Dienstag, Oktober 09, 2007

Dunkel

Dies ist das Bild mit vielen Geschichten. Es heißt" Face your Fears" oder "im Düsterwald" oder auch "fragile" oder....

Wieder Dank an die Künstlerin!

Montag, Oktober 08, 2007

Sleep with Butterflies

mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin

Ein Tag in der Fremde

Ich war in Neuwied, ich war ich Koblenz, ich war in Köln und Selters und im Westerwald, ich war drei Tage lang richtig weg.
Und ich war sogar an einem Berg, der hat einen niedlichen Namen, er ist bei Koblenz, sehr hübsch ist es dort. Es gibt sonnendurchschienene Buchenwälder und man kann eine fein vermessene Strecke von 6 km dort laufen. Aber der Name des Berges ist wirklich irreführend, es ist der Hasenberg, den wir gehässigerweise bei der zweiten Runde umgeauft haben, er trägt nun den unheilverheißenden Namen The KillerKarnickel Mountain.
Er bricht das Genick, also mir hat er es gebrochen, aber schön ist es dort, man kann es kaum fassen. Der Weg schlängelt sich Gemütlichkeit vortäuschend um den Berg herum, bis man dann vor der "Wand" steht. Puh, wie weit mag es sein, es ist nicht weit, aber weit genug für Laufen in den Bergen ohne Üben. Es ist furchtbar, furchtbar, dass ich da nicht hochkomme.
Ja, wir haben viel gelacht und ich rief hier und da: Schau mal, wie schön. Und Daniela sagte: Ja schön! Nur die geplante dritte Runde, die haben wir gestrichen und uns lieber der Fotografie im Freien gewidmet. Da war es auch schön, es gab einen Weg mit Herbstfarben, einen Radfahrer mit einem wohlerzogenen Vizsla dabei und später einen Film auf dem Sofa. Es war ein Traum.


Freitag, Oktober 05, 2007

Moosgrün




Dieses Bild heißt Moosgrün, denn es ist moosgrün. Das kommt von dem unglaublich grünen Moos an dieser Stelle am Gohlitzsee. Es ist ein ganz festes, sozusagen kurzhaariges Moos, das eher einem dicht gewebten Perserteppich gleicht als einem industriell gefertigten Flokati. Ja, es istt ein ganz fein und dicht gewachsner edler Perser, farbecht, von vielen kleinen Wurzelchen getragen, langlebig, man kann sogar große Kiefern darauf abstellen.

Neues vom Carl










Schlaf bewacht

Donnerstag, Oktober 04, 2007

Die Möwe und mein Herz

Hin gen Norden zieht die Möwe,
Hin gen Norden zieht mein Herz;
Fliegen beide aus mitsammen,
Fliegen beide heimatwärts.

Ruhig, Herz! du bist zur Stelle;
Flogst gar rasch die weite Bahn -
Und die Möwe schwebt noch rudernd
Überm weiten Ozean.


Von Theodor Storm, dem Dichter des Nordens für Menschen im Norden und für mich.

Ich habe alle Novellen von Storm gelesen, am lebhaftesten vor Augen habe ich die Geschichte von der alten Hansen, sie ist eine alte Frau, die in ihrer Jugend einen Mann liebte, der in seinen Gesellenjahren in den Süden Deutschlands kam. Er wollte immer heim und zu ihr zurück um mit ihr das Glück zu finden und immer hielt ihn die Pflicht weg von der Hansen und der Heimat. Er kommt heim, als er alt ist und die Hansen gerade ein paar Tage tot. Er hatte Wünsche aber einen anderen Platz im Leben einnehmen müssen. Das ist schicksalsschwer. Der Sänger des Nordens singt oft von Schicksal, nie verzeifelnd, sondern notwendig.

vom Hund

Heute war der Hund verschwunden, welch Aufregung. Alle fuhren wild mit dem Rad durch das Dorf, der Hund ist weg, Carlchen, komm her. Er ist doch wirklich ein frecher Hund, der sich sein Leben einfach herausnimmt wie es ihm gefällt aus der großen Kiste des Tages. Friedrich hat ihn wieder gefunden, nun schläft er im Bett und sieht ganz selig aus.

Mittwoch, Oktober 03, 2007

Sommertraum



Beim Kramen in alten Bilder trifft man vor allem auf Erinnerungen an vergangene Sommer. Dieses hier erinnert an den Sommer 2005, er träumt am Meer und ich habe ihn erwischt. Oder aber er wusste, dass ich ihn fotografieren will und hat absichtlich zu träumen begonnen, oberflächlich.

