Mittwoch, August 29, 2007

Mut

Einmal im Leben würde ich gern mutig sein, ich glaube auch, dass ich das könnte, aber leider weiß ich nicht genau, was ich dann mit dem Mut machen würde. Was macht man eigentlich damit.
Ich bin Marathon gelaufen, ich bin in den Bergen gelaufen, ich habe meine Familie verlassen, ich habe einen Mann wahnsinnig geliebt und ich habe mich zum Schluss erschreckt und dann bin ich zurückgegangen. Was davon war eigentlich mutig?
Vielleicht könnte ich einen gewagten Gartenplan für die 4000 qm Land um das Haus entwickeln und dann vor allem einfach umsetzen. Dabei könnte ich so übermütig sein, nochmals viel Geld in Rosen zu investieren, ich könnte so mutig sein und endlich mal wieder die Bücher aufschlagen und ins Gedächtnis befördern, welche Rosen eigentlich halbwegs mit dem verdammten Streusand Brandenburgs klarkommen, denn ich habe es vergessen. Ich bin nicht mal mutig genug, jeden Tag die jämmerlichen Überreste des einst geliebten Garten zu besehen. Ich glaube, es braucht Mut, einfach anzufangen.
Ich nehme gerade Abschied und nach dem Abschied kommt was neues, das wissen wir alle längst von Hesse. Naja.
Aber nun, was ist übrig: es ist Majoran übrig, der Majoran, den ich einst aus dem Aldi-Regal rettete, der hat den Garten ganz und gar für sich beansprucht. Das freut natürlich die Schmetterlinge, aber so geht das einfach nicht. Mehr gibt es gerade nicht da draußen, ach doch, die Fetthenne beginnt schon, sich rosa zu färben und ein Highlight, ein Hoffnungsschimmer ist da: Die Louise Odier blüht zum zweiten mal in diesem Jahr, wie zur Begrüßung. Ihr Laub sieht jämmerlich aus.....aber ich will mich selbst zitieren: Ich habe zärtlich Pferdemist um ihren Stamm drapiert, von Hand gegossen und zu ihr gesagt, sie soll Mut haben und dass es schon wieder wird.
Es wird schon wieder! Bald!

Samstag, August 25, 2007

keine Ferien

Noch ein paar Minuten, dann gehe ich mal raus in den Garten, ich möchte die Rosen, die noch oder wieder blühen fotografieren. Dafür bin ich doch hier. Ich habe die Rosen, die es noch gibt notdürftig versorgt aber ich fühle es, es ist alles verloren, ich kann nicht mehr barfuss gehen und ich kann nicht mehr so sehen wie früher. Ich reiße mir den Menschen aus dem Herzen, den ich geliebt habe. Das tut sehr weh, vielleicht tut es mir mehr weh als ihm. Wie trifft man Entscheidungen, ich weiß es nicht, ich bin im Moment ein Plastikwürfel, ein grüner Plastikwürfel der allein in die Luft geworfen ist und keiner fängt ihn. Draußen scheint die Sonne. Ich würde gern Kaffee kochen, aber nein, ich tue es es nicht. Wie tut man das richtige? Ich weiß es nicht, aber die Naivität, die das Nichtwissen so schmerzfrei hielt, die ist weg. Ich will nicht mehr da sein, ich will nicht mehr da sein.

Mittwoch, April 18, 2007

des Nachtens nur halb gedacht

Gestern sah ich, dass der Flieder schon blüht. Blass violett.
Ich fuhr mit dem Rad an der Hecke vorbei, die an dem Wegrand der Brache zwischen dem alten Militärgelände und dem Jungfernsee steht. Da stand er. Ich hatte ihn vergessen.
Es ist seit Wochen trocken, nicht warm, aber der Ostwind holte die letzte Feuchtigkeit aus dem sandigen Boden. Der Weg war also möhlig, ich schob das Rad die kleine Anhöhe hinauf und es war wie im Garten meiner Großmutter, viel Sand und Möhle mit Flieder am Zaun und erst der Flieder an der Kirche, der ist weiß. Wie konnte ich ihn nur vergessen.
Ich habe den Frühling nicht gesehen. Als vor einiger Zeit die Blausternchen am Ruinenberg blühten, da habe ich noch gedacht, dass es so immer war, wenn der Frühlig beginnt, habe nach Luft geschnappt und dann wohl die Augen zugemacht.
Ich will versuchen, die Augen wieder aufzumachen, denn wenn ich nicht hinschaue, vergesse ich vielleicht auch noch all die anderen Blumen. Es wäre ein Jammer, die Margeritten zu vergessen. Es wäre ein Jammer. Aber bis zu den weißen Unschuldsengeln im Sommerwind ist es ja noch ein bisschen Zeit.

