Donnerstag, September 28, 2006

Samstag, September 23, 2006

Jubiläum

Ich bin 33 Jahre alt. Und das hier ist der Vorabend meines ersten Marathons. Ich bin geduscht, die Zehnägel sind sauber gekürzt und es gab einen Berg Nudeln auf einem schönen weißen Wedgwood Teller, danach ein bisschen Schokoladen Mousse.
Am liebsten hätte ich ein Glas Rotwein bei mir stehen, es räsoniert sich noch viel angenehmer mit einem feinen Chianti in einem schönen Glas.
Dieser Abend ist besonders. Ich habe ein Jubiläum, das fiel mir erst vor ein paar Tagen ein.
Vor zwei Jahren lief ich am 24. September meinen allerersten Wettkampf. 10 km bei dem Sparkassen-Marathon in Koblenz. Es war großartig. Ich besaß seit 5 Wochen Laufschuhe und war so verblüfft über meine Kraft. ich war so verblüfft über so viel Atem in meiner Lunge. Und wenn ich stressfrei laufen kann, dann ist das bis heute das allergrößte dabei. 1 mal einatmen, 3 mal austamen, die Arme an der Seite und saubere gleichmäßige Laufbewegung. Frank nennt das Laufmaschine. Es ist ein wunderbares grenzwertiges Gefühl. Lust an der dosierten Kraft.
Damals bin ich noch am Vortag, sozusagen heute 8 km auf Tempo gelaufen, am Rhein entlang um zu sehen, ob ich das wirklich kann: LAUFEN.
Und für morgen bitte ich, das ich etwas von dieser Begeisterung in mir habe. Ich kann das bestimmt, ich bin mir nicht sicher und es ist ein Experiment....aber ich kann das bestimmt, ich muss nur atmen und laufen.
Ja und weil es nun mal ein Jubläum ist, gibt es ein Photo von mir, das allerste Zielfoto von mir.
Das war in Koblenz.

Sonntag, September 17, 2006

Freitag, September 08, 2006

ein Philosoph mit K

Ich arbeite ja in einer Kundenbetreuung, also telefoniere ich mit ganz vielen Menschen. Manchmal versuche ich mir vorzustellen, wie es wohl wäre, wenn all diese Menschen vor meiner Tür ständen, einer nach dem anderen klopft an und will eine Antwort von mir, bis zu 175 Menschen am Tag stehen vor der Tür, sind nicht immer nett und doch wollen sie zu mir, denn sie brauchen Hilfe oder wollen sich beschweren oder was kaufen oder oder oder.
Zuallererst will ich wissen, wer die Person ist, die da spricht, das will ich ganz genau wissen und so frage ich nach ihrem persönlichen Kennwort. Das sagt meist nichts über den Menschen aus, manchmal aber doch. Ganz oft wissen sie ihr Kennwort nicht, aber das ist nun mal die Parole, ohne die kein Einlass in die heiligen Hallen des Wissens gewährt wird. Ich helfe selbstverständlich hier und da beim Finden des Kennwortes. Meistens frage ich: Wie heißt denn ihre Tochter oder Ihr Sohn?....Ah...ist die Antwort, jetzt weiß ich. Manchmal ist es aber auch viel schwieriger, knifflig garadezu. Dazu ein Beispiel:
Mandy: Ihr Kennwort bitte!
Kunde: Dädalus
Mandy: NEIN, nicht griechisch7humanistisch... aber philosophisch ist es schon.
Kunde: hm..philosophisch, ich komm nicht drauf, haben Sie noch einen Tip für mich.
Mandy: Er war ein Freund Schillers.
Kunde: ein Freund Schillers?...Ja dann Goethe vielleicht?
Mandy: Nein! Aber wenn Ihnen Goethe einfällt, dann gebe ich Ihnen noch den Tip, dass Goethe einmal sagte, dass er den gesuchten nicht lesen braucht, denn Schiller vermittelt ihm all seine Theorien.
Kunde: Hm...ich komm nicht drauf. Noch ein Tip vielleicht...
Mandy: (nun wird es wie im Kreuzworträtsel) erster Buchstabe ist ein K
Kunde: mit K?? ich komm nicht drauf.
Mandy: noch mal K...er kommt aus Königsberg.
Kunde: ein Philosoph aus Königsberg? mit K also... noch was zum K?
Mandy: naja...das ist der mit dem kategorischen Imperativ...wie K eben.
Kunde: Ach! Kant!
Mandy: Ja! Worum geht es denn?
Kunde: Ist das Geld, dass ich überwiesen habe, schon eingegangen?
Mandy: Moment, ich schaue mir mal Ihr Konto an, JA!
Aber eigentlich wollte ich heute noch näher an den Ruinenberg heranführen. Die morgendliche Tour führte dahin. Am Normannischen Turm gab es eine kurze Rast und eine Rast dort oben ist wie ein kliner Urlaub, ein Urlaub in Italien, dort steht sogar eine Feige. Die Früchte sind nicht reif geworden, aber trotzdem, es steht dort eine Feige.