Montag, Oktober 01, 2007

Ausstieg in Kreuzberg

Wenn man nach 15 Kilometern bei einem Marathon aussteigt, dann ist das so, als sei man gar nicht losgleufen. So jedenfalls fühlen sich im Ziel die ersten 15 km in der Erinnerung an, so fand ich das. Wenn man aber nach 15 Km aussteigt und das schon vorher weiß, dann ist es was anderes, für einen selbst ist es was anderes.
Der Km 15 beim Berlin Marathon ist in Kreuzberg, direkt an der U-Bahnstation Schönleinstraße. Es gibt dort Cafes und türkische Bäckereien, bei denen ein Gebäck im Schaufenster liegt, das aussieht wie die Churros, die ich in Madrid in die dicke heiße Schokolade tauchte. Danach ist mir jetzt aber nicht, nach 15 Kilometern laufen habe ich keinen Hunger.
Ich weiß hier, dass ich sicher noch etwas weiter gekonnt hätte, bis zum Halbmarathon-Tor vielleicht sogar, aber es sprach einiges dagegen. Vor allem, dass ich Lars, der bei Kilometer 14 auf mich warten wollte, nicht gesehen habe und das machte mich unruhig, ich gehe nach den Zeitmessmatten bei Kilometer 15 also von der Straße auf den Gehweg und versuche ihn anzurufen, er kann das Klingeln nicht hören, denn da, wo er steht, und das weiß ich ja, ich bin gerade daran vorbei gelaufen, ist es laut, es spielt eine Band auf einem LKW. Hm, was bleibt nun? Ich muss zurückgehen, damit fällt Weiterlaufen aus.
Egal, es war ja eh eigentlich so gedacht, dass ich nicht weiterlaufe. Aber wenn man noch könnte, so ein bisschen eben, dann tut man es nicht ganz so leicht. Egal.
Was noch für diesen Ausstieg spricht, sind die Schuhe, meine Schuhe sind hinüber, sie haben schon im letzten Jahr den Marathon überstanden. Mir tun die Füße weh, die Dämpfung ist nicht mehr vorhanden. Es ist doch auch wirklich unüberlegt und idiotisch von mir, diese Schuhe gewählt zu haben, nur aus Nostalgie und der alten Erinnerungen wegen. Mir tun die Füße weh. Aber sonst geht es mir gut.
Es war ein guter Lauf und das war nicht unbedingt zu erwarten. Im Starblock traf ich Kollegen, ich war nicht allein, hier in diesem großen Startblock H, ich lief nicht allein los, machte mich aber bei Km 2 von den Kollegen frei, weil ich gerade heute mein Tempo laufen wollte, bei Kilomter 6 sind wir alle wieder auf natürliche Weise zusammen und lassen uns bei Km 8 dann quietschvergnügt fotografieren. Hier bei Kilomter 8 steht auch Lars, schaut mich an, wie es mir wohl geht. Wie weit kannst du noch laufen Mandy, fragt er, ich sage, wir sehen uns am Kottbusser Damm. Gut, dann sehen wir uns bei Km 14. Ja, das tun wir...So war Berlin. Es war sein Debüt als mein Begleiter bei einer großen Laufveranstaltung und er hat es gut hinbekommen. Am Tag vorher lief er sgar mit mir ins Olympiastaion. Wer hätte das gedacht. Sicher, es ist ein bisschen anders, denn es ist nur für mich, nicht für ihn aber er tat es gern und ich habe mich gefreut.

So war Berlin. Ein toller Start, ein schöner Lauf, ich war Reiseführer und hatte Begleitung.

Montag, September 24, 2007

ein Lauf

Ich laufe wieder mehr. Hier auf dem Dorf laufe ich durch den Wald, versuche Blicke auf die Seen zu erhaschen, was nicht immer leicht ist. Mein Hund weiß noch nicht recht, was es bedeutet, wenn ich sage: Carl, wir gehen laufen udn die Schuhe schnüre, aber das kommt noch.

