Samstag, Mai 11, 2013

alleine schlafen

Heute am 11. Mai 2013 sind beide Kinder in ihrem eigenen Bett im Kinderzimmer eingeschlafen. Ich bin gespannt, ob ich ohne die Atemgeräusche der Kinder einschlafen kann und wann der erste vor meinem Bett steht, denn eigentlich schlafen beide lieber noch bei uns, sehr nah, so dicht wie möglich und sehr gern ganz bei mir.
Aber heute haben sie erklärt, sie wollen im Kinderzimmer schlafen. Für Lisi musste erst mal eine Schlafgelegenheit improvisiert werden, aber was ist schöner als ein Matratzenlager?

Mittwoch, Mai 01, 2013

1. Mai

Heute hatte Carl Geburtstag. Ich bin ein schreckliches Hundefrauchen, denn ich denke gerade jetzt erst drann. Gestern hatten wir alle noch davon gesprochen und heute war es aus dem Kopf gepustet.

Alles Gute also virtuell mein lieber guter Hund. Das Leckerli suche ich gleich raus.






Freitag, April 26, 2013

langer Tag

Mein Auto ist seit einer Woche caputt. In meinem Leben ist das eine der mittelschweren Katastrophen. Statt nun meinen Arbeitsweg in 25-30 Minuten zurückzulegen brauche ich 2 Stunden.
Ohne die Hilfe der Großeltern müsste ich ohne Auto meinen Job an den Nagel hängen, denn der Tag ist ohne sie nicht organisierbar.
Im Moment beginnt der Tag morgens um 5.40 Uhr. Um 6.30 Uhr gehe ich mit den Kindern über den Acker zu den Großeltern. Der Opa füttert dann gerade die Enten. Ich setze mich nach langem Abschiedsweh aufs Fahrrad und fahre drei Kilometer zum Bus. Das ist an sich überhaupt nicht schlimm, es ist eher die einzige angenehme Begleiterscheinung, denn ich fahre durch den Wald, sehe die Sonne durch die Bäume und höre den Vögeln zu, komme dann auf das Klostergelände, wo ich das Rad am KIndergarten abstelle und zum Bus laufe.
Als ich das erste mal mit dem Rad wegfuhr und die Kinder zurückließ, war das für Vincent beinah unerträglich, mit Wut und Trauer gab es einen nervenzehrenden Abschied. Nun nach ein paar Tagen nimmt er gelassener am Gartenzaun Abschied:

Mama: Willst du mich noch bis zum Dorfausgang begleiten und dann zurückfahren?
Vincent: Nein Mama, du kannst Dich allein begleiten, du fühlst Dich ja nicht so allein.
Mama: Aha, gut dann denke ich eben an Dich.
Vincent: Denke doch lieber an alle Menschen, das sind mehr! Schöne Arbeit Mama!

Ich fahre dann 65 Minuten Bus, steige dann in einen Stadtbus in Potsdam und fahre noch mal 15 Minuten, ja und dann ist es wirklich 8.30 Uhr.
Das zehrt etwas an den Nerven. Nachmittags hole ich dann das Rad wieder und radel nach hause. Gestern rief mich ein Papa von einem Freund von Vincent. Ich hörte ihn erst nicht, fragte ihn dann aber, ob er die Probetermine für das Märchenspiel im Kopf hat. Ich selbst habe keinen Kalender, in den ich so etwas eintrage. Er wusste es auch nicht, war aber verblüfft: Du hast keinen Kalender? Du bist doch eine Business-Lady.
Da war ich verblüfft und hab auf dem Radweg darüber nach gedacht. Ich muss sagen, dass ich wenn überhaupt einfach nur zwangsbusy bin, weil ich muss. Vielleicht hätte ich sogar lieber ein Salatbeet und Laufenten, die die Schnecken vertilgen. Vielleicht.

Donnerstag, April 25, 2013

Rettet die Bienen

Ich möchte hier werben! Rettet die Bienen und verhindert den zukünftgen Einsatz von bienengefährdenden Pestiziden.

Hier gibt einen Link dazu und es eilt.