Am Ruinenberg


Mittwoch, September 06, 2006

Montag, September 04, 2006

Hier wohne ich


Das ist das Potsdam, das mir am allernächste ist, hier gehe ich zur Tür hinaus, für einen kurzen Spaziergang, zum Laufen. Nicht ins Büro, dafür müßte ich links abbiegen, für den Sonntagsspaziergang gehe ich nach rechts. Hier werden alte Garnisionsgebäude zu Wohnunggen umgebaut, eingebettet in den alten lennéschen Gartenplan. Noch ist es wilde Baustelle....aber bald ist es wieder da, diese Garnision, das alte Lazarett in einem grünen Park. Hier wohne ich.
Wenn ich daran vorbeigehe, komme ich zum Ruinenberg, der ist auch wild, Wildnis eben, Wie könnte es auch anders sein, denn auf dem Ruinenberg steht eine erschaffene Ruine, eine italienische Illusion für den alten Fritz und Ruinen wirken nur glaubwürdig in einer gepflegten Wildnis. Kalmán liebt dieses Stück Wald, das ist sein Zuhause. Am Wegrand stehen Rosensträucher, abgeblüht mit Hagebuttenpracht.
In diesem Backsteinbau, dieser Kaserne absolvierte noch mein Vater seine Grundausbildung, meine Mutter hat ihn am Tor erwartet als hier noch tiefer Osten war.
Das Gelände, auf dem auch das Haus steht, in dem wir wohnen war von den Russen besetzt, sie haben hier gehaust, alles verkam. Heute staunen hier Touristen auch russische Touristen, die ehemaligen Besetzer eben. Neulich sah ich eine Gruppe, sie schauten das Gelände an, bekamen Erklärungen dazu und ich dachte, wie doch der Welten Lauf ist. Aller Ruhm vergeht . Hier gibt es kein Militär mehr, der Park des Lazaretts ersteht wieder, die Gebäude bekommen Balkone und Menschen werden einziehen in die sonnendurchfluteten Wohnungen.

Sonntag, September 03, 2006

Ach

Ich habe Lust,was zu schreiben.
Ich bin aber gerade etwas melancholisch, das kommt daher, dass ich das gefühl haeb, meine Mühen bleiben fruchtlos. ich laufe und laufe.....um mich dann unter Qualen in das Ziel eines Halbmarathons zu schleppen. Dass ich nicht schneller werde, bekümmert mich nur am Rande, und zwar an dem Rand, an dem auch bemerkt werden muss, dass ich mich nicht mal besser fühle dabei. Es gibt keinen Erfolg zu vermelden. Der km 17 zieht mir die Füße weg und dann bin ich ein Häufchen Elend mit nagenden Selbstzweifeln und sowas mag ich ja dann gar nicht schreiben. Naja, ein bisschen schon.
Ich bin also melancholisch, so melancholisch über die unglaublichen Erfolge, die andere verbuchen können, dass ich zu Gedichtbänden gegriffen habe, die mich auf jeden Fall in dieser Stimmung bestätigen werden. das Leben ist nur schön, mit einer Rosenblüte in der Hand.....und weh und schön, wenn sie auf ein Grab geworfen wird. Das führte mich ohne Umwege zu Karoline von Günderode. Hier fand ich ein Gedicht, dass uns alle, die wir schreiben und wirken wollen irgendwie betrifft.

Tendenz des Künstlers

Sage! was treibt doch den Künstler, sein Ideal aus dem Lande
Der Ideen zu ziehn, und es dem Stoff zu vertraun?
Schöner wird ihm sein Bilden gelingen im Reich der Gedanken,
Wäre es flüchtiger zwar, dennoch auch freier dafür,
Und sein Eigenthum mehr, und nicht dem Stoff unterthänig.