Wenn ich meinen Lieblingsweg laufe, dann beginnt der Weg beinah unerwartet vor der Haustür und führt die Straße entlang, an der lachsfarbenen Kirche vorbei über die neue Brücke über den Emsterkanal, immer gerade aus, linker Hand ist die Feuerwehr und rechterhand Gartenzäune mit kleffenden Hunden. Da muss man vorbei und dann kommt man nah an die Autobahn, die hier allgegenwärtig ist. Aber neben der Autobahn, da beginnt der Kiefernwald, der in diesen Tagen sonnendurchflutet ist und würzig riecht, nach Holz und Pilzen.
Ich laufe hinein und bin im Forst, das bedeutet, dass es lange gerade, recht gut ausgebaute Wege gibt und ich weiß nicht immer, wie weit sie führen, lass mich überraschen und biege ab, wenn der Weg gut und sonnig aussieht. Es gibt eigentlich nicht so viel zu sehen, Kiefern, Gras, ein paar Blumen am Wegrand, wenn es lichter wird.
Im Moment blüht die blaue Ochsenzunge und entführt meine Gedanken in russische Märchen und in das weit entfernte Tibet, wo die in meinen Augen schönste blaue Blume blüht, der blaue Mohn, sie spiegelt den Himmel wieder und die Unendlichkeit und genau das macht blau in einem Garten so zauberhaft, dass die Himmelsweite auf der Erde blüht. Dann führt der Weg einen weiten Bogen entlang und ich komme an einem kleinen Teich vorbei, es riecht hier moorig, etwas faulig, das gefällt dem kleinen Hund und in excellenter Vorstehhaltung, die Vorderpfote angezogen beobachtet er das Treiben der paar Enten. Er ist schön und dieser Weg ist schön, der zwischendurch auch Buchenkathedralen zwischen den Kiefern bot.
Doch der schönste Teil des Weges kommt erst jetzt, endlich geht es am See entlang, an dem kleinen Tisch für Ruhepausen vorbei, der See liegt etwas tiefer und ie untergehende Sonne spiegelt sich und vermehrt das Abendrot. Lehnin liegt auf der anderen Seite des Abendrotes, nur zu zu ahnen, hier ist das Land alt.
Es gibt einen schönen Ausblick nah am Wasser, an dem ich gern verweile, den Hund trinken lasse, tief atme und die Ruhe einsauge. Dann kommt nur noch der Rückweg, an den Lauben vorbei ins Dorf hinein, rechter Hand die Feuerwehr und dann über die Brücke über den Emsterkanal, dort liegt jetzt ein kleiner Kahn, noch an der lachsfarbenen Kirche vorbei...nach hause. Der Hund ist müde und ich bin zufrieden. Viele Gedanken, wenige Bilder. Manchmal vermisse ich Potsdam, nein fast immer, nur soviel gedacht habe ich nicht an Märchen und Tibet und Blumen. Dafür sah ich mehr, an das ich nun denken kann oder muss.

Volksliedchen



Wenn ich ein Vöglein wär, und auch zwei Flügel hätt',
flög ich zu dir.

Weil's aber nicht kann sein, weil's aber nicht kann sein,
bleib ich allhier.


Mittwoch, September 19, 2007

Louise Odier



Louise Odier im Herbst,

es sind die letzten Blüten vor der dunklen Jahrszeit. Nun wird nur noch Kraft gesammelt für ein neues Jahr. Im Frühjahr werde ich sie bis kurz auf den Boden zurückschneiden und dann kann sie sich neu entfalten, mit frischem gesundem Laub und kugelrunden Bourbon-Blüten in süßem Duft. Sie ist so gut. Ich erinnere mich an das Jahr ihrer schönsten Blüten, ich saß auf dem Balkon, es war kühl und ich in eine Decke gehüllt, noch früh am Morgen war es und in Wolken zog ihr Duft zu mir herauf, so dass ich immer hinunterschaute, ob nicht jemand die Blüten schüttelt und den Blütenstaub zu mir heraufpustet, ich weiß noch, dass ich lachen musste über diesen Gedanken und ich weiß noch, dass ich auch damals gerade schrieb, mit einem Bleistift in ein Buch.

