Donnerstag, August 19, 2010

Regentaufe

Nun noch mal ein paar Worte zu unserem Sommerfest zur Taufe von Elisabeth.
Heute ist schon Donnerstag und damit ist der Schreck des Tages schon ein bisschen versunken und übrig bleibt nur, dass es unvergesslich  war, ein unvergessliches Fest unserer Familie. Regentaufe trifft es auch nicht recht, daber der Himmel hat es mit der Wassertaufe eben ernst gemeint.
Ich wollte unbedingt draußen auf der Wiese feiern, wir hätten eine Alternative gehabt, so ein Feierraum der Ortsfeuerwehr....aber ne, das kann ich einfach nicht. Dann dachte ich mir auch, dass andere auch keine Alternatve haben und wir alle das Wetter nehmen müssen, das uns der Himmel beschert.
Der Tag war trübe, aber trocken, mehr braucht man nicht. Irgendwie glich die Wiese mit den Zelten einem Ritterturnier oder einer Burgbelagerung.



























Und es begann alles mit einem Bild, das ich sehr sehr mag. meine Oma mit ihrem jüngsten Urenkel. Ich verweise einfach mal auf dieses Bild hier: Mit Uroma im Kleid. Das  ist nicht gestellt, es ist einfach nur so, dass meine Großeltern sehr überpünktlich erscheinen, ich mich gerade selbst umziehe und Oma eben das Kind derweil unterhält.















Jedenfalls war es trübe, bis in der Kirche ihr Taufspruch gelesen wird:

Seid wie die Kinder des Lichtes. Die Frucht des Lichtes ist lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. (Eph 5,9)

Da ging die Sonne auf , es wurde warm, es war während es Empfanges warm, während der Kaffeetafel und während des Spazierganges danach.




Dann fing es an zu tröpfeln, die Kinder versuchen die Tropfen mit der Zunge aufzufangen.




Und dann wurde es dunkel, finster. Ja und dann und dann und dann ging alles ganz schnell.
Es zog sich ein Gewitter direkt über dem Haus zusammen, es krachte und donnerte gewaltig, der Wind riss an den Zelten. Alle Gäste, die noch draußen waren, hielten tapfer die Zelte fest. Eine Windhose wirbelte durch den Garten, riss das kleine Zelt hoch und ließ es auf meinen Pavillon krachen. Davon gibt es keine Bilder, alle waren beschäftigt. dazu goss es aus Kübeln, die Wiese verwandelte sich in einen See. Das sah vom Haus aus sehr beängstigend aus. Danach wurde es dann chaotisch, jeder brauchte etwas, Handtücher, T-Shirts, Hemden, Hosen, alle waren bis auf die Knochen nass, ich rannte durch das Haus und suchte irgendwie passende Sachen zusammen.

Aber es sind alle geblieben, der Regen hörte auf, so schnell wie er kam, das Wasser war nach einer halben Stunde versickert, die Männer spannten die Zelte, wir bereiteten das Buffet zum Abend vor. Das Abendessen gab es dann zwischen den Trümmern ohne Tischtücher, die Kinder spielten und erzählten vom erlebten Abenteuer und ich war nur froh, dass der Tag geschafft war.


Ganz zum Schluss wurde noch Lisis Baum gepflanzt, eine Birne, wie bei Ribbeck im Havelland.



Später fragte Lars dann: und, wärst du doch lieber in die Feuerwehr gegangen zum Feiern?
Nein! das war es wert, es war ein tolles Fest, auf jeden Fall unvergesslich.

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Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn' ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her,
So flüstert's im Baume: »Wiste 'ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Kommentare:

Julia hat gesagt…

die allerbesten wünsche zur taufe!

unglaublich! ich bin sicher so ein fest wird jedem in erinnerung bleiben!

Julia hat gesagt…

und achja, ich finde es ganz großartig, mutig und symbolisch, dass ihr bei allem wenn und aber unter freiem himmel gefeiert habt!

Monika hat gesagt…

Was für ein Tag! puh!

Er wird Dir wahrlich gut in Erinnerung bleiben! ;-) Und dann wirst Du das Deiner Tochter erzählen und ihr werdet beide schmunzeln und letztendlich drüber lachen!

Alles Gute Euch!

LG Moni

ultraistgut hat gesagt…

Nun ist die kleine Maus getauft, ein denkwürdiger Tag für deine ganze Familie - und immer wieder, sie ist dir aus dem Gesicht geschnitten, gut gelungen !

Pienznaeschen hat gesagt…

Du hast diese wunderbare Fähigkeit selbst aus dem Regenwetter eine wunderbare und unvergessliche Regentaufe zu schaffen ...

Alles Liebe und Gute zur Taufe, den Taufspruch habt ihr wunderbar ausgesucht.

ultraistgut hat gesagt…

P.S.

Und den Herr von Ribbeck , den habe ich in der Schule schon gelernt , schön, ihn wieder zu finden !

Babsbara hat gesagt…

Mein Güte,Mandy, wie dramatisch! Aber wie schon zuvor geschrieben: diese Taufe wird euch ein Leben lang in Erinnerung sein.
Gottes Segen für die Kleine und alle, die sich um sie sorgen.
Alles Liebe,
Barbara

Blumenmond hat gesagt…

Es wird wohl ein unvergessliches Erlebnis bleiben - und die Maus sieht so putzig im Kleid aus.

ohrgepäcklerin hat gesagt…

wow! toll, wie ihr das hinbekommen habt und auch dass ihr platz habt für ein bäumchen. das hütchen sitzt super und du siehst auch toll aus in deinem kleid und kind im TT.
bei uns steht die taufe immer noch aus - aber na ja, ich bin ja auch erst mit 5 getauft worden... und bin trotzdem ein gläubiger mensch geworden...
allerliebste grüsse und nochmals alles, alles gute und herzlichen glückwunsch :)

Toby hat gesagt…

Hallo Mandy,

das war ganz bestimmt eine unvergessliche Taufe und wird euch allen in guter Erinnerung bleiben.

Viele liebe Grüße
Toby

Christine hat gesagt…

Das mit dem Baum finde ich eine wunderbare Idee!
Und eine Feier mit diesem Unwetter... puh, gut und auch wie ihr das geschafft habt.
Liebe Grüße von Christine