Frager! der du so fragst, du verstehst nicht des Geistes Beginnen,
Siehst nicht was er erstrebt, nicht was der Künstler ersehnt.
Alle! sie wollen unsterbliches thun, die sterblichen Menschen.
Leben im Himmel die Frommen, in guten Thaten die Guten,
Bleibend will sein der Künstler im Reiche der Schönheit,
Darum in dauernder Form stellt den Gedanken er dar.

Später mehr

Montag, August 28, 2006

El Pardo

Gerade habe ich mir die Bilder angesehen, die in Madrid und El Pardo entstanden. El Pardo ist ein Landsitz, ein Schloß nahe Madrid. Dort residierte Franko und es ist schön dort. Es ist so eine Art Potsdam bei Berlin. Nein, es ist viel kleiner, es ist ein Platz mit Menschen und ein Park und das Schloß. Es gab sehr gute Patatas Bravas und Sonne auf Pinienhainen. Jetzt, wo der Sommer vergeht, lugen die Frühlingsbilder wieder hervor und erzählen von schönen Tagen im Mai.
Ein Schloß
Ein Platz mit vielen Menschen
Ein Pinienhain

Samstag, August 26, 2006

Dill

Die Bücher der Sackville-West enthalten ihre Kolumnen über Gartengestaltung. Es handelt sich also um kurze Beschreibungen von Pflanzen und die Möglichkeit, sie effektvollin Gärten einzusetzen. Natürlich bestätigte sich meine Erwartung an ihre Meinung über Rosen. Die Sätze, die sie über den Umgang mit der mal stillen, mal sehr divahaften Queen schreibt, lesen sich gut und machen Freude. Wer schon mal im Juni und Juli schwalbenumschwirrt eine Rose schnitt, kann doch wirklich kaum anderes empfinden als diesen Satz:
"An einem Sommerabend tote Rosenköpfe zu entfernen, ist eine Beschäftigung, die uns in ein ruhiges Zeitalter und in ein anders Jahrhundert zurückführt...."
Wie gesagt, dass ich dort verstanden werde, überascht mich nicht. Aber folgender Satz liess mich innerlich Luftsprünge machen. Ja ja...das denke ich auch, ich habe s auch so gemacht und das will ich gleich allen erzählen, folgender Satz also trägt Schuld am heutigen Beitrag:
"Darf ich ein gutes Wort für Dill einlegen? Ich finde Dill sehr schön, vor allem vielleicht im Haus, wo er aussieht wie feine goldene Spitzen, wie Federn zwischen den flachen Köpfen der Schafgarbe..."
Und was soll ich sagen, in diesem Jahr habe ich den Dill gemischt mit Sommerblumen in den Balkonkasten gesetzt. Dass sich das gut machen würde und diese zartgrüne Wolke mit wirklich sehr goldenen Blüten den Kapmargariten und selbst den Betunien meiner Oma guttun würden, war mir klar...so irgendwie, denn mein allererstes Gartenjahr brachte mir derzeit unglaublichen Erfolg mit einer Mischung aus Senf, der sehr gelb ist, Ringeblumen, Kapuzinerkresse und Kürbis. Alles in allem war es eine Feuermischung und damals wünschte ich, ich hätte den Dill für die Frische dazugetan. Ich wünschte mir noch mehr, war aber vor allem begeistert, wie zuversichtlich all diese einjahrigen blühten und ein sommerliches Feuerwerk veranstalteten.
Also pflanzt Dill ihr lieben Leute und werdet glücklich.

Donnerstag, August 24, 2006

Mittwoch, August 23, 2006

Vita Sackville-West

" Der wahre Gärtner muß voller Phantasie an die Zukunft denken"

