhrezepte einfach abzuschreiben, aber wenn dann der arme Einkaufszettel-Abarbeiter damit losziehen muss, dann rennt er sich ganz wuselig in der großen Einkaufswelt, da steht dann Kokosmilch unter der Fenchelknolle und die Oliven unter dem Pizzateig. Gehört, ja auch zusammen, aber praktisch ist das so nicht.
Man könnte vielleicht eine Excel-Liste vorbereiten, die unterteilt ist in Milchprodukte, Süßkram, Fleisch und vielleicht noch Drogerieartikel. Dann druckt man dieses tolle Ding aus und gibt es mit. Oder der Liebste geht mit dem Laptop los, wenn er einen hätte, wäre doch sicher professionell.
Ich weiß noch nicht mal so ganz genau, was es alles so geben soll, aber auf jden Fall lecker soll es sein und satt werden sollen auch alle und ich darf die Chilischoten für den Griechischen Gemüsesalat nicht vergessen auf den Zettel zu schreiben, gleich unter der Milch, 4 Pakete bitte.

Freitag, September 19, 2008

Einkauf schwedisch

Nächste Woche wird Vincent getauft, ein Tag vor Michaelis und das ist Anlass genug zu dem Ausspruch: Ich brauche Kerzen!
Die Antwort darauf lautet komischerweise immer: Dann müssen wir wohl zu Ikea. Komisch ist es deshalb, weil wir dafür 70 km weit durch das schöne Land fahren und die Fahrt mehr als drei mal soviel Kosten als jeder Versand eines x-beliebigen Internetshops verursacht. Naja, aber wir müssen nun mal zu Ikea.
Damals, als Vincent geboren wurde, bekam ich nämlich einen Gutschein über grandiose 100,-€ geschenkt, dafür kann man ein ganzes Kerzenmeer im Wohnzimmer aufbauen oder aber noch was anderes kaufen. Ich wollte so gern noch was anderes, nämlich eine schöne kuschelige Daunendecke für das Baby, das war mein großer Wunsch. Aber die gab es dann gar nicht, irgendwie bin ich bei jedem Besuch des Schwedenmarktes enttäuscht, es gibt gar nichts, was ich gebrauchen kann. Am Ende kauft man dann tatsächlich Kerzen.
Babydecken gibt es nur mit Poyester, die gestreiften Stoffe, haben zu breite Streifen, als dass ich sie ins Wohnzimmer hängen könnte, die Stehlampen sind dann eigentlich doch hässlich und die Muster der Babybettwäsche lassen seitens der Designer auf den Konsum hoher Mengen Rauschgift schließen. Ansonsten ist viel aus Plastik und überhaupt....gibt es die 50er Packung Kerzen auch nicht mehr. Na toll.
Schön, dass sie 100 € doch noch alle wurden: Bettwäsche mit einem französischen Blumenmuster in blauweiß - passend zum Geschirr aus der Bretagne - doch noch Kerzen, (den 25er Pack für etwas mehr Geld) eine irgendwie doch hübsche Nachttischlampe für mich (was die Ära des bei-Kerzenschein-Lesens wohl auf immer beendet), zwei Töpfchen für Vincent und die farblich passende Klobürste dazu, ein Gästehandtuch, 6 Gläser für die Küche und einen Wok haben wir errettet. Alles in allem ein buntes Potpourrie der Gebrauchsgenstände.
Ich kenne nun auch endlich den Stillraum bei Ikea und weiß, dass es dort sogar Windeln für umsonst gibt, ja man gibt sich familienfreundlich. Am Ende gab es dann noch den unvermeidlichen Hotdog....ich liebe ihn und dann ging es wieder heim. Das war dann Ikea 2008, denn noch mal fahre ich nicht hin,, es wird doch wohl irgendwo im Netz einen Lieferanten für Glög und Punschrollen geben, denn Weihnachten ohne diese Zutaten sind beinah undenkbar.

Mittwoch, September 17, 2008

Schwalben

Herbst

Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
Auch die Lerche singt nicht mehr.

....

