Donnerstag, April 24, 2014

nach Ostern

Bevor es ganz vergessen ist, dieses so schöne sonnige Ostern.
Ostern ist das Fest der Fotos von Hinterköpfen kleiner Kinder, die Eier aus dem Gras sammeln.




 
Zu Ostern fahren wir jedes Jahr zum Ritterfest auf der Burg Rabenstein. Sogar der Große kam in diesem Jahr noch mal mit. Es gibt immer was zu sehen, ich freue mich sehr auf die gefüllten Brote aus dem Ofen, alles ist so lecker. Die Frauen in ihren langen Röcken und Kleidern gefallen mir ebenfalls immer gut. Wie oft habe ich schon gedacht, dass die alten Trachten und Gewänder meist viel kleidsamer sind, gerade, wenn man nicht perfekt gebaut ist. So manches Mädchen, das in den Leggings von heute einfach nur skandalös aussieht stelle ich mir gern in langen Gewändern mit diesen Schnürblusen vor, wie opulent und wunderbar würde es aussehen.
In diesem Jahr gab es ein muskelkraftbetriebens Karussell, das wirklich großartig war, die Kinder hatten ihren Spaß ohne pling pling und lauter Musik. Nein die Betreiber erzählten derweil von einer Fahrt auf hoher See, der Sturm bläst doch dann kommt der rettende Hafen in Sicht. Schön.


 




Samstag, April 12, 2014

Neuigkeiten

Im Frühling gibt es eigentlich alle paar Stunden Neuigkeiten. Anfang der Woche explodierten die Butterblumen, die Linden zeigen ihr erstes Grün und die Tulpen blühen.

Eine ganz besondere Neuigkeit ist aber, dass Vincent nun eine Brille hat. Sie steht ihm gut und er trägt sie mit großer Gelassenheit. Am Mittwoch haben wir sie abgeholt und sind zur Feier des Tages noch Eis essen gegangen. Da die Kinder beinah nie in einer Stadt sind, war es ein aufregendes Erlebnis. Beim Optiker war es sowieso spannend, da gibt es nämlich einen Kidnerspielcomputer, an dem man Bilder mit Farben ausmalen kann, ganz großartig fanden das beide.


 
Ja, es wurde nun doch eine Sehschwäche auf dem rechten Auge festgestellt, Hornhautverkrümmung, es ist nicht dramatisch, aber Zahlen oder Buchstaben würde er auf der Tafel in der Schule nicht erkennen. Ich finde aber auch, dass er gut aussieht mit seiner Brille. Nun müssen wir alle den Umgang mit der Brille lernen.  Das Schwierige ist gar nicht das Tragen auf der Nase. Was macht man mit ihr, wenn man sie nicht trägt? Wo legt man sie hin, wo liegt sie sicher, wie wird sie gereinigt, was verträgt sie so alles. Noch nie im Leben war ich mit einer Brille in meiner unmittelbaren Umgebung konfrontiert, mal abgesehen von meinen Sonnenbrillen, die halt im Auto liegen.

Elisabeth ist ganz schön neidisch auf die Brille. Vincent hat sie getröstet: Elisabeth, ich brauche die Brille ja, damit ich besser gucken kann, vielleicht bekommst Du ja auch eine, wenn Du in die Schule kommst." Hach, das ist ja eh so ein Thema, das dauert ja noch soooo lange.

Samstag, April 05, 2014

Die Schwalben sind da

Es ist nicht mehr zu sagen, als dass die Schwalben heute angekommen sind. Sie sind da! Welch eine Freude. Gleich vier von Ihnen flogen über unseren Garten. Es ist früh, sehr früh aber deshalb nur so willkommener.

Als Kind habe ich mit meiner Freundin die Schwalben gezählt, denn unsere Mütter sagten immer, wenn wir voreilig die Strümpfe auszogen: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Aber bei vier Schwalben ist es gewiss: Frühling, Sommer, Gartenfreuden und barfuß laufen.