Selbstverständlich sind das Worte einer Gärtnerin, einer englischen Gärtnerin sogar, die den Anfang des 19. Jahrhunderts mit Rosen, Lavendel, Gräsern und Sträucher und ach noch viel mehr verzauberte.
Ich komme darauf, weil ich in der Stadt war und dort in einem Buchladen, der eben auch Gartenbücher führt. Und da lag es dann, nein da lagen sie, die ersten deutschen Ausgaben von Sackville-West-Gartenbüchern. Denn sie hat auch über Gärten gedacht und das dann aufgeschrieben. Vor allem über kleine Gärten in der Stadt und in den Vororten. Sie ist eine Künstlerin.
Gekauft habe ich alle beide Bücher, für mich und ein bisschen für Daniela, denn ich möchte gern ihren Garten denken. Und wenn er gedacht ist, dann möchte ich, dass gepflanzt wird und wenn alles so wird wie geplant....dann wird danach geblüht.
Es gibt einen schönen Spruch eines berühmten Potsdamer Gärtners, Karl Förster nämlich, der geht so: Es wird durchgeblüht! Dieses Konzept hat er in seinem Garten angewandt, kein Tag des Jahres verging dort ohne eine Blüte. Er war ein guter Mensch und ich kenne den Ersatzenkel von ihm und aß schon mit seiner Tochter Nudeln unter den großen Linden im Garten.
Aber die Vita Sackville-West ist die Freude des heutigen Tages. Mein Sommergarten und Mein Frühlingsgarten liegen neben mir und ich blättre sanft in den Seiten der Bücher. Ich wäre gern Gärtnerin. Was in aller Welt hielt mich davon ab, Gärtner zu werden. Ich glaube es war Eitelkeit. Ich komme aus einer Gärtnerfamilie und wollte weg von Obstgehölzen und Blumenkohl, rein in die Bibliothek, in die Theater, alte Sprachen lerenen und so weiter. Aber der Garten holt mich ein, immer wieder und eines Tages werde ich wieder Erde in den Händen haben und Pferdemist zärtlich um Rosenstämme drappieren.
Ich bin stolz auf das, was ich gärnerisch kann, mir fehlt die Erfahrung im Umgang mit den Pflanzen, die es auf de dürren Böden Brandenburgs schwer haben, aber ich glaube, dass ich Garten und Wiesen und Häuser zusammenfügen kann. Darum gibt es heute alte Fotos von mir, die sind in meinem Garten entstanden im Jahre 2004.
Ich kann dieses Fühlen, diese Dankbarkeit gegenüber den Pflanzen, die uns Freude schenken so gut nachvollziehen. Ich erinnere mich oft an einen Tag im Juni, ich lief schon, lief durch die Felder auf ein kleines Waldstück zu, dort bog ich ab und ein "Ach" entrang sich meiner Brust (ja so muss ich es sagen), denn dort wiegten sich allerliebste Margaritten im Wind, die dort sicher mit Gartenabfällen hingelangten. Es war ein so überraschender Anblick, diese weißen Blüten zu sehen vor den Kiefern und Findlingen, es war schön. Wenn man es schafft, diese Zufälligkeit im Garten zu gestalten und auch zu erhalten, ja ich glaube, dann kann man schon was. Ein Ensemble von Pflanzen schaffen, dass jeder Blüte ihren Platz schafft und im ganzen ebenfalls schön ist....