Poesie von Theodor Storm, dem Barden des Nordens. Hier vor dem Haus sammeln sich gerade die Schwalben, sie sitzen viel auf unserem Dach, umfliegen das Haus, neulich knallte sogar eine an die Fensterscheibe, die arme. Sie fliegen sicher in den nächsten Tagen los. Damit ist dann der Sommer vorbei. Als ich noch klein war, hatte ich eine Freundin, die heißt Claudia und die hat eine Mutter, die in jedem Frühling zu uns sagte: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Das sagte sie, wenn wir schon im April barfuß gingen oder baden wollten. Geblieben ist, dass ich den Sommeranfang mit der Ankunft der Schwalben verbinde. In diesem Jahr hatte ich gewartet und gewartet, es blieb lange kalt. Und dann hörte ich eines Tages den Ruf der Schwalbe und am nächsten Tag sah ich sie und dann waren es schon zwei Schwalben...ja und dann war Sommer.

Schwalben sind immer neugierig, was die Menschen so machen und schauen auch mal in ihre Häuser rein. Auch wir hattten im Juli Besuch, sie saß eine Weile auf der frisch montierten Gardinenstange und flog dann wieder los. Leider haben sie nicht am Haus gebrütet. Vielleicht ist es ihnen mit dem Hund zu unruhig gewesen, wer weiß.

Jedenfalls fliegen sie nun schon wieder weg. Das Gedicht von Storm geht noch weiter.

Seufzend in geheimer Klage
Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlungen,
Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne
Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,
Dass man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide

Lieg' ein ferner Frühlingstag.

Donnerstag, September 04, 2008

an mein Tagebuch

Mein liebes Tagebuch, heute ist schon Mittwoch, ach nein, ich sehe gerade, es ist schon Donnerstag und ich habe dir noch immer nichts geschrieben. Du musst mir nicht böse sein, manchmal ist der Kopf so leer wie ein Luftballon und wenn man ein Brötchen reinkrümelt, dann kommt auch nichts gescheites dabei raus.
Ich muss mal überlegen, was so los ist im Moment.
Vincent will immer sitzen, aber er darf das doch noch nicht so viel. Trotzdem sieht er einmalig niedlich aus, wenn er sich so freut, dass er sitzt und die Welt begucken kann. Es ist auch für mich praktisch, er guckt nämlich gern über die Reeling des Kinderwagens zu, wie ich im Garten Unkraut zupfe, wirklich praktisch, denn auf dies Weise kann ich es zumnindest mal wieder 10 Minuten lang machen.
Außerdem waren wir am Sonntag in Potsdam, du kannst dir sicher denken, dass mir das gut gefallen hat. In den Römischen Bädern gab es eine Ausstellung mit Zeichnungen aus Italien anzusehen und nun würde ich am liebsten mal wieder hinfahren. Ach ja, ich würde dich auch mitnehmen. In Frankreich warst du ja auch mit und ich habe dir dort sogar geschrieben, weißt du noch...über die Hortensien.
Die Bretagne ist das Land der Hortensien, ein Feuerwerk geradezu. Jede Trockenmauer schmückt sich mit riesigen Blütenbällen. Als wir dort waren, gab es sogar ein paar Orte weiter ein Hortensien-Festival, ich möchte mal wissen, was da anders sein soll. Sie blühen doch sowieso schon überall. Sogar Friedrich weiß nun sehr sicher, was eine Hortensie ist.
Dann habe ich dir noch gar nicht berichtet, wie schön die Baby-Gymnastik am Dienstag war und dass Vincent nur am Ende geweint hat, als er Hunger bekam aber vor so vielen anderen nackten Babies nicht trinken wollte und wir wieder fluchtartig den Raum verlassen mussten...naja, er ist da halt eigen. Trotzdem ist es wirklich allerliebst anzusehen, wie die Babies Kontakt zueinander aufnehmen, sich ein bisschen kneifen und an den Haaren ziehen während die Mamas über das vermaledeite Thema Nachtschlaf sprechen. Ja, davon hängt viel Glück ab.
Dann habe ich noch Himbeermarmelade gekocht und einen Blumenstrauß gepflückt und für meinen Sohn beide Bände "Eragon" gelesen. Wie du siehst, ist immer viel zu tun und darum mache ich jetzt auch Schluss.
Tschüß, bis zum nächsten mal!