Ich lese hin und wieder die Sackville-West, im Frühlingsgarten und es ist wirklich wie eine Erinnerung an etwas, das einen mal betraf. Ich sehe sie in Ihrem Gewächshaus sitzen, schreibend, hinausblickend, in die Ferne schweifend und so voller Verständnis für die Sträucher und Blumen, das wesentliche und den Nutzen für die Schönheit eines Gartens
erfassend. Das Bild verschwimmt mit dem der Elisabeth von Arnim, die nichts vom Gärtnern verstand aber ihren Garten liebte...und ihn doch eines Tages verlor...dann aber lege ich das Buch doch weg, weil es müßig ist und ich so müde. Beide Frauen trugen lange Kleider.

Sonntag, April 01, 2007

Black Devil

Ich habe etwas gekauft. Es ist schwarz, leicht, ungemein schnell und es ist ein Fahrrad. Ich freue mich auf die Touren, die da kommen. Wir zwei passen einfach zueinander, das Rad hat sich so unverhofft zum Kauf angeboten, ich konnte nicht widerstehen. Es ist so, so ganz ohne SchnickSchnack und das was dran ist, ist vom Besten.



Naja, der Name kam halt so in den Sinn, nicht sehr einfallsreich, aber zutreffend:
Black Devil habe ich es getauft.

Samstag, März 24, 2007

Meeresfrüchte



Selbstverständlich gibt es bessere Marktfotos. Dieses hier gibt aber "mein Oh schau mal, toll" wieder. So habe ich einfach auf den Auslöser gedruckt und freue mich nun über die vielen Farben, die ich sah. Nun noch zur Erklärung, das Bild ist auf dem Fischmarkt in Barcelona aufgenommen.
Auf Sizilien sah ich, wie die Fischer morgens die Seeigel fangfrisch am Strand aufschnitten und ausschlürften, da hatte ich eine Wohnung mit Herd, konnte direkt am Boot den Pulpo kaufen und mit Kapern Zitronen, Tomaten und Oliven und dem aromatischen wilden Fenchel, den ich schon bei Sonnenaufgang in den Bergen gesammelt hatte, zum Mittag zubereiten. In Barcelona blieb nur der Blick. Der war aber auch toll. An einem Stand gab es Sardinen von der heissen Platte und das war schon sehr echt und einfach genug mit Brot und Wein.
Ich habe noch nichts über Barcelona geschrieben, werde das aber nachholen.

Mittwoch, März 07, 2007

Barcelona Marathon - Franks 40 / 10 / 10

40/ 10/ 10 / 3:43xx = Barcelona- Marathon

Da stehe ich nun, morgens um 8:30h mit knapp 7.300 Anderen. Mein Blick geht durch die beiden 47 m hohen Türme am Placa de Espanya. Auf der andere Seite der Stadt erstreckt sich mit 512 m der höchste Punkt der Stadt, der Tibidabo. Gigantisch. Ich frage mich, was ich hier eigentlich mache, andere feiern gemütlich ihren 40igsten Geburtstag und ich warte hier auf den Start meines 10. Marathons. Gemütlich ist anders, denke ich so bei mir.