Donnerstag, März 28, 2013

Pink muss es schon sein

Wir waren am letzten Sonntag auf dem ersten Trödelmarkt der Saison, mit den Kindern. Von den Großeltern hatte jedes Kind 2 € in die Tasche gesteckt bekommen, dafür könnten sie sich was kaufen. Auf einem Familientrödelmarkt kriegt man dafür auch richtig was.
Vincent marschierte gleich am ersten Stand auf einen relativ ansehnlichen Teddy zu, für 50 cent war es seiner.
Elisabeth drehte sich zweimal im Kreis und entdeckte etwas, von dem sie wahrscheinlich nicht mal zu träumen wagte. Pinkfarbene Schuhe, so pink, dass einem die Augen weh tun! Sie lief los, nahm die Schuhe, presste sie fest an sich und kam mit einem seligen Lächeln von dem Stand zurück. Die 2 € gab sie gern und wollte den ganzen Nachmittag nichts anderes mehr haben (das Lillifee Puzzle hat Mama dann ganz freiwillig gekauft).





Was soll man da machen?
Das sind übrigens Aschenputtels Tanzschuhe, nur der Prinz (Vincent) will immer nicht.

Montag, März 18, 2013

Schneegeburtstag

Vincent ist 5, es gab einen richtigen Piraten-Kindergeburtstragt mit 5 Jungs mit soviel Kraft und Ausdauer, dass ich am Ende des Nachmittags wirklich froh war, als die Mamas vor der Tüt standen um ihren Nachwuchs wieder einzusammeln.
Vincent hatte glaube ich eine sehr genaue Choreographie seines Geburtstags im Kopf, er wollte in seinem Piratenschiff ein Theater spielen, aber als dann die Gäste da waren, war es nicht mehr wichtig. Abends im Bett fiel es ihm dann wieder ein und er war wirklich traurig, das er diesen Plan so vergessen konnte, den er seit bestimmt 6 Wochen mit sich rum trägt.

Aber es gab eine Schtzsuche und trotz des Wetters wurde das Trampolin vormittags noch aufgebaut und eingeweiht. Frühlingsbefehl!


Das beste Geschenk war das Steuerrad für sein Schiff, im Sommer will er noch Segel haben, dann geht es auf große Fahrt.



Ich habe ihn seit langem mal wieder im Vergleich zu anderen Kindern sehen können, vieles gefiel mir einiges war traurig. Das Rennen hat sich nicht verbessert und die anderen Jungen eroberten schon den Schatz im Wald, als er noch ein Stück weg war, weil er nicht hinterher kommt. Naja, das ist für mich als Mama halt einfach traurig anzusehen. Aber wir haben die Situation gerettet, er hat es nicht empfunden.
Und jetzt bin ich nur froh, dass fast ein Jahr kein Kindergeburtstag ins Haus steht. Geschafft!




Mittwoch, März 06, 2013

Piraten

Los Lisi, wir greifen an, Attacke. Wir sind die Piraten.


Mittwoch, Februar 27, 2013

Makkaroni im Leoparden

Ich lese nach einigen Jahren, die mich irgendwie und im nachhinein unverständlicherweise davon abhielten  "Der Leopard" von Lampedusa. Ein literarisches Vergnügen. Ich frage mich natürlich beim Lesen oft, wie vortrefflich es im italienischen Original wohl ist, das ich aber nun mal nicht beherrsche.
Gerade bin ich bei einer meiner absoluten Liblingsstellen im Buch. Der Fürst von Salina läd zum Diner und lässt die französischen Sitten außer acht lassend keine dünne Suppe sondern eine Makkaronipastete servieren. Und was für eine! Das interessiert mich! Und hier kommt diese Pastetedes Fürsten und des Lampedusa:

" Der Anblick jener riesigen Makkaroni-Pastete verdiente sehr wohl, einem jeden summende Laute der Bewunderung zu entlocken. Das gebräunte Gold der Umhüllung, der starke Duft von Zucker und Zimt, der davon ausströmte, waren nichts als das Vorspiel zu dem Wonnegefühl, das einem im Inneren aufstieg, wenn das Messer die Kruste auseinander riss; zuerst brach ein mit Wohlgerüchen beladener Dampf daraus hervor, und dann bemerkte man die Hühnerleber, die harten Eier, die Streifen von Schinken, jungem Huhn und Trüffeln in der weichen heißen Masse der kleinen, kurzen Makkaroni, denen die verdichtete Fleischessenz eine köstliche Gamslederfarbe verlieh".