"und wenn im April die ersten Lüfte aus dem Süden wehen, so bringen sie gewiß die Schwalben mit, und ein Nachbar sagt's dem andern, daß sie gekommen sind. – So ist es eben jetzt. Unter meinem Fenster im Garten blühen die ersten Veilchen, und drüben auf der Planke sitzt auch schon die Schwalbe und zwitschert ihr altes Lied:
     Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm;"

aus der Novelle "In St. Jürgen" von Theodor Storm 

Montag, März 24, 2014

Reflektion

Ich schreibe ja nur, wenn es mir sozusagen aus den Fingern gleitet. Ich schreibe das, was mich augenblicklich beschäftigt, berührt und Reflektionen ergibt.

Mich berührt es, wenn ich die Kommentare dazu lese. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen und seine Sichtweise zu den Dingen. So nimmt jeder Texte auch anders wahr.
Ich denke, dass wir als Mamas schon stärker in unserem Selbstwahrnehmungsprozess gefordert sind als die Mütter der Generationen vor uns. Alles was wir tun ist neu. Wir sind nicht mehr berechtigt auf alte Verhaltensmuster, Formeln und Gepflogenheiten im Umgang mit unseren Kindern zurückzugreifen. Es ist eine Suche nach neuen Wegen, die neben den täglichen normalen Abläufen eine seelische und geistige Herausforderung darstellt. Hier im Osten kommt noch dazu, dass die Müttergeneration vor uns beinah zwangsweise abgeschnitten wurde von einem der Natur entsprechenden Umgang mit ihren Kindern. Um Gottes  Willen ich meine nicht, dass sie ihre Kinder nicht liebten, aber sie wurden früh getrennt, Stillen war unerwünscht und das Leben war geprägt von starren zeitlichen Abläufen. Ich hätte meine Mutter nicht fragen können, wie sie es gemacht hat, wenn es mit dem Stillen nicht klappt, wenn das Kind dies oder das hat. Sie versteht diese sehr große Nähe nicht immer. Aber auch diesen Unterschied übergreifend sind Mütter heute eben auf der Suche, die Verbindung zu Traditionen, die Sicherheit schaffen ist zerrissen.
Ich selbst reflektiere das eben sehr gern. Das heißt nicht, dass mein Leben immer dramatisch verläuft und ich ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs agiere.  Aber der Weg, der die Selbstbestimmung meiner Kinder mit den Erfordernissen des Alltags und Zusammenlebens gleichermaßen berücksichtigt, ist fordernd. Ja, ich überdenke häufig meine Handlungsweisen und zweifle auch an mir, auch weil ich weiß, dass ich auch aufbrausend sein kann.

Elisabeth und Vincent sind selbstverständlich wunderbar. Die Reitlehrerin von Elisabeth sprach schon nach einer halben Stunde Beobachtung den sehr treffenden Satz: Lassen sSie sie ruhig alles ausprobieren und expermentieren, sie braucht unbedingt Grenzerfahrungen. Und das ist wahr!

Vincent dagegen findet sich in sich ein (könnte man sagen). Er ist mittlerweile der besonnene. Bald beginnt ein neues Leen hier, er wird in die Schule kommen und ich bin so froh, dass es wirklich die Waldorfschule sein wird.
Er hat es nicht leicht, Freunde zu finden, immer piekst es ihn und er dann die anderen. Er nimmt das wahr und es macht ihn oft traurig. Ich hoffe, dass die Schule hier einen Neuanfang bringt, Herausforderungen die ihn fesseln und damit mehr Ausgeglichenheit. Die Therapie wird in 4 Wochen beendet, wir haben große Erfolge erzielt. Zu Beginn war es allen zweifelhaft, ob er schultauglich sein wird und nun zweifelt die Therapeutin, ob die Waldorfschule wohl genug Herausforderung für den ehrgeizigen Junden bieten wird. Es folgen nun im gefestigeten Zustand noch mal osteopathische Behandlungen für die Hüfte.

Meistens betrachte ich das alles mit verliebten Augen, denn ich bin sehr verliebt in die Kinder, auch in den ganz Großen, der hier selten Erwähnung findet. Friedrich ist nun Soldat und auch er erfährt gerade sowohl charakterliche als auch körperliche Festigung. Das macht mich sehr stolz. Alles weitere bringt das Leben von ganz allein.