Montag, September 17, 2007

zu Carlchen und zu Kalman

Als Kalman damals zu mir kam war es Januar, es war ein bitterkalter Januar und er wollte nie raus gehen, er war sehr dünn und hat immer gefroren, erst im Frühjahr, ab März war er gern und viel im Garten. Kalman war mein erster Hund, der erste Hund, der sich mir anschloss, der bei mir war, das wird immer so bleiben, er ist sozusagen der erstgeborene und alle nachfolgenden müssen sich mit seiner Genialität, Ausstrahlung, seiner Intelligenz messen. Carlchen muss das auch.
Oft stehe ich und seh diesem Racker zu, der anders ist, so anders. Er ist mutiger, ohne Zweifel mutiger, macht oft sein Ding, hat gern mal seine Ruhe vor seinen Menschen. Er hat noch keinen Verlust erlebt. Langsam wird aber auch ein Vizsla aus ihm, endlich wird die Nase rosa, ich dachte schon, es hat sich ein Ridgeback im Stammbaum verirrt, weil die Nase so dunkel war, aber nun wird alles gut und die Nase eben rosa.
Als Kalman etwa 8 Monate war, nahm ich ihn auch auf Strecken über 10 km zum Laufen mit, er lief voraus, hatte aber längst begriffen, worauf es ankam. Spürte er Asphalt unter seinen Füßen, kam er beifuß auch wenn ein Spaziergänger, Radfahrer oder ein Auto kam, lief abseitig oder hinter mir, es war genial und beeindruckte Frank bei seiner ersten Begegnung mit diesem Hund. Er ist eine Augenweide, ein Eye-Catcher, ein tolles Tier, bis heute. Selbstverständlich.
Und nun habe ich in Carlchen eine neue Herausforderung. Vieles fällt mir leichter, ich habe nicht mehr so viel Angst etwas falsch zu machen, den Hund zu verderben und so hat es auch Carlchen sehr viel leichter. Ich finde ihn auch toll. Er schläft gerade in Friedrichs Bett, er ist ein Langschläfer, wie Kalman, der früh aufstehen auch nicht recht mag. Ich bin gespannt, was alles aus ihm wird und freue mich, dass ich das begleiten darf...und ohne ihn wäre ich traurig.
Ich wiederhole es mir gern: er schenkt Freude, neue Freude. Er hat mich nun schon zum Laufen begleitet, 5 km gehen schon, das sind gerade 35 Minuten, das kann er prima und findet es herrlich, geht sogar an der Leine beifuß und dass er Sichtkontakt im Freilauf halten muss, wird er auch noch lernen (müssen). Ich spiele dann Verstecken, läuft er zu weit vor, dann bin ich verschwunden, so hält er ganz von selbst den Sichtkontakt, passt auf, ob ich noch da bin. Kalman mag dieses Spiel gar nicht, Carlchen schon, er findet mich auch viel schneller als Kalman es je tat, er rannte eher in Panik den Weg zurück ohne tatsächlich zu suchen. Jaja Hunde, meine Hunde ich habe sie wirklich lieb.

Mittwoch, September 12, 2007

Neue Freude

Beinah 3 Jahre hat Kalman fast alle meine Wege begleitet. Das hat nun aufgehört. Auch Hunde haben ein Herz, das sich entscheiden muss, und er hat seine Wahl getroffen, das muss ich natürlich akzeptieren und ich achte ihn nur noch höher in seinem Wesen, dass er eine Wahl traf. Aber ich vermisse ihn, ich vermisste ihn sehr schnell und wusste genauso schnell, das ich ohne Hund, ohne Magyar Vizsla nicht sein will, ich will wieder einen Vizsla haben, der mich begleitet und den ich lieben kann, der großartig werden würde.



So kam Karl, eigentlich Charlie von der Altmarkperle vor etwa 4 Wochen in mein, ja in unser Leben und schenkt Freude. Er ist ein wunderbarer Vizsla mit Witz, Charme, einer großen Portion Frechheit und der Weisheit und Würde seiner Rasse. Er ist jetzt 4 einhalb Monate alt, bewies im Heimischwerden großes Talent, ist unglaublich ungestüm und neugierig. Ein Baby eben, das nach wenigen Stunden Sofa, Betten und Herzen erobert hatte. Und jetzt gibt es erste Fotos von ihm. Sie sind nicht richtg scharf, oft sit er schnell unterwegs udn schwupp di wupp am nächsten Ort oder aber es sit eigentlich zu dunkel für ein ordentliches Bild. Aber seine Liebenswürdigkeit ist doch erkennbar.



Er ist toll! Ich zeige erstmalig Karlchen, König des Majoranhains und Kronprinz auf dem Sofa vorm Kamin!