Da geht es auch schon los. Die ersten 10km sind ein bisschen unruhig, da auch die Läufer der 10 km mit uns gestartet sind. (Km 5/ 23:xx, Km 10/ 24:xx = 47:xx min) Zudem war hier nur das Stadion, Camp Nou (hier spielt Barcelona) erwähnenswert. Kurz vor KM 10 wartet Mandy das Erste Mal auf mich. Drei Mal wollen wir uns heute sehen, so vereinbart. Nun, wo es ein wenig gleichmäßiger wird, kommen mir so einige Gedanken in den Sinn. 40 Jahre….ich lasse mir gerade mal die Zahl 40 auf der Zunge zergehen. Ich denke so zurück…da bin ich als ich 4 Jahre alt bin. Das ist so die Zeit an die ich mich zurück erinnern kann. Ich weiß, mein großer Bruder hatte oben unterm Dach eine Mansarde. Ich weiß auch noch, dass mein anderer Bruder mich mal gegen einen Schrank schubste und ich danach ins Krankenhaus musste. Heute ist er mein bester Freund…..oh, schon Km 15. Ich vergesse die Uhr zu drücken beim Kampf um ne Flasche Wasser (wird aber so um die 25:xx gewesen sein)

Inzwischen ist es schon nett warm- 17/ 18°. Plötzlich eine scharfe rechts Kurve und wir laufen auf die la Sagrada Familia zu. Gänsehaut pur. Mächtig erstreckt sich Gaudis Lebenswerk vor mir. Da kommen mir wieder meine Gedanken…ich sehe mich bei meiner Konfirmation, nur, die Kirche war nicht so groß, wie die von Gaudi. Aber, direkt am Schrevenpark in Kiel wo sich meine Jugend so abspielte. Mein Abenteuerspielplatz….erste Liebe…erste Zigarrette…erster Alkohol = Diskussion mit Papa. Den HM passiere ich bei 1:45.

Da, Mandy bei Km 22. Ich stelle fest, ich habe meine Riegel im Hotel liegen lassen. Sie fragt mich, ob ich Hunger hätte, ich verneine (eigentlich schon, sie soll doch aber nicht noch nach Riegel suchen, in dieser fremden Stadt) Wir laufen eine Schleife und ich sehe Mandy noch einmal. Kurzes „Kuss zu werfen“ und weiter. Danach müssen wir wohl etwas Km machen, auf der einen Seite Schnellstrasse, auf der anderen Hochhäuser. Nicht nur, dass diese scheinbar endlose Gerade sich zieht, nein auch die Lücken der Häuser geben der Sonne jetzt die Möglichkeit uns zu quälen. Die Lärmschutzwand gibt die Hitze pur zurück. Jetzt kann ich mir vorstellen, wie sich mein Frühstückstoast im Toaster fühlt (Km 25 / 26:xx, Km 30/ 26:xx)

Nun laufen wir zwar auf der Strandpromenade, macht aber nicht wirklich Spaß, denn bei dem schönen Wetter spielen die Kinder am Strand (oh, ich will auch!!!) und es gibt Eis. Ich falle in meinem „schlürf Schritt“. Aber, da, ich höre eine Stimme (Christian, unser Trainer hatte es bei den letzten Einheiten auf der Bahn immer erwähnt, als er mich sah) die sagt: „Schultern hoch und locker laufen, und du musst deine Füße lockern“ Ich bin brav und tue dieses. Es hilft!



Gedanken kann ich nun nicht mehr so richtig fassen. Es ist einfach zu warm. Ich freue mich nun sehr auf KM 35, denn da wird Mandy sein. Wir hatten am Abend vorher schon den Arc de Triomf angesehen. Und nun freute ich mich sehr darauf, durch zu laufen. Bei Km 35 (28:xx) war es dann in der Tat ein phantastischer Anblick. Wir laufen durch den Parc de la Ciutadella auf den Arc de Triomf zu. Hier nehme ich mir auch die Zeit ein Stück mit Mandy zu gehen und eine Trinkpause einzulegen. Inzwischen sind so 21/ 22°. Nett warm also. Ich gieße mir noch ne Flasche Wasser über den Kopf und laufe weiter.



Die letzten 7 km führen uns nun zum Glück in die Altstadt, Barri Gotic. Vorbei an der Catedral de Barcelona - wow. Gestern waren wir diese noch besichtigen und oben auf dem Dach. Ja, man kann der Kirche aufs Dach steigen. Dann ein Stückchen noch auf der Rambla, wo mir schwarz vor Augen wird (Km 38). Ich denke kurz ans Aufhören, nehme einen Müsli- Riegel zu mir, trinke einen Schluck und weiter geht es. (Km 40/ 29:xx) Nur noch 2 km denke ich. Das kannst du. Das ist von der Haustür nicht mal bis zum Klausberg. Ich muss trotzdem bei Km 41 noch einmal anhalten und was trinken. Die letzten 2 Km ziehen sich wie Kaugummi und ich stelle fest, ich fange gerade an die Zeit zu denken, wo ich Mandy kennen gelernt habe. Ich sehe Mandy noch mal bei KM 42 und schon laufe ich bei 3:43:xx ins Ziel.