Mittwoch, August 16, 2006

Eis im Westen und Frösche im Osten

Am Wochenende war ich auf einer Kirmes, auf einer großen Kirmes im Westen, der Cranger Kirmes. ich habe gestaunt wie ein kleines Mädchen.
Denn ich komme aus dem Märkischen Brandenburg. Hier heißt die Kirmes Rummel und aller Glanz ist erstickt. Was bleibt, sind leere Karoussels und verbrannte Bratwurst für teuer Geld. Ich glaube, das hat nur bedingt damit etwas zu tun, dass die Kirmes, im Osten ist, ich glaube eher, dass die Tradition ausgelassener Volksfeste schlicht und ergreifend keineTradition hat. Rummel werden auf eher ebgelegene Wiesen oder Schotterpisten geschoben. Die Karoussels und Losbuden stehen lieblos aufgebaut da und versprechen irgendwie nichts. Hier geht man eben arbeiten, die dürre Scholle ruft, will gegrubbert und gegossen werden, asketisches streng lutherisches schmuckloseses Leben. So wie unsere Kirchen allen Schmuckes beraubt sind und nur durch die Architektur wirkt, das klare ungebrochene Licht ermahnt zu moralischem Lebenswandel...
Nun, also die Kirmes im Westen...die war großartig, es roch gut, es war bunt und laut.
Und die Menschen strömten da hin. Ich aß Kirmeseis und gebrannte Mandeln. Bei einer Apfelschorle an der Hamburger Fischkate brachte unser lieber Hund ein Gespräch mit dem Schausteller der Fischbude zustande. Treudoof gucken zaubert einem manchmal sogar Fischfrikadellen direkt in das hungrige Maul. Ich mag solche Begegnungen, die einen ganz kurz am Leben dieses wandernden Volkes teilnehmen lassen. Es ging um die Planung der Weihnachtsmärkte und die Entscheidungen, die zu treffen sind. Soll er lieber nach Berlin gehen, auf den ganz neuen Markt am Schloss Charlottenburg oder lieber in Leverkusen bleiben, da weiß er, was er hat und die Standmiete in Berlin ist hoch, es ist ein Risiko.
Ja und danach fuhren wir heim.
Unterwegs fiel mir ein, dass ich schon lange ein bisschen was schreiben wollte über Rummel in Berlin. Über das Deutsch-Französiche Volksfest, wo es Froschschenkel gab. Die habe ich fotografiert aber nicht gegessen.
Warum ist wohl Froschschenkel eine Delikatesse in Frankreich oder auch in den Po-Ebenen Italiens?
Ich glaube ja, dass es genau wie Flusskrebse in die Kategorie "Essen der Armen auf den Tischen der Reichen" gehört. Denn höchstwahrscheinlich waren die Frösche einfach eine Plage, zumindest in der besagten Po-Ebene, wo sie in Massen in den Reisfeldern lebten. Hier bei uns waren die Flußkrebse früher einfach Beifang, das was übrigblieb für die armen Fischer, und dann wurden sie berühmt und dann selten und dann eine Delikatesse. So stelle ich mir das mit den Fröschen vor. Die Bauern hatten nichts anderes zu essen als diese verdammten Frösche aus den Sümpfen und dann machte vielleicht irgend so ein Comte einen auf Einfaches Leben und ließ die Viecher seinen noblen Gästen servieren, die, angetan von dem Essen einen Kult draus bauten.
Nun, hier die Pfannen mit den Fröschen.

Sonntag, August 13, 2006

Course des Templiers

Ich bin eine Entdeckerin.
Ich habe etwas entdeckt.
Ich habe eine großartige Laufveranstaltung entdeckt und ich freu mich und bin etwas hibbelig, weil ich dort einmal laufen werde. Es dauert noch etwas, aber das macht nichts.
Der Lauf wird in Frankreich sein und er führt in einem Kurs durch die Wildnis und kleinen Dörfer des Cevennen-Gebirges. Natürlich wähle ich den Luschikurs von 18 km und himmle diejenigen an, die die harten 66 km unter den Füßen haben werden. Aber das macht nichts.
Der Lauf heißt Course des Templiers. Und neben Schauen und Staunen kann ich alle Literatur, die ich in meiner Leselaufbahn zum Thema Templer eingesogen habe, Revue passieren lassen. Das wird sicher großartig.
Ich erinnere mich an ein großartiges Buch, in dem der Weg Parsivals mit jedem Waldsteig nachgezeichnet wurde, an ein Buch über die Geschichte der Katharer, die eng mit den Templern in Verbindung gebracht wurden, die als Ketzer verschrieenen Katharer in den Vorgebirgen der Pyräneen. Ich erinnere mich, dass ich schon immer mal nach Montpellier wollte und die Wege von dort aus nachgehen und nun....hat das schöne Südfrankreich längst dafür gesorgt, hat einen Vorwand geschaffen, mich endlich dorthin zu holen, einen Lauf mit dem vielversprechenden Namen Course des Templiers.
Ich bin eine Entdeckerin.

Montag, Juli 10, 2006

um den Verstand gebracht


Ein Buffet ist etwas großartiges. Einereseits hat der Koch die Möglichkeit, sein Können vielfältig zu präsentieren und die Gäste beruhigt zu fortgeschrittener Stunde die Aussicht auf reichlich gefüllte Teller.
Wenn dann alle wohlig bis beinah unwohlig satt sind und vielleicht nicht mal glauben können, jemals wieder so gut essen zu werden, dann ist der richtige Zeitpunkt für das Sahnehäubchen, die große Überraschung, die Aufsehen an den Tischen erweckt und alle Vernunft in einem großen Mhhhm ertrinken lässt.
Auf unserer Feier gab es dieses Sahnehäubchen und brachte einige um den Verstand. Es war der Schokoladenkuchen, der die Geschmacks-nerven gleichzeitig euphorisierte und beruhigte, so wie es eben nur Schokolade kann und einfach so gut war, dass er über die ihm natürlich innewohnende Schwere, ja Massigkeit hinwegtäuschte.
Und hier ist ein Stück davon, vor dem Verzehr noch fotodokumentarisch festgehalten

.