Samstag, September 08, 2007

Back to Business

Ich weiß jetzt mehr über die Perle de Blanches. Ein heißes Bad und eine Gartenzeitung gaben Aufschluss über diesen Schatz der alten Rosen. Sie ist eine Bourbonrose und die Beschreibung klingt verlockend. Alte Rosen sind verlockend, sie duften süß, sie bergen ein Geheimnis und die Perle de Blanches tut es wohl auf ganz besonders bezaubernde Weise. Sie blüht in einem Perlmuttrosa auf und wird dann mit dem Öffnen der dichten Blütenblätter immer bleicher, aber das Innere bleibt verschlossen und gleicht einer weißen Perle. Wunderbar, einfach wunderbar. Ein Symbol von Jungfräulichkeit freilich, sie ist süß und bleibt verschlossen.
Aber das allein erklärt noch immer nicht mein Interesse an dieser Rose. Sie erträgt wohl die raue Wetterlage Schleswig Holsteins, sie wird schnell bis zu 3 Meter hoch, bleibt dabei schlank und hat recht gesundes Laub….bei guter Pflege. Doch die raue Wetterlage Schleswigs, naja die lässt sich noch immer nicht mit den oft trockenen harten Frösten unserer brandenburgischen Steppe vergleichen…und der Sandboden eben, der ist doch eine Krux.
Im nächsten Jahr möchte ich ihr gern ein Zuhause geben hier, es mit ihr versuchen.
Noch wunderbarer ist aber, dass ich dort in der Wanne lag, die Zeitung weglegte und dann sprach ich vor mir hin:

„Perle de Blanches“ „Souvenir de la Malmaison“ „Fantin Latour“ „Duchesse de Rohan“ „Maidens Blush“ „Marechal Niel“ „Himalayan Musk“….

Die weiße Perle schloss eine Tür auf und es plauzten und kullerten die Namen heraus und die Erinnerung, dass ich wenn ich alt bin, eine Gärtnerin sein werde mit einer wunderbaren Sammlung historischer Rosen und dass ich das will und ihnen Gesellschaft verschaffe, Storchschnabel, Margaritten, Phlox, Lavendel, Thymian, Schleifenblume….
Meine Gedanken beginnen sich in alten Bahnen zu bewegen. Also werde ich loslegen. Nächste Woche kaufe ich Frühblüher, ganz viele Schneeglöckchen, Blausternchen, Märzbecher und Krokusse und bringe sie in die Erde. Das wird ein Frühlingsfest geben. Eigentlich lebt man so immer in der Zukunft, man bereitet ständig die Zukunft vor. Im Herbst den Frühling, im Frühling den Sommer und Herbst und im Winter ruht man eben und wartet auf die Blumen und ich warte mit und gestalte wieder mit.

Donnerstag, September 06, 2007

Musik

Solo, ein Musikstück eben

Es gibt für alles Musik. Dieses Stück habe ich gestern im Auto gehört. Ich habe kein gutes Gehör für neue Stücke der Charts oder so, weiß also nicht, ob es alt oder neu ist, aber es passt gerade. So irgendwie und Nina Hagen ist nur zurückgenommen verrückt.

Sonntag, September 02, 2007

Pflaumenkuchen

Pflaumenkuchen, es muss der Pflaumenkuchen sein, der mich wach hält. Heute nachmittag aß ich zuviel davon aber er war so frisch und lecker und meine Oma hatte ihn gebacken. Sie freut sich immer so, wenn ich viel esse. Aber nun hält er mich wach.
Noch ist Sonntag der 2. September. Heute war Alsterlauf in Hamburg, mein Hund war wahrscheinlich auch kurz da auf dem Rückweg von der Ostsee. Ich kann mir vorstellen, welche Freude er hatte am Strand.
Ich habe gefrühstückt mit meiner Familie und dann bin ich ins Auto gestiegen und bin mit dem kleinen Hund an den Gohlitzsee gefahren, die Kamera um den Hals gehängt sind wir losmarschiert, am See entlang. Es gab sehr grünes Moos zu sehen, Wasser und Schilf im Wind. Wenn die Fotos was geworden sind, stelle ich auch mal wieder welche hier ein, aber mit einer manuellen Kamera muss man warten auf die Ergebnisse, geduldig warten.
Dieses erste Septemberwochenende wird wohl für immer etwas besonderes für mich sein. Es ist das Havelbergwochenende, ich war dort auf dem Trödelmarkt. Einen sehr kleinen aber schönen Teller habe ich zum Schluss nach hause getragen, es passen gerade 3 Oliven rauf, er ist von Myotts. Ansonsten war es enttäuschend, keine Schätze nirgends für mich zu finden. Vor zwei Jahren habe ich hier für Helga eine schöne alte Mandelmühle als Mitbringsel gekauft. Gestern aß ich dafür Kirmeseis "Eis wie Sahne" und dachte dabei an die Menschen im Norden, ein bisschen, dann habe ich mich geschüttelt, den Mann an meiner Seite angelächelt und nach vorn geschaut.
Havelberg ist was besonderes, nicht einfach Trödelmarkt, es ist ein individueller Raum, es treffen sich Freaks zum Feiern und eben....trödeln und Geschäftemachen in einer gesetzesfreien Zone. Irgendwie ist es Zone, der Staat existiert nicht, man handelt an ihm vorbei, vielleicht kann man dieses befriedigende Gefühl nur als Mensch aus dem Osten haben, ich glaube, nur hier empfindet man Gesetze, Vorschriften, Regeln als so bedrückend, weil die Staatsmacht immer als drückend und Rechte beschneidend wahrgenommen wird. Und so genießt man hier auch am ehesten das Draussenbleiben, Fernbleiben des Staates. Vielleicht ist es aber auch ganz anders und diese Gedanken sind auf das Rumoren des Pflaumenkuchens in meinem Bauch zurückzuführen.
Was ich sagen wollte ist aber, dass das Wochenende was besonderes ist, denn ich fuhr vor zwei Jahren von Havelberg nach Hamburg und in diesem Jahr fuhr er auch wieder nach Hamburg in anderer Mission und ich blieb auf halber Strecke, drehte um und fuhr zurück und dass es wohl recht so ist. Daran denke ich.