Natürlich lässt mich die Beschreibung an sich nicht kalt!
Aber auch anderes finde ich daran interessant. Die Pastete hat eine Glaze aus Zucker und Zimt, das finde ich sehr ungewöhnlich und es scheint doch sehr auf den arabischen Einfluss in der sizilianischen Küche zu deuten. Andereseits lässt es mich aufatmen, denn ich erweise mich gar nicht als allzu barbarisch, wenn ich als letzten Gang eines mittäglichen Nudelgerichtes Nudeln mit Zucker und Zimt esse. Viel Zimt im Zucker.

Mehr zu den Reaktionen der Gäste und was dann folgte, wie es weiter geht undendet mit dem Fürsten von Salina empfehle ich selbst zu lesen. 

Samstag, Februar 16, 2013

Will denn niemand sprechen: Es werde Frühling!

Ich wär so froh

Donnerstag, Februar 14, 2013

alles Liebe

Heute schreibe ich.
Es ist jetzt 3 Monate her, dass ich den richtigen Anstoß bekommen habe, wo das Besondere oder andere an meine Vincent liegt.
Im Herbst schrieb ich, dass mich viele Ängste bewegen, ob Vincent eventuell Authismus hat oder wie oder was.
Dass er anders, dass er heftig, kompromisslos reagiert, das weiß ich seit er etwa anderthalb Jahre ist. Aber wie das so ist, man denkt, das verwächst sich. Anstoß zum Handeln war auch gar nicht sein schon auffälliges Sozialverhalten sondern körperliche Defizite. Er kann nicht rennen. Der Gang zum Orthopäden und  die dort verschriebene Therapie in einer Physiotherapie waren nicht nur frustrierend für mich, sondern auch der falsche Ansatz.
Im November aber waren wir bei einer sehr erfahrenen Kinder-Osteopathin, die den richtigen Hinweis gab. Vincent hat Wahrnehmungsstörungen, also Selbstwahrnehmungstörungen. Irgendwie ist das schwieriger zu beschreiben als eine schon fast geläufige Diagnose ADHS oder Authismus.
Wichtig ist aber vor allem, dass wir seit November auch in einer Therapie bei einer wiederum und Gott sei Dank sehr erfahrenen Ergotherapeutin sind.
Einmal die Woche fahren wir nach Potsdam. Es ist ein Glück, dass wir viel von den Großeltern unterstützt werden, allein könnten wir es kaum wuppen. Nach nunmehr 10 Therapiesitzungen hat die Therapeutin einen guten Zugang zu Vincent gefunden, er stört nicht mehr, lässt sich auf die Übungen ein und reagiert zumindest nicht mit Aggressivität. Wann reagiert er denn denn so? Bei Überforderung! Vincent hat sich schon ein feines Karussel aus Selbstüberschätzung, Frustration und Flucht in Aggression zusammengezimmert. Er ist ja nicht doof, dass da Defizite sind, weiß er sehr genau.
Seine also sowieso gestörte Wahrnehmung hat in den letzten Monaten mit einem geradezu explodierenden Körper gekämpft. Ein 4 bis 5 jähriger Junge wurde in den Körper eines 8-Jährigen katapultiert und versucht ihn auszufüllen und zu meistern. Das ist nicht leicht. Es gab viele Rückschritte. Auffällig ist seine extrem schnelle Erschöpfung. Auch diese Erschöpfung kaschiert er gern durch Stören oder wenn es gut läuft, legt er sich einfach kurz mal hin.

Für mich hat sich durch das neue Beobachten meines Kindes die Lage entspannt. Ich kann ihn nun besser so nehmen wie er ist und verstehe auch, dass er in vielen Situationen Schutz braucht. Ich selbst kämpfe mit Verhaltensmustern, die einfach übernommen und anerzogen sind und ermahne, wo ich weiß, dass seine Umwelt sein Verhalten als Frechheit oder Ungezogenheit wertet. Dabei will er nur Kontakt aufnehmen, dass richtige Wie findet er selten und spricht schon mal Leute an, warum sie denn so hässlich aussehen, oder streckt einfach die Hand aus, so dass sie dagegen laufen müssen.

Wir sind also drann! Die körperliche Kräftigung wird mit der Übung kommen und wenn festgezurrte Fehlstellungen des Körpers, die der Wahrnehmungsstörung und dem dadurch schlecht entwickelten Gleichgewichtssinn  zuzuschreiben sind...dann wird er auch rennen. Für 5 Schritte hat er mir schon gezeigt, wie große Jungs das machen.