Tja, und nun?

Ich hadere schon lange mit mir, ob ich noch mal einen Marathon laufen soll. Nun, ich muss wohl, denn mir fehlen ja noch die Gedanken der letzten Jahre.

Na, dann
Hasta luego


Frank

Zur Erklärung oben: 40 = 40.Geburtstag, 10 = 10ter Marathon, 10 = seit 10 Jahren laufen und eben 3:43 im Ziel.



Dienstag, Februar 20, 2007

Edle Wilde

Ich habe einen Film gesehen, einen Film mit Tom Cruise. Es war der Film "Last Samurai". Der Film war viel besser, als ich es vermutet hätte. Ich weiß nicht, ich erwarte von Filmen, die ich nicht kenne immer nicht so viel. Oftmals habe ich keine Lust, mir unbekannte Filme zu sehen, man weiß nicht, was einen erwartet und man könnte enttäuscht werden. Nun, dieser Film enttäuschte mich nicht, er überraschte mich.

Erzählt wird eigentlich die alte Geschichte vom Edlen Wilden. Der Edle Wilde ist seit der Aufklärung etabliert in der Literatur, der Oper und dem Schauspiel. Er begegnet uns in Lessings " Nathan der Weise" als Jude, als Scheich in Mozarts Oper "Die Entführung aus dem Serail" und am nachhhaltigsten in den der Edlen Rothaut der Karl May Romane. Ja und in dem Film des heutigen Abends begegnet uns der Edle Wilde in den Samurais des alten Japan.

Ich finde es immer sehr bedauernswert, wenn alte Bräuche untergehen müssen, aber es gibt manchmal eben kein Entrinnen. Man kann um die alten Ideale kämpfen, bis zum bitteren Tod und dann kann man in den Filmen darüber sehr weise Sätze sagen. mich hat ein wirklich irrer Satz bewogen, mal wieder an den edlen Wilden zu denken.

Also Tom Cruise kämpft an der Seite des letzten Samurais Katsumoto und der fragt, ob denn ein Mensch sein Schicksal abwenden könne, worauf ihm Tom Cruise eine Antwort gibt und jetzt kommt es:

Der Mensch tut was er kann, bis sich sein Schicksal offenbart.

So ist das, manchmal ist es der Tod, manchmal nicht. Ein ganzer Film um diesen Satz. Ich fand das sehr spannend. VIelleicht habe ich noch mal irgendwann die gelegenheit, dem Satz viel Zeit zu widmen, verdient hätte er es.

Sonntag, Februar 18, 2007

Vorfrühling

Wenn die Sonne scheint und die Vögel zwitschern, der Specht hämmert und auch die ersten Frühblüher ihre Köpfchen rausstrecken.....dann ist Vorfrühling. Nein, nicht im Wienerwald, obwohl, vielleicht auch da. Aber ich bin nicht da sondern wie eigentlich immer in Potsdam. Und dieser Vorfrühling in Potsdam, der nimmt geputzte Menschen und sät sie gleichsam in den Parks und Gärten aus. Natürlich werden nicht irgendwelche Menschen gesät, nein es sind vor allem Großstädter, Berliner und er nimmt reichlich. Schon am Vormittag suchten sie Parkplätze als hervorragende Ausgangspunkte für den Spaziergang entlang der Schlösser und noch immer festverpackten Wasserfontänen. Diese Menschenfülle ist beinah beängstigend, denn was soll den erst werden, wenn die Saat aufgeht und im Mai alles noch voller wird. Da mag man als Eingeborener gar nicht daran denken. Man sollte aber an Ausweichspazierwege denken. Die müssen entdeckt werden, eventuell sogar für etwaige Läufe vermessen werden. Ja und darum gab es heute einen Ausflug. das Motto: Raus aus Potsdam und auf Schlösser und Gärten nicht verzichten.