Sonntag, März 23, 2014

Ich wäre so gern Supermami!

Dabei versage ich schon beim Thema Essen.
Ich würde so gern täglich für gesundes Essen sorgen, leider verweigern dann meine Kinder die Kost. Elisabeth isst gar kein Gemüse, also gar keins. Sie findet sogar Gemüseatome in der Tomatensoße. Naja, also Tomatensoße isst sie. Nur kann ma ja nicht täglich Nudeln mit Tomatensoße kochen.
Vincent hat immerhin in der Toatlverweigerung zwei Zugangsgemüse: Mais und Gurkensalat.

Ich mache mir überhaupt keine Sorgen um die Vitamine im essen, sie essen ja Obst und sie trinken Saft. Ich finde nur die Ernährung am Mittagstisch recht einseitig. Sie sind auch beide das was man gut genährt bezeichnet und essen nach wie vor sehr gern Milchprodukte. Brotbelag ist fast immer Wurst oder eben Käse. Gibt es einen vegetarischen Brotaufstrich der Teewurst oder Leberpastete zum Verwechseln ähnlich schmeckt?

Auch ansonsten wäre ich gern Supermami und ertappe mich doch sonntags schon um sechs Uhr morgens dabei, dass ich wohl wieder unausgeschlafen und leicht reizbar sein werde. Ich würde meine Müdigkeit so gern ignorieren und auf jede Frage lächelnd die richtige Antwort wissen. Meist versage ich aber schon bei Frage Nummer 23 und sage auch recht laut dass ich jetzt bitte noch Ruhe brauche. Dann mache ich eine DVD an und stelle wahrscheinlich chemieverseuchte Erdbeeren und Gummibärchen auf den Tisch und wünsche eine schöne Stunde mit Wickie oder Pippie Langstrumpf.

Später wird es mir auch bei unterkühlten Außentemperaturen ein bisschen egal sein, dass die Kinder barfuß auf dem Trampolin springen. Elisabeth ist dann aber schon das zweite mal klitschnass vom Gießen oder anderen Wasserfunden im Garten. Vielleicht verliere ich dann doch die Nerven, ich wäre ja nur gern Supermami, bin es aber nicht.

Am Sonntag Nachmittag werde ich dann und wann etwas selbstmitleidig!  Ich beneide all die Mütter, die jede einzelene Minute mit ihren Kindern genießen, wo ich das am Sonntag oft nur in jeder zweiten schaffe. Ich beneide dann auch die Mamis, die Großeltern haben, bei denen Kinder gern und seeehr oft Nächte verbringen, ich würde so gern einfach mal ausschlafen, Supermamis wollen das vielleicht auch, aber stecken es besser weg und leben einfach das Traumleben mit ihren Kindern. Vielleicht finden meine Kinder all das auch gar nicht schlimm, denn sie wollen verflixt noch mal nirgends anders schlafen.

Ich hätte jetzt auch gern die Kraft noch eine Radtour vom Zaun zu brechen oder andere Familienunternehmungen, hoffe aber nur auf eine halbe Stunde Ruhe.

Und nun geht es in den Garten, da sind wir tatsächlich alle glücklich, alle zusammen!

Eine schöne Woche Euch allen.


Montag, Februar 24, 2014

Cowboy und Prinzessin

und zwar meine ganz privaten! Fasching mit Umzug und Tamtam gab es am Sonntag. Ich brauchte erst mal ein Glas Sekt, um dem Treiben gute Seiten abzugewinnen. Aber meine beiden Kinder hatten natürlich Spaß.



Das eine Kind hüpft ununterbrochen und das andere muss unbedingt Zündplätzchen im Dauerfeuer verknallen.