Donnerstag, August 28, 2008

unter 70 und nicht laufen

Ja, so könnte ein mittelmäßig guter Thread heißen, der sich evtl. mit Tempo unter Berücksichtigung des Gewichts beschäftigt. Hier ist es aber einerseits Erfolgsmeldung und andererseits winzige Wehklage. Das Gute ist, ich habe es geschafft, ich habe wirklich das Gewicht vor der Geburt erreicht, also vor der Geburt von Vincent und passe ja auch wirklich endlich wieder in meine Sachen rein...Wickelrock ade!!!
Aber ich laufe nicht. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Vincent schläft seit Wochen abends so unruhig, dass ich mich nicht fortschleichen kann. Im Urlaub war es gar nicht denkbar. Die Laufsachen hatte ich ja dabei, aber eigentlich nur, damit wir ein paar Schuhe mehr mitschleppen.
Dabei wäre es so so toll gewesen, wenn ich fit gewesen wäre, denn in der Stadt mit den Fischständen für unsere Verpflegung, dem, die da Paimpol heißt, gab es einen Volkslauf...am Atlantik entlang und durch die hübsche bretonische Stadt. Das wäre es doch gewesen. Zur Auswahl standen 10 km und 20 km und im Städtchen sah man für 2 Tage nur Asics und Nike flanieren. Obwohl ich diese Sitte, schon vorher mit den Schuhen zu prahlen herzlich albern finde. Ich dachte aber bei jedem Asicianer: Ach ja...der läuft wohl morgen. Ich habe es nicht gewagt. Die längste Strecke bisher waren 7-8 km und das ist schon wieder lange her gewesen. Aber irgendwie muss ich Abhilfe schaffen. Mit Babyjogger kann ich nicht laufen, weil es erstens keine geeigneten Wege gibt und zweitens Vincent noch zu klein ist.
Nun habe ich mir überlegt, ob ich nicht das gefühlte Idealgewicht einfach walken schicke.....ja, ich weiß, das klingt komisch, ist aber vielleicht das machbarste. dDafür kann ich mir nämlich das Vinzigbaby auf den Rücken binden und dann geht es los. Dieses Vorhaben hat nur noch einen Haken: ich kann die Bindeweise noch nicht.
In der einen Anleitung heißt es dazu folgendermaßen: Sie legen ihr Kind in das Tuch und schwingen es dann mit einer Bewegung (die wird auf einem Foto gezeigt) auf den Rücken: ich soll bitte was? das Kind schwingen? Nein, das kann ich nicht. Es wird empfohlen, vorher mit einem Kissen zu üben. Aha!
Die Lösung bietet ein anderes Anleitungsheft, das mir nun in die Hände fiel, man setzt das Kind in den Sessel, in dem das Tuch liegt und zieht es sich dann auf den Rücken. Naja, klingt machbarer aber auch hier wird das Üben mit einem Teddy oder Kissen empofohlen. Nun, das werde ich aber in Angriff nehmen und dann walken wir eben. Unter 70!

Sonntag, August 24, 2008

Was sich in Trier begab

Was den Tag der Fahrt nach Frankreich unvergesslich macht ist auch das Datum. Es war der 08.08.08.
Ich bin ein Frühlosfahrer und mit Hund und Baby im Auto ist das auch ganz gut, denn morgens schläft die Rasselbande am besten. Also ich fange mal an.
Das Anfang ist immer unspektakulär, morgen 4.00 Uhr ins Auto gesetzt und ab geht die Post.
Nun, ich fuhr uns gemütlich auf der Autobahn Richtung Trier und bis dahin war alles so ruhig wie sich die Worte hier aneinanderreihen. Auf der Autobahnbrücke in Trier wurde es dann anders:

Lars, was war das eben für ein Geräusch hinten am Auto? Ich weiß nicht, Mandy, fahr mal weiter. Hm, das Auto macht keine guten Geräusche. Mandy, halt sofort an, da ist was nicht in Ordnung. Ja wo denn Lars, wo denn? Hier einfach hier, halt an sofort. Ich bremse und in dem Moment blockieren die Hinterräder. Lars steigt aus und schaut, was los ist. Mandy, das Auto brennt, das Auto brennt. Oh mein Gott, das Baby, das Baby, raus, Friedrich, raus, steig aus, nimm den Hund. Ich muss das Baby rausholen, Vincent, los. ich schnall ihn ab, abschnallen, der Gurt klemmt. Mein Gott, mein Baby hängt fest. Gut, er ist ab, raus, raus. Wo ist das Handy? Ah, eine Brüstung mit Weg dahinter. Vincent drüberstellen. Friedrich, wo bist du, Friedrich, reich mir den Hund, wo ist die Leine, Lars, mein Gott, es brennt, das Kind weg, alles weg, haben wir denn das Handy dabei, ich hab Angst, ich hab Angst.