Für uns entdeckt und ins Herz geschlossen haben wir Schloss, Park und Dorf Marquardt. Eigentlich würden wir da sogar gern wohnen. Marquardt ist ein Landschloss etwa 10 km vor den Toren Potsdams. Es liegt sehr idyllisch an einem See. Es ist still dort, verwunschen. Das Schloss selbst ist noch immer nicht hergerichtet. Irgendwie ist das Schloss zwar schon entdeckt, aber niemand kümmert sich recht um diesen wundervollen Bau. Der Garten ist wie fast alle Gärten hier von Peter Joseph Lenné angelegt und fügt sich an die Feldfluren an, die wiederum die natürliche Erweiterung der Potsdamer Parklandschaft bilden. Schön ist es dort unter dem uralten Baumbestand, der wiederum überwuchert ist von Efeu und bizarre kleine Brückchen verbinden die kleinen Teiche und Kanäle. Dabei ist es so ländlich. Man betritt den Park und sieht Nachbars Hühner scharren. Es gibt auch hier ein paar Spaziergänger, aber es ist einfach unglaublich entspannt.

Das war eine schöne Entdeckung. Nun muss noch mit dem Rad erkundet werden, ob man da sogar hinlaufen kann und schwuppdiwupp hätte man eine schöne Langstrecke.

Demnächst werden die Wirtschaftsgebäude im Park ausgebaut, dann kann man da wohnen und das werde ich sehr genau beobachten. Wohnen im Park am See mit eigener Wiese. Großartiger geht es kaum. Ich gelobe, rechtzeitig die geeigneten Rosen für das Gerankel zum Turmzimmer auszuwählen.

Samstag, Januar 20, 2007

Draußen vorm Haus

Ich wollte ja eigentlich mal wieder mit der Kamera gewappnet spazieren gehen. Aber das Wetter ist so wenig einladend. Darum gibt es heute Bilder von draußen vorm Haus.
Die habe ich nämlich nur draußen vorm Haus gemacht.








Mittwoch, Januar 17, 2007

Sonntag, Januar 14, 2007

Ein Traum in Rosa...

....ist die Russisch orthodoxe Kapelle auf dem Kapellenberg.

Hagebutten

Im Herbst war ich spazieren und habe ein bisschen geknipst. Die Bilder sind nicht richtig scharf, ein paar zeige ich doch mal. Hier gibt es ein Rosengebüsch mit unglaublich dunklen Hagebutten.




Sonntag, Januar 07, 2007

Friedenskirche

Denken in der Sonntagszeitung

Wir bekommen eine Zeitung, sogar eine Sonntagszeitung. Die lese sogar ich ganz gern. Eigentlich deshalb, weil eine Sonntagszeitung gar keine richtige Zeitung ist. Das Tagesgeschehen, der Rummel m die Welt da draußen ist zurückgenommen. Man kann lesen, wie sich andere Menschen die Welt so denken.
Heute dachte sich ein Wissenschaftler die Tierwelt im Verhältnis zur Menschenwelt. Diese Gedanken gab er in einem Interview preis.

Kann ein Tier denken?

Puh! Die Frage ist schwierig. Es steht die Definition auf dem Spiel, was eigentlich DENKEN heißt.
Den, der da dachte, mag ich nicht. Er sagt, dass wir keine Seele haben, auch die Tiere nicht, dass mein Hund sich nicht wirklich freut, wenn er mich sieht und unweigerlich mit dem Schwanz wedelt. Er reagiert nur irgendwie automatisch auf Reize. Vielleicht. Alle weiteren Schlusfolgerungen verschiebt er in die Ethik. Pah!

Ich glaube auch nciht, dass mein Hund denken kann, also zum Beispiel abstrakt eine Handlung planen. Bestimmt nicht. Aber dieser studierte Mann nimmt uns und den Tieren auch die Seele weg. Pah!

Mein Hund mag mich, ich mag ihn, das ist doch nichts intelletuelles, das ist doch was seelisches. Etwas, das vom Herzen kommt, das kann man aber wissenschaftlich nicht beweisen. Ich beschließe für heute folgendes: Mein Hund ist toll! Er hat eine Seele, denn er träumt eindeutig, meist vom Laufen, das heißt für mich, dass er Erlebnisse im Schlaf verarbeitet.