Wie die Zeit vergeht

Sie vergeht schnell.
Ich glaube, ich habe das schnellste Jahr meines Lebens gelebt.
Vor einem Jahr begann ich, meinen Körper zu heilen, was folgte, war das schöne Erlebnis, laufen zu können ohne Schmerzen in den Beinen. Es folgte auch ein großer Schrei, ganz laut allem entgegen, was ich bisher lebte, ein lautes deutliches NEIN und dann kamen die Konsequenzen und Entscheidungen, die leicht aber doch nicht leichtfertig einander die Klinke in die Hand gaben.
So und nun?
Ich habe einen Mann, habe Frank an meiner Seite, habe ein großes schönes Fest mit ihm gefeiert, ein Fest mit Familie und Freunden. Es war feierlich, sehr bewegend. Es haben so viele Menschen Anteil an uns genommen, sich mit uns gefreut. Die standesamtliche Hochzeit fand ja in einem kleinen Saal eines brandenburgischen Lustschlosses in allerengstem Kreis statt und es war die freudige anrührende Feier, die ich mir gewünscht hatte. Dann gab es noch die kirchliche Zeremonie, an der dann alle teilnehmen konnten und das war auch das, was ich dachte, als wir die Kirche betraten: Es sind ja alle da, wie schön, es sind alle da. Ja und dann wurde gesungen, mein Lieblingslied gesungen und es kam die Frage der Frage, ich fand dann doch schnell (ja die Zeit vergeht schnell) und der Segen und der Auszug aus der Kirche. Dann kamen die Glückwünsche von allen lieben Menschen. Es war schön.
Und so, wie es in den Glückwünschen meiner lieben Leser und aller Freunde und Bekannten oft gesagt wurde, wird es wohl sein: Dieser Tag war ein schöner Tag und die Erinnerung an ihn kann Anker sein, wenn die Dinge und das Leben mal schwierig werden. Noch sieht es nicht so aus, aber das Schicksal ist unberechenbar.
Ich jedenfalls bin glücklich und fühle mich gut.

Sonntag, Juli 02, 2006

Hochzeit

So...erste Bilder


Mittwoch, Mai 10, 2006

Die Höhle der Schwimmer

Obwohl draußen die Sonne scheint, bin ich hier drinnen und sehe einen Film. Ich sehe einen Film, den ich schon kenne, "Der englische Patient". Parallel lese ich das Buch, das sich aber vom Handlungsverlauf her gar nicht parallel lesen läßt. Aber wenn man die Personen im Buch näher kennengelernt hat, dann weiß man soviel über sie und der Film erzählt noch 1000 Geschichten mehr als ohne dies.
Ich liebe diesen Film, schon weil man die Wüste sieht und Männer und Frauen, die gut gekleidet sind und weil er so voller unerbittlichem Schicksal steckt. Von aller Liebe und aller Schönheit, den Erlebnissen in der Wüste Lybiens und der Suche nach der sagenumwobenen Oase Zazura blieb nichts als ein verbrannter Mann.
Diese Seite habe ich zu den wahren Hintergründen des Buches und zu dem Phänomen lybische Wüste gefunden. Sicher gibt es noch mehr aber ich schaue jetzt erstmal weiter.
...Und nun hat der Graf Almasy die Höhle der Schwimmer gefunden, davor ertönt der Ruf Allah al Aquba, der die Mohamedaner zum Gebet ruft. Das erinnert mich an meine Reise nach Ägypten vor einigen Jahren. Ich mochte das Rufen sehr, das die Menschen daran erinnerte, dass sie einer Gemeinschaft angehören und diese Gemeinschaft im Himmel einen Verbündeten hat, einen Beschützer, so wie die Kirchenglocken zur Vesperzeit eben auch hier.
Die Höhle der Schwimmer....die Wüste war ein großes Meer und statt der Schiffe fahren Kamele in Karavanen darin umher und suchen nach den Resten des Wassers, den Oasen, den Gärten der Wüste. Mich beeindruckt das alles. Und der Anlass all der Suche ist ein Buch, geschrieben vor 2500 Jahren. Das ist doch spannend oder.
Im Film ist nun der große Sandsturm, der die Autos der Expedition begräbt und während des Sturms erzählt Almasy die Geschichten der Winde.
"Es gibt einen Wirbelsturm in Südmarokko, den aajej, vor dem sich die Fellachen mit Messern schützen. Es gibt den africo, der zuzeiten bis in die Stadt Rom vorgedrungen ist...Nächtliche Staubstürme, die mit der Kälte kommen....Es gibt auch den *...*, den geheimen Wüstenwind, dessen Name von einem König getilgt wurde, als sein Sohn darin umkam..."
Mir scheint es kein Wunder, dass die Araber 1001 Geschichte in einem Buch zusammenfassen, es ist nur ein geringer Bruchteil der Geschichten, die in ihnen schlummern und erzählt und erzählt werden.
Graf Almasy liebt Kathrin aber sie ist verheiratet.