Ich lese auch andere Erfahrungesberichte und sehe dann, dass es bei anderen Kindern in  auffälligeren Bereichen reinwirkt. Bei uns liegen keine Sprachstörungen vor, er kann prima basteln und schneiden. Handlungsorganisation fällt ihm schwer, aber da kann man helfen. Vom jetzigen Standpunkt ist mit etwa ein Jahr Therapie zu rechnen und dann kommt die Schule.

Mittwoch, Januar 30, 2013

3

Ich finde, der dritte Geburtstag ist ein ganz besonderer Geburtstag. Das Kind vor einem ist nun so offen vor einem hingestellt, es zeigt sich endlich deutlicher in seinem eigenen Charakter, in seinen Vorlieben, seinen Wünschen und Träumen.


Rosalia Corona Elisabeth, heute drei Jahre alt, Hüpfkind, liedersingend, rottuschend, fordernd, fröhlich, offenherzig, überschwenglich, humorvoll, bei Mama schlafend, freihändig auf Pferden reitend, ganz oben auf der Leiter stehend und noch vieles mehr.

love You!

 



Montag, Januar 28, 2013

Stolz und Vorurteil

Gerade habe ich bei ZVAB entdeckt, dass heute Jahrestag ist. Am 28.0 Januar 1813 erschien Jane Austens Roman " Pride and Prejudice".

Ich gratuliere dem Werk herzlichst zum Geburtstag.

Ich bin ein bekennender und leidenschaftlicher Leser von Jane Austen. Die Romane und Novellen bergen sehr viel mehr Tiefgang, als ihnen bei erstem flüchtigen Lesen zugebilligt werden. Ein kleines Universum englischer Kultur und des menschlichen Herzens offenbart sich in jedem Roman.
Ja ich mag Stolz und Vorurteil. Mein Favorit ist allerdings "Persuasion", auf deutsch "Überredung". Enstäuschung, Überwindung, Standhaftigkeit, Hoffnungslosigkeit und am Ende die Belohnung in sich erfüllender Liebe...wird von einer Frau erlebt. Dabei erfährt man vieles über eine Zeit im Umbruch in England, die schwindende Bedeutung, der Snobismus und der innere Zerfall des Adels und Landadels sind der Hintergrund.
Ich werde also heute Abend einfach mal ein paar Schlüsselszenen in "Stolz und Vorurteil" Revue passieren lassen, ein bisschen drinn rumlesen.

Mittwoch, Januar 16, 2013

ein Knopf

Nicht nur einfach ein Knopf, sondern der erste Knopf!
Vincent wollte einen Knopf haben, einen Faden und eine Nadel um eben den Knopf ans Papier nähen. Den Faden haben wir ihm eingefädelt und dann hat er genäht. Also ich als Mama fand das toll, wie mein 4-Jähriger da so einfach nähte, denn obwohl ich ja so einiges mit meinen Händen mache, nähen ist für mich auch heute noch eine Herausforderung, der ich mich mit Seufzen und leichter Qual stellen muss, Knöpfe nähe nicht ich an diesem Haus.





Es freut mich einfach sehr, dass Vincent feinmotorisch scheinbar doch recht gut drauf ist. Gemüse oder Papier schneiden, kleben, nähen, all das stellt kein Problem dar. Für die Verbesserung der Grobmotorik, seiner Laufhaltung und der Fähigkeit zu rennen arbeiten wir fleißig.

Übrigens wurde mir der ans Paier genähte Knopf zum Geschenk gemacht, es ist ein Pilz!

Samstag, Januar 12, 2013

Pappclown

Beim Kardiomuffelchen gab es eine schöne Bastelidee für Kinder an einem kalten grauen Samstagmorgen: lustige Männchen auf Papptellern.
Ich bin froh, wenn ich so schön nachzuarbeitende Ideen für Kinder entdecke, denn leider bin ich in diesem Punkt nicht mit viel Kreativität gesegnet worden.
Schön, dass ich jeden kleinen Wollfitzel sammel um vielleicht irgendwann mal was draus zu machen.
Bei uns wurde es ein Clown und der Empfänger des Kunstwerks wird Vincents Kindergärtnerin, die er sehr liebt.