Vielleicht mag er den Menschen an sich nicht, vielleicht Tiere nicht. Ich weiß es nicht. Das Interview beginnt mit der Feststellung, das man bei einer Handlungsweise eines Tieres und sicher auch bei einem Menschen nicht zuerst ein höheres Motiv annehmen soll, man soll immer erst schauen, ob man Handlungsweisen mit simplen Verhaltensmustern erklären kann. Ich gebe zu, das passt mir nicht. Ich nehme immer lieber an, dass in den Wesen um mich rum etwas höheres schlummert, das in bestimmten Handlungsweisen sichtbar wird. Dann ist der Respekt vor dem Wunder des Lebens ganz von alleine da und komplizierte Theorien über Moral und Ethik gar nicht nötig.

Das war mein Wort zur Sonntagszeitung.

Nun noch der Hund, dem Seele abgesprochen wird und über Geist ist wohl noch nicht entschieden

.


Er sitzt in dem Stuhl, in dem Frank gern Zeitung liest. Was hat er sich wohl dabei gedacht? Das fragen wir uns zumindest, denn dieses Verhalten trat unmotiviert auf, bringt kein Leckerli ein und es ist für einen großen Hund, der auch aufs Sofa darf nun wirklich nicht der bequemste Platz.
Was hat er sich dabei gedacht?

Sonntag, Dezember 24, 2006

Sonne um Mitternacht

"Und wäre Christus tausendmal
in Bethlehem geboren,
doch nicht in dir,
du wärest ewiglich verloren."
Aus dem Cherubinischen Wandersmann des Angelus Silesius
So wünsche ich mir selbst ein Heilige Nacht und Frohe Weihnachten.

Sonntag, Dezember 03, 2006

Rosen im Advent

Er wird kommen, das heißt Advent.
Die Sonne, auf die ich warte ist in diesem Jahr noch da. Warm scheint sie in die Fenster. Keine Dunkelheit umgibt mich, von der man Erlösung erhofft.
Aber er wird kommen, es ist Advent. Die Dunkelheit wird kommen und dann singe ich still vor mich hin:
Fern im Osten wird es helle
Bis dahin trinke ich auch bei milden Temperauren Glühwein, schneide mit einem langen ooooh den Stollen an, breche die Scheibe durch und nehme mit der Fingerspitze den Puderzucker vom Teller.
Im Dezember liest man auch die Rosenkataloge und die Neuigkeiten auf dem Sämereienmarkt. Jaja. Man weiß dann schon, welche Neuheiten des Blumenmarktes man im nächsten Jahr nicht verpassen darf. Vor allem aber kann man entscheiden, welche Rose in der Sammlung fehlt.
Für mich gehört die Rose unweigerlich zum Advent und vor allem zu Weihnachten dazu.
Sie ist die Königin der Blume und ein Symbol der Mutter Maria. Ich habe zwei Lieblingsweihnachtslieder: "Es ist ein Ros entsprungen" und "Maria durch ein Dornwald ging", das singe ich mir auch gern selbst vor. Wenn alle Hoffnung erstirbt, entspringt aus Dornen eine Blüte, ein neues Leben. Großartig. In meinem allerersten Gartenjahr war der Winter ebenfalls mild und am Heiligabend blühte eine Rose, eine rote Rose, ich verstand noch nicht so viel von Sorten und hatte noch keine so ausgeprägte Vorliebe für die alten Sorten, also war es eine moderne tiefrote Hybride, die noch am dunkelsten Tag strahlte.
In diesem Jahr habe ich keine Rose, aber unglaublicher Weise blüht im Kasten noch immer eine Betunie und die Kapmargarite in zartem rosa auch.

Montag, November 06, 2006

Wie groß muss ein Schmerz sein, dass man schreit. Wie groß, dass man weint und wie groß, wenn kein Schrei mehr möglich und keine Träne geweint werden kann.
Wie fühlt man sich, wenn man allein gelassen wurde. Wie fühlt man sich, wenn man verlässt und wie, wenn der liebste Mensch einen Verlust nicht fassen kann. Noch gar nicht fassen kann, wie ihm geschieht.

Vater Vater, warum hast Du mich verlassen.

Gibt es je wieder den Moment überaschenden Glücks, Unbeschwertheit. Wie lang werden solche Momente sein. mein armer Sohn.