Sonntag, Mai 07, 2006

aus der Tagespresse

In Madrid soll man die Nacht durchtanzen habe ich gerade gelesen und wenn man dann noch gehen kann, macht man sich auf den Weg zur besten Currhos-Bar der Stadt, der St. Gines.
Ich war in dieser Bar. Jawohl. Mit Frank und Fidi und Steffen aber nur, weil wir sie zufällig entdeckt haben auf dem Weg zu einer anderen Tapasbar, die an diesem Abend aber sehr enttäuschte. Dort also in St. Gines schmecken Currhos und dazu eine Tasse dicker Schokolade. Es war das allerleckerste, was ich in Madrid in meinen Mund schob. Dass wir die Bar zufällig entdeckten, macht die Sache noch schöner, man fühlt sich ja immer wohl dabei, nicht nur auf den Spuren des Reiseführers getappelt zu sein. Wenn man dann bei einem gemütlichen Sonntagsfrühstück von dem Ort liest, der einem Freude bereitet hat, dann kribbelt das ein bißchen im Bauch. Auch das Foto mit der fliesengeschmückten Bar weckt Erinnerungen an Cafe solo, den man mit einer Pobacke auf dem Barhocker sitzend geschlürft hat. Das alles ist erst eine Woche her.
Auch der Plaza Cibiles und der Plaza Major wird beschrieben, die große Gran Via, die mir da Gefühl gibt, in New York zu sein, wo ich noch nie war, fand in dem Artikel keine Erwähnung, wohl aber das Viertel dahinter mit den Bars und Discotheken.
Noch niemals vorher habe ich eine Stadt so intensiv abends oder in der Nacht erlebt, bisher war ich immer müde und erschöpft von den kulturellen Museumstouren des Tages, die natürlich auch schön sind. Aber so war es auch interessant. Überhaupt war ich erstmals in einer europäischen Metropole ohne intensive Vorbereitung. Und so war ich überrascht, an jeder Ecke überrascht. Ich weiß noch, wie wir aus dem Hotel gingen, irgendwie durch die Gassen durch und dann die Oper sahen, da liefen wir hin und weil das Gebäude nicht soviel zu bieten hat, daran vorbei und dann eben ganz plötzlich und unerwartet öffnete sich der Blick auf den Plaza Oriente. Es haben nur meine Augen geschaut, kein vorbelasteter Verstand hat sich dazwischengemischt und der Platz, an dem sich der Palacio Real vor einem aufbaut, ist schön, fein, mit geschnittenen Buchsbäumen, ein Rondell umgeben von den alten Königen in Stein. Wir überquerten den Plaz und schauten vom Palacio bis zu den Bergen und dem Castilien, in dem die Sonne brennt.
Ich danke also der Zeitung für die Zusammenfassung der Eindrücke.

Freitag, Mai 05, 2006

Letter

Wie kommt man eigentlich dazu, sich für eine Schriftgröße zu entscheiden? Nun, ich würde instinktiv die kleinste gut lesbare Schriftgröße wählen, ich habe nämlich ein wenig bange, dass alles etwas protzig wird, wenn man die Worte in großen Lettern auf den Bildschirm zaubert. Nun habe ich bisher aber nicht die kleinste gut lesbare Schriftgröße gewählt, sondern eben die kleinste, tiny nennt sich diese und das klang meines Erachtens so niedlich und passend für die Dinge, die aus meinem Kopf durch die Tasten hier lesbar werden wollen. Ich habe das geändert und hoffe nun, allen hochgeschätzten Gästen meiner Seite kein Liderzucken mehr zu bereiten.