Sonntag, Februar 09, 2014

Franz

Bei uns gab es einen Neuzugang in der Familie: Franz.
Und das kam so:
Schon seit dem letzten Winter wollte ich gern eine Puppe für Vincent machen. ich hatte einfach das Gefühl, dass er eine braucht. Ich hatte mir auch nach dem Puppenkurs bei Mariengold das Material gekauft, wagte mich aber so ganz allein einfach nicht ran.  Nun endlich gab es Gelegenheit für einen neuen Puppenkurs, den machte ich diesmal bei Julia. Ich war sehr gespannt, ob es anders, ähnlich oder genauso werden würde, eine Puppe zu machen.
Der Kurs war am letzten Samstag im Kunstgewerbehaus in Berlin Zehlendorf, das war schon mal anders, denn bis Zehlendorf fahre ich nur 30 Minuten. An nur einem Tag wird die Puppe gemacht. Ob ich das überhaupt schaffen könnte.
Ja, die Puppe wurde grundsätzlich fertig. Der Kurs bei Julia war anders, sie verwendet andere Techniken in der Kopfformung, die Puppen bekommen einen Hals, die Arme werden anders befestigt und festgenäht aber es war auch deshalb anders, weil ich in diesem Kurs die einizge Mama war, die eine Puppe machen wollte. Die anderen Frauen waren alle Großmütter, die für ihre Enkelkinder nähten. Die meisten hatten viel mehr Näherfahrung als ich.
Die Begleitung von Julia war aufmerksam und doch zurückhaltend. Die Technik der Kopfformung gibt meiner Meinung nach sehr viel mehr Spielraum für die ganz persönliche Gestaltung. Es sind am Ende sehr unterschiedliche Puppen enststanden. Bei Maria waren es am Ende auf jeden Fall Mariengoldpuppen. Die Wahl des Nähmaterials hat mir bei ihr allerdings besser gefallen. Aber um besser oder schlechter kann es gar nicht gehen.
Es wurde meine Puppe und ich habe schwer gerungen. Die Konzentration, die ich beim Nähen aufbringen muss, strengt sehr an. Ich hatte nicht genug zu essen dabei und zum Abend wurde mir kalt. Das Sticken der Augen, die ja sehr den Ausdruck bestimmen war eine intensive Arbeit.
Ich entschied mich für einen blonden Kurzhaarschopf, das Annähen der Perrücke blieb als Arbeit noch für zuhause übrig, kurz vor 20.00 Uhr konnte ich das einfach nicht mehr. Julia hatte mir eine dunkelblaue Latzhose mitgebracht, damit war der Bub schon mal grundsätzlich angekleidet.

Tja, und am Dienstag war er fertig und wurde Vincent gegeben und wirklich ins Herz geschlossen. Die Idee war, ihm einen Freund an die Seite zu geben, der vielleicht an einen Piraten erinnert. Mein Namensvorschlag war darum Michi, so heißt der Freund von Kapitän Sharky. Aber er sah ihn einen Moment an und sagte: Neine Mama, der heißt Franz!




Franz schläft im Bett, sitzt beim Frühstück, durfte sogar mit in den Kindergarten, und dass, obwohl zu befürchten war, dass er gehänsellt wird von den anderen Jungs.
Heute ist nun noch sein erster Pulli fertig, kurzärmlig, im Bett ist es warm. Er braucht ja noch Jacke, Schuhe, Schal, Mütze und zum Fasching einen Cowboy-Hut.


Auf jeden Fall lag ich richtig, für Vincent ist diese Puppe gut. Und ganz sicher werde ich wieder eine Puppe bei Julia machen und einen Filzkurs auch. Es ist eine so schöne Erfahrung, eine Puppe zu machen, wenn sie einen dann endlich anschaut und ihr Wesen zeigt.

Freitag, Januar 24, 2014

orange und tiefblau

Ich denke, zu dem Text von gestern muss es eine Ergänzung geben, was soll ich sagen, einen Widerruf. Denn natürlich ist Vincent so großartig, wie er nur sein kann.
Vieles an einer solchen Situation spricht für ihn. Er ist so ehrgeizig. Er will so vieles schaffen. Ich weiß noch wie er laufen lernte. Wenn er stolperte, dann musste er noch mal von vorn beginnen, immer ganz von vorn. Er ist ein Feuerkopf, aber er kann sich auch besinnen und hat mir heute immer wieder gezeigt, dass er es schafft, einen Weg zu nehmen, der Erfolg verspricht. Natürlich ist er großartig, das ist er wirklich.
Manchmal ist man nur so überrumpelt vom Leben!
Ich lass mich schnell überrumpeln. Ich lass mich aber schnell trösten und bin begeistert von dem was sich mir bietet.