Elisabeth wollte doch wieder mal lieber tuschen. Ihr Bild heute wie sehr oft ein Rot in Rot in Wasserfarbe. Und jetzt konnte ich beide überreden, mal raus zu gehen, denn der graue Morgen verbarg einen halbwegs hellen Tag ohne Regen. Und ich werde jetzt mal die Spaghettisoße vorbereiten.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Samstag, Januar 05, 2013

Roter Wolf

Lisi tuscht mit Leidenschaft, ich würde sagen, momentan sind es so 2 Stunden am Tag, die mit dem Tuschkasten und Pinseln vergehen. Heute morgen beim Einkauf gab es einen neuen Tuschkasten für Sie. Welch Freude! Und sie malte das, was sie aktuell sehr beschäftigt: ein Wolf, der auch in ihre Träume eindringt.
Hier malt sie an einem roten Wolf mit blauschwarzem Mund, klar oder.


Mittwoch, November 21, 2012

Badewannenplauderei

Vincent: schade, da kommt keine Milch mehr bei Dir Mama.
Mama: Nee, ist alle.
Lisi: da trinken nur Babies.
Vincent: wenn wir groß sind Mama, dann bekommen wir Babies. Ich bekomme einen Bruder und Lisi eine Schwester, die können dann bei dir trinken und in meinen Kindergarten gehen.
Lisi: hurra, ich bekomme eine Schwester und du einen Bruder, ja Vincent!
Vincent: ja das wird schön, wenn die ausschlüpfen!
Mama: Ausschlüpfen????
Vincent: Ja, wie die Küken.
Lisi: Hurra, dann können wir alle glücklich sein.
Vincent: und spielen!
Mama: ich geh  dann mal raus abtrocknen!

Donnerstag, November 15, 2012

So also fühlt es sich an, wenn das eigene Kind plötzlich in einem Krisengebiet, beinah Kriegsgebiet unterwegs ist....

Sonntag, November 11, 2012

Martinstag

Martinstag an einem Sonntag ist herrrlich entspannt. Es war ein schöner Abend bei Liedern, geteiltem Brot, leuchtenden Laternen und einem Lagerfeuer.

Ganz außergewöhnlich hat Elisabeth sogar einen Mittagsschlaf gehalten, eher zwangsweise, denn unser aller Tag begann vor 5.00 Uhr, weil sie schon mal wach war.
In der Kirche wurde ihr etwas langweilig, darum hat sie zu den schönen Bildern vom Martin auf dem Pferd sehr laut "Hopp hop hopp, Pferdchen lauf galopp" gesungen. Ich würde sagen, das Kind ist ein Partypeople.
Vincent war am Programm beteiligt und sang darum nur ganz vorsichtig mit.

Mein Vincent!
Schon lange habe ich bemerkt, dass er in seinem Bewegungsablauf "Laufen" unrund aussieht. Lange ahbe ich gehofft, dass es sich "verwächst".Jetzt im Sommer wurde es durch einen extremen Wachstumsschub auch für andere Menschen offensichtlich, dass er Schwierigkeiten hat. Er kann den Bewegungsablauf "Rennen" nicht mehr als sagen wir 5-10 meter darstellen und auch die sehen sehr schwerfällig aus.
Vincent ist jetzt mit seinen 4,5 Jahren so groß wie ein siebenjähriges Schulkind.
Im Sommer hatten wir eine Termin beim Orthopäden, der uns nach 5 Minuten wieder losschickte und Gymnastik für den oberen Rücken verschrieb. Während der Gymnastiktermine wurde mir klar, dass das kompletter Unsinn ist und nichts erreicht wird. Es geht nicht um eine Verspannung sondern um eine Fehlstellung, die sich schon seit dem Laufen Lernen verfestigt hat.
Es folgte ein Gang zur Osteopathin. Nach dem zweiten Versuch hatten wir Glück. Eine Osteopathin, die sich auch mit schwierigen Kindern auskennt hat ihn behandelt, behandeln können! Vincent reagiert sehr emotional mit verbaler und offner Aggressivität und Verweigerung. Aber sie hat ihn gekriegt, bei sich behalten können und hat nun zusammen mit einer Ergotherapeutin einen Behandlungspan aufgestellt. Nächsten Freitag geht es los. GAAAANZ langsam. Nach den Vorgesprächen bin ich sehr zuversichtlich, dass alles gut wird. Uns erwarten allerdings etwa 40 Behandlungsstunden in Potsdam, was eine enorme Belastung für die Familie darstellt.