Ich habe dann Kind und Hund in Sicherheitsabstand gebracht. Lars hat einen Bus angehalten, der einen Feuerlöscher hatte und das Feuer war dann aus. Bis dahin hat er versucht mit dem Getränkevorrat zu löschen. Kurz danach kam die Feuerwehr, die Polizei und wir haben das ganze Gepäck hinter die Brüstung geschmissen und später wieder eingeladen. Eigentlich hätten wir gar nicht mehr ans Auto gehen sollen, wir hatten wirklich Glück im Unglück. Komischerweise schlief meine Baby prächtig auf der zugigen Brücke in Trier. Ich war noch nie so panisch, wirklich unter Schock. Das hing einfach damit zusammen, dass ich sowieso mit gemischten Gefühlen an eine Fahrt nach Frankreich dachte, der Schreck sitzt noch immer tief, als mir vor nunmehr 6 Jahren ein Franzose in die Seite fuhr und das Auto Totalschaden hatte...ich denke manchmal, dass ich es vielleicht zu sehr befürchtet habe. Jedenfalls war ich so panisch, dass mich mein Sohn irgendwann anbrüllte, ich soll mich zusammennehmen. Ich empfand es als so großes Unglück.
Dann haben wir sehr lange auf den Abschleppwagen gewartet. Irgendwann kam der, nahm auch mich und das Baby mit, das Gott sei dank immer noch schlief. In der ADAC-Werkstatt wurde er dann wach, Stillen, Wickeln auf Bürotischen, naja, so ist das nun mal. Dann um 8.00 Uhr klärte sich für uns, wie es wohl weitergeht. Erst dachten wir, wir fahren einfach nach hause aber als dann klar war, dass wir für 1 Woche einen Mietwagen gestellt bekommen und nur die 2. Woche bezahlen müssen (einen tollen Sonderpreis), da entschieden wir, dass wir weiterfahren. Unser Subaru blieb dort, wird verschrottet, frisch aus der Durchsicht, nach der uns versichert wurde, dass alles in Ordnung sei mit ihm. Aber man steckt eben nicht drinn.
Wir packten dann nur noch das Gpäck um und fuhren nach etwa 5 Stunden weiter, wir fanden einfach, dass wir uns diesen Urlaub verdient haben! Abends um halb acht waren wir an der Atlantikküste, geschafft und müde. Wir waren am Le Mont St.-Michel und dankten diesem Erzengel für den guten Ausgang.
So war das, es war eine Katastrophe und dann begann doch noch Urlaub.

Freitag, August 22, 2008

Bonjour

Kermouster ist eines von gefühlt 34572 Dörfern in der Bretagne, die mit 'Ker' anfangen. Man sollte ja meinen, dass die Phantasie nur eine recht begrenzt Anzahl von Ortsnamen mit 'Ker' erfinden kann...aber ich wurde eines besseren belehrt. Kermouster ist vor allem ein Dorf direkt am Meer, das ist auch Grundvoraussetzung gewesen, um uns als Reiseziel zu dienen.
Außerdem ist Kermoster das blumenbunteste Dorf, dass ich je sah. Die Häuser selbst sind bretonsich aus Stein gebaut, was mir auf Dauer etwas zu finstrig wirkt aber die Blütenpracht der Vorgärten und Gartenzäune ist so überschwenglich, wie es sich eine Mandy nur wünschen kann. Bestimmer in fast allen Beeten sind die Dahlien und die Stockrosen, die aber eine artenreiche Schar bunter Sommerblumen als Untertanen haben. Dieses Durcheinandergeblühe hat mir wirklich ausnehmend gut gefallen. Wenn man über die Steinmauern und bunten Gärten drüberschaut, dann blitzt das blaue Meer mit hunderten kleinen Inseln und Felsriffen bis zum Horizont. Natürlich nur bei Flut, bei Ebbe blitzt es dann eben schlammgrau, dafür gibt es noch mehr Inseln und Felsriffe.