Mittwoch, August 29, 2007

Mut

Einmal im Leben würde ich gern mutig sein, ich glaube auch, dass ich das könnte, aber leider weiß ich nicht genau, was ich dann mit dem Mut machen würde. Was macht man eigentlich damit.
Ich bin Marathon gelaufen, ich bin in den Bergen gelaufen, ich habe meine Familie verlassen, ich habe einen Mann wahnsinnig geliebt und ich habe mich zum Schluss erschreckt und dann bin ich zurückgegangen. Was davon war eigentlich mutig?
Vielleicht könnte ich einen gewagten Gartenplan für die 4000 qm Land um das Haus entwickeln und dann vor allem einfach umsetzen. Dabei könnte ich so übermütig sein, nochmals viel Geld in Rosen zu investieren, ich könnte so mutig sein und endlich mal wieder die Bücher aufschlagen und ins Gedächtnis befördern, welche Rosen eigentlich halbwegs mit dem verdammten Streusand Brandenburgs klarkommen, denn ich habe es vergessen. Ich bin nicht mal mutig genug, jeden Tag die jämmerlichen Überreste des einst geliebten Garten zu besehen. Ich glaube, es braucht Mut, einfach anzufangen.
Ich nehme gerade Abschied und nach dem Abschied kommt was neues, das wissen wir alle längst von Hesse. Naja.
Aber nun, was ist übrig: es ist Majoran übrig, der Majoran, den ich einst aus dem Aldi-Regal rettete, der hat den Garten ganz und gar für sich beansprucht. Das freut natürlich die Schmetterlinge, aber so geht das einfach nicht. Mehr gibt es gerade nicht da draußen, ach doch, die Fetthenne beginnt schon, sich rosa zu färben und ein Highlight, ein Hoffnungsschimmer ist da: Die Louise Odier blüht zum zweiten mal in diesem Jahr, wie zur Begrüßung. Ihr Laub sieht jämmerlich aus.....aber ich will mich selbst zitieren: Ich habe zärtlich Pferdemist um ihren Stamm drapiert, von Hand gegossen und zu ihr gesagt, sie soll Mut haben und dass es schon wieder wird.
Es wird schon wieder! Bald!

Samstag, August 25, 2007

keine Ferien

Noch ein paar Minuten, dann gehe ich mal raus in den Garten, ich möchte die Rosen, die noch oder wieder blühen fotografieren. Dafür bin ich doch hier. Ich habe die Rosen, die es noch gibt notdürftig versorgt aber ich fühle es, es ist alles verloren, ich kann nicht mehr barfuss gehen und ich kann nicht mehr so sehen wie früher. Ich reiße mir den Menschen aus dem Herzen, den ich geliebt habe. Das tut sehr weh, vielleicht tut es mir mehr weh als ihm. Wie trifft man Entscheidungen, ich weiß es nicht, ich bin im Moment ein Plastikwürfel, ein grüner Plastikwürfel der allein in die Luft geworfen ist und keiner fängt ihn. Draußen scheint die Sonne. Ich würde gern Kaffee kochen, aber nein, ich tue es es nicht. Wie tut man das richtige? Ich weiß es nicht, aber die Naivität, die das Nichtwissen so schmerzfrei hielt, die ist weg. Ich will nicht mehr da sein, ich will nicht mehr da sein.