In den ersten 2-3 Stunden wird die Ergotherapeutin ausschließlich Kontakt zu Vincent aufnehmen und ihn kennen lernen. So hoffe ich, dass er auch motiviert mit macht. In der schon erfolgten Physiotherapie erwies er sich für ungeübte Therapeuten als nicht therapierbar. Geschockt und mit Tränen in den Augen saß ich in den Behandlungsstunden und habe jetzt viel Zeit in der Furcht verbracht, dass Vincent naja, nicht ganz normal ist. Ich will es mal so sagen, diese Stunden machten deutlich, was ich zuhause in den ersten Jahren mit ihm erlebte, dass er sozial sehr schwierig reagiert. Vieles hat sich schon so gebessert, dass der Alltag einfach toll läuft. Und ganz krass heißt das, dass ich mit dem Gedanken spielte, ob hier eine Form des Authismus vorliegt, Asperger Syndrom!
Ob das so ist, weiß ich nicht, ich werde es in sehr naher Zukunft nicht testen lassen. Wir haben jetzt soviel anderes vor. Die Ergotherapeutin erklärte auch, dass die Behandlung in sein "Inneres" eingreifen wird. Die Spannungen, die zu der Fehlstellung führten sind sehr wahrscheinlich psychischer Natur und wir werden daran arbeiten.
Zunächst sind 10 Stunden verordnet, aber das ist nur der Anfang.

Nun habe ich das wirklich alles mal kurz und knapp geschrieben. Darf ich sagen, dass ich mich mutig finde! Denn sich selbst all das einzugestehen, ist nicht leicht.
Auch ich arbeite an mir, an meinen Erwartungen an meine Kinder, an meiner eigenen Kindheit...und noch vieles mehr muss kommen. Ich hoffe, dass es für Vincent leichter wird, für uns alle harmonischer.

Er selbst merkt all das entweder nicht oder reagiert mit aktivem Selbstschutz. Er findet, er ist der schnellste Flitzer der Erde, der schlauste Bruder der Welt und der mutigste Pirat aller Zeiten sowieso. Krokodile dürfen Lisi nicht beißen, sonst kommt er mit seinem Bogen und Wölfe werden gnadenlos verjagt, logisch.



Sonntag, November 04, 2012

Vorfreude

Quittenvanillekuchen



Deckel drauf, in den Ofen schieben, backen....warten!
Genießen!
Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag.

Samstag, November 03, 2012

Eine Reise nach Jerusalem

Mein großer Sohn ist nun tatsächlich auf dem Weg in die Welt. Er wird vergleichsweise gar nicht lange weg sein. Aber lange 6 Wochen werde ich nicht mal genau wissen, wo er eigentlich ist. Er ist in Israel und nimmt an einem israelischen Programm teil, das es jedem ermöglicht, das Land kennen zu lernen und mit Fremden und Israelis auf einer Militärbasis zu leben und zu arbeiten.
Das ist so ungewöhnlich und für mich als Mutter war es das, was in diesem Hause am wenigsten für möglich gehalten wurde, dass es eben der Gewöhnung an diese Art des Reisens bedurfte.
Ein Jahr Amerika, sechs Monate Dublin, Australien, Neuseeland, all das wäre irgendwie normaler und näherliegender. Das kennt eigentlich jeder, das macht doch das Mädchen von nebenan auch.
Nun, ist er bereits in Israel und wird, wenn alles gut geht dort eben 2 Monate verbringen. Die letzten 2 Wochen hat er sich schon mal ein Bett in einem Pilgerheim gebucht, mitten in Jerusalem, nicht weit von Bethlehem.

Wie es mir dabei geht? Ich hätte es ja kaum für möglich gehalten, aber ich bin so traurig, wie eine Mutter eben ist, wenn ihr Kind das Haus verlässt. Ich sorge mich. Ich sorge mich, ob er wohl die nächste Nacht gut verbringen wird am Flughafen in Teleaviv, ob er wirklich abgeholt wird am Sonntag, ob, ob, ob. Vielleich kribbelt es in meinem Bauch genauso wie in seinem. Alles was ich tun konnte, war, ihm noch ein ordentliches Stullenpaket mit dem Dorfbäckerbrot zu schmieren und in den Rucksack zu stecken.

Aber natürlich freue ich mich auch für ihn, dass es nun endlich los geht und das Leben laut ruft. Scheinbar muss es ihn besonders laut rufen, damit er das warme Nest verlässt.

Ich wünsche ihm, dass er gestärkt wieder kommt und einen Weg für sich findet.
So ist das.