Empfangen wurden im Dorf von Grand-Mère, der Großmutter unserer Vermieterin, deren Haus auch so strategisch günstig an der einzigen Kreuzung des Dorfes steht, dass sie einfach keinen Ankömmling verpassen kann. Jeden Tag schmetterte mir ein jubilierendes Bonjour aus den stets offen stehenden Fenstern entgegen. Ich bewunderte dafür immer wieder ihren prächtigen Topfgarten vorm Haus.

Wir lebten ein paar Tage mit Wind, Sonne, Regen, Ebbe und Flut, alles war spannend und wir alle wurden ein bisschen durchgepustet.



Wir sind wieder zuhause, heil und gesund, Gott sei Dank, denn die Hinfahrt war ein großes Abenteuer, wie erwartet und im nachhinein leider auch wie befürchtet. Doch ich will nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, schon aus Rücksicht auf den Feuervogel.

Mittwoch, August 06, 2008

es geht auf Reisen

Es ist soweit, es ist soweit, die Koffer sind fast gepackt und morgen geht die Reise los. Wohin? Ja wohin denn?

Nach Frankreich, in die Bretagne, dort steht ein Häuschen am Atlantik und das wartet auf uns. Aber morgen geht es nur bis an den Rhein, auf den ich mich ja auch freue und auf alle lieben Menschen, die ich endlich mal wieder sehe. Dann geht es nach Mont Saint Michel, dem Klosterberg im Meer und dann erst zum Haus, es wird ein Abenteuer, wie immer und alle sind dabei.

Bey bey, wir bleiben da zwei Wochen.

Sonntag, August 03, 2008

Freitag, August 01, 2008

ich wäre so gern bio....

Ich wäre wirklich unglaublich gern Bio. Es gibt auch Momente, in denen ich das richtig gut kann, nämlich beim Einkaufen.
Meine Ausflüge nach Potsdam sind nun wieder häufiger, einmal die Woche bin ich immerhin da, meist in Babelsberg, denn dort hat Vincig seine Privatosteopathin. Vor der Behandlung haben wir oft noch Zeit und damit er was sieht, pack ich ihn ins Tragetuch und dann ziehen wir los, letztens auch zum Biomarkt, der wirklich ganz schnucklig ist.
Da stand ich dann in Wickelrock, Treckingsandalen und das Kind im Ökotuch und wählte beim Müsli das Amaranth aus, wegen des Eisengehaltes, logisch...an der Kasse wird bezahlt und dann habe ich zu dem beschriebenen Äußeren auch noch die Papptüte in der Hand, auf der Steht ganz groß: BIO.
Man war ich stolz aber irgendwie hätte ich am liebsten noch ein Schild umgehabt: nein, liebe Leute, ich bin gar kein so toller Gutmensch, wie es hier aussieht. Okay, ich stille mein Kind und trage es auch im Tuch und doch bin ich im Innersten ein Toastfresser. Jawohl.
Ich liebe Toast zum Frühstück, American Sandwich mit Marmelade. Okay, die ist Bio, weil von Oma oder gar von mir gekocht...aber zählt das? Jaja, ich weiß, da in der Tüte ist Müsli, aber es kann sein, dass es in ein paar Monaten dem Biohaufen am anderen Ende des Grundstücks weitere Biomasse zuführen wird. Wer weiß das schon, denn Müsli esse ich nicht so gern, es ist aber nun mal gesund und ich gebe zu, ein paarmal esse ich davon....aber glaubt mir, ich bin nicht der, der ich scheine. Nein, ich liebe Toast und ein Morgen ohne Toast und Kaffee ist ein verlorener Morgen.
All das dachte ich, während all die huldvollen Blicke der anderen Biomütter auf uns ruhten und natürlich auch die abschätzigen Blicke der Blusenträgerinnen...

Aber ich muss noch sagen, dass das Müsli ganz gut schmeckt und ich jeden zweiten Morgen ein kleines Schälchen vor dem Toast esse, wegen des ewig mangelnden Eisens.