Mittwoch, September 01, 2010

Wenn diese Woche zu Ende geht, fahre ich nach Dänemark. Die Urlaubslektüre habe ich schon vor Wochen geordert und sie ist von Lars sorgsam verwahrt. Geschichten von Tania Blixen, Geschichten die ich noch nicht kenne. Wie gut, dass wir zufälligerweise ganz nah bei Rungstedlund wohnen werden, ich kann also das Tania-Blixen-Haus besuchen.
Ich bin natürlich nicht der einzige Verehrer ihrer Geschichten. Kennt jemand "Ehrengaard"? Ein Märchen, eine Begebenheit voller Reinheit, Adel und dann wieder Kokotterie und Betrug.
Und natürlich liebe ich "Jenseits von Afrika". meine Ausgabe nennt sich "Afrika, dunkel lockende Welt". Ich mag alle Geschichten daraus, aber die erste ergreift mich sozusagen im innersten. Jeder Satz ist voller Rhythmus, zwingt beinah zu gleichmäßiger Atmung und erfüllt mit Glück. Die Blixen singt ein Lied, ein Lied, das in die Lüfte erhebt.
Als ich noch weit lief und damit Stunden lang Zeit hatte zu denken oder besser die Gedanken schweifen zu lassen, da sang ich mir diese erste Strophe ihres Afrika-Liedes gern vor. Und ich weiß noch genau, wie ich meine Seenrunde lief, noch etwa 20 Minuten von zuhause weg war, wie mich da die Sehnsucht ergriff, mehr als nur den ersten Satz innerlich zu hören, ich stürmte ins Haus, zog das Buch aus dem Regal und las:

Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngong Berge.....

und weiter auf der nächsten Seite

Der Himmel war niemals tiefblau, sondern zumeist sehr blass und so hell, dass man kaum zu ihm aufschauen konnte, mit einem Reichtum an riesigen, schwerelosen, wechselnden Wolken, die sich am Horizont auftürmten und über ihn hinwegsegekten. Doch eine blaue Kraftquelle war in ihm verborgen, die dem Höhenzug ganz in der Nähe eine tiefe, frische himmelblaue Farbe gab. In der Mittagshitze wurde die Luft über der Ebene lebendig wie eine brennende Flamme, sie funkelte, wogte und strömte wie Wasser und formte große Phantasmagorien. In dieser hohen Luft fiel das Atmen leicht und man atmete eine wilde Hoffnung ein, die Flügeln glich. Wenn man im Hochlad morges erwachte, dachte man: Jetzt bin ich da, wo mein Platz ist.

Kommentare:

Monika hat gesagt…

Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngong Berge..

Ich liebe dieses Buch! Den Film dazu, der ist schon sehr kitschig, aber der Vorspann beginnt ja auch mit den obigen Worten; und den finde ich einfach schön gelesen (weiß leider nicht die Synchronstimme von Meryl Streep). Was mir am Film noch gefiel, war die Filmmusik! Herrlich romantisch einfach!

Wünsche Euch einen schönen Urlaub und erholt Euch gut!

LG Moni

365 Tage hat gesagt…

ich habe auch alle Kurzgeschichten von Tania Blixen mit Begeisterung gelesen - schon vor langer Zeit, in England, wo sie als Isak Dinesen oder auch Karen Blixen bekannt war.