Dienstag, Oktober 31, 2006

Lauf im Bergischen

Dass es ein schöner Lauf war, ist an anderer Stelle schon geschrieben. Ich bin mit Daniela gelaufen, 21 km weit. Ich war wie immer hocherfreut, dass es so gut passt. Wir reden, laufen, schauen, schweigen, zeigen uns die Schönheiten und laufen mit einem Lächeln ins Ziel.
Während des Laufens kann man auch denken, das ist mir auch diemal passiert. Ich habe über das Grün gedacht und über das Bunt der Bäume, dass es einer der letzten schönen Tage ist, dass der Winter kommt und an den Tag davor.
Ich war am Tag davor in einer katholischen Messe. Das tue ich grundsätzlich gern, auch wenn der Anlass diesmal kein schöner war. Es gab wie gewöhnlich die Abendsmahlfeier. Die Kirche war voll und nachdem Oblaten und Wein verwandelt waren, holten sich alle Anwesenden ihren Teil am Leib des Herren. Nur den Wein gibt es ja hier nur für den Pfarrer. Ich flüsterte Daniela zu, dass bei uns das ganze ein gemeinsames Feiern ist und hier sich alle nur anstellen, das Stück Oblate nehmen und zum Platz zurückgehen. Naja, meinte Daniela, das ist wie am Verpflegungsstand beim Marathon oder eben Volkslauf...
Und hier bin ich wieder beim Röntgenlauf. Ich dachte viel an die, die den ganzen Weg auf sich nehmen und ob die Verpflegungsstelle nicht wirklich irgendwann das Brot des Lebens und den Wein der Verheißung bereithält. Hier iss und sei gestärkt, der Weg ist noch weit, hab Vertrauen und das Ziel wird nahen. Nimm und trink, du wirst die Kraft des Isogetgränks in deinen Adern spüren und nach der Verpflegungsstelle bist du ein neuer Mensch und die neuen Menschen werden den Himmel sehen.
Dann dachte ich wieder an Grün und Bunt und dass ich alles wunderschön finde, dass wir wunderbar laufen und diese felligen Kühe wirklich allerliebst sind.

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Samstag, Oktober 21, 2006

Ferien vom Ach

Genau, jetzt mache ich ferien vom Ach. empfohlen wurde diese Art Ferien mal wieder von dem Gärtner. War fast zu erwarten und auch auf die gefahr hin, dass ich en gelangweiltes Gähnen hervorrufe, nenne ich ihn beim Namen: Karl Förster. Der hat ein niedliches Büchlein zusammengestellt, als er noch lebte, freilich.
Es ist schon erstaunlich, es gibt in dem Buch kleine Texte, auch über Weltpolitik. Wie das aber klingt, wenn ein Gärtner sie beschreibt. ich muss es mal kurz schreiben:
"Wir Menschen von heute sterben in der Schneeglöckchenzeit vom nahenden Menschheitsfrühling weg, in dem man an unser Zeitalter zurückdenken wird wie im Mai an den Vorfrühling."

Was will uns der Gärtner sagen? Es geht um eine bessere Zukunft für den Menschen. Das ist immer gut. Es geht um die Widersinnigkeit von Krieg, dem der junge Mensch hingeopfert wird und so die Maiwonnen des Lebens, ja der Welt nicht erleben kann.
Mannoman. In den 50er Jahren glaubte man noch so fest daran, dass alles besser wird, da muss man schon drüber lächeln.
Aber um den Ferien noch das Ach zu nehmen, zitiere ich och was echt gärtnerisches, hier wird die Freude des Gärtners an seiner Arbeit. Es ist auch immer wieder kaum zu glauben, wie schön die Blumen blühen.
" Der züchterische Umgang mit der Pflanze führt uns immer wieder in abenteuerliche Überraschungen. Der Gärtner schafft die wissenschaftlichen Grundlagen für neue Züchtungen und steht dann plötzlich vor Blumen, die wie von Engelshänden geformt scheinen. keine Phantasie kann die Noblesse dieser Geschöpfe vorher ahnen, bei deren Anblick der Züchter oft denkt: Reiche Gott einen kelinen Finger, und er nimmt die ganze Hand."
In diesem Sinne also: Die Welt ist schön, kein Ach soll heute über meine Lippen.