Mit Vincent wird mir ganz besonders viel geboten. Eine kräftig orange Sonne in einem 
tiefblauen Meer.

Donnerstag, Januar 23, 2014

Geht es Euch gut?

Diese Frage wurde mir heute gestellt. Gerade heute. Ein Tag der gut begann und irgendwie schief abrutschte.
Nein, es war nicht das Glatteis. Die Straßen hier sind geräumt, wir haben gerade so viel Schnee, dass die Kinder die Schlitten rausholen können.
Heute ist Donnerstag. Am Donnerstag hat Vincent Therapie. Heute konnte der Papa mit ihm hinfahren und weil Vincent hinterher mit den Kindern noch rodeln wollte, ging es danach auch noch in den Kindergarten.
Am Nachmittag habe ich die Kinder abgeholt, gemeinsam rodeln gehen, gleich an dem kleinen Berg hinter dem Kindergarten. Es begann auch gut. Lisi rodelte da, wo es nicht gar so steil ist und Vincent da, wo es besonders steil ist.
Anfangs ging Vincent die Treppen neben dem Berglein nach oben, bis die anderen Jungs kamen, die den steilen Berg, der sehr rutschig ist hinaufkraxelten. Das wollte er auch und zwar an einer Stelle, wo es wirklich gar nicht geht.
Ab dem Punkt war es wie ein Dejavu.
Vincent will nur an dieser Stelle hoch, ich gehe ihm ein Stück entgegen um ihm die Hand zu reichen, nicht weit, sonst würde ich abrutschen, seine Hand reicht noch nicht heran, es fehlt ein Schritt. Es gelingt nicht. Ich versuche, ihn zu überzeugen, einen halben meter auszuweichen, da ist mehr Halt. Er will nicht, rutscht wieder weg. Er schreit, ich soll ihm gefälligst helfen. Ich versuche zu erklären, dass das an der Stelle nicht geht. Um nicht selbst vor Anspannung zu explodieren, gehe ich den Berg wieder hoch, versuche die Ruhe zu bewahren. Vincent schreit und schreit, wirft seinen Schlitten, schreit. Andere Mamas fragen mal kurz, was denn los ist, ich bekomme Glühwein angeboten...der Ruhe wegen. Es hilft nichts, ich kann es nicht ignorieren, er beginnt sich auszuziehen. Ich beschließe, mit den Kindern nach hause zu gehen. Nun schreit auch Lisi, sie will noch bleiben. Ich gehe so ruhig wie möglich zum Auto, zwei schreiende Kinder hinter mir, das eine beschimpft mich.
Die Situation ist genauso wie im letzten Jahr. Ich war in dem Moment so fertig, so enttäuscht, dass diese Situation nicht gelöst werden konnte. Vincent schreit nicht mehr ganz so wild, sagt dafür, dass er auch wie die anderen Jungs den Berg raufklettern will. Er tut mir ja auch leid, dass er es nicht schafft. Es fehlt ihm nur für einen Schritt die Körperanspannung.

Ich bin jedenfalls fix und fertig. Was kann man da machen?
Vielleicht klingt das ja normal, Kinder eben. Ich sehe aber nun mal, dass es offensichtlich nicht normal ist, dass Rodeln so endet. Voller Selbstmitleid denke ich auch: ich kann nicht mal mit ihnen rodeln gehen. Nicht in die Stadt fahren, nicht in den Park gehen, nicht in die Kirche gehen, kein Museum ansehen....nicht mal rodeln.

Das ist einfach mal ungeschönt eine Momentaufnahme. Solche Situationen sind seltener geworden. Das allermeiste ist so viel besser und händelbarer. Vor einem Jahr war diese Situation nur eine von vielen, jetzt ist es nur eine Situation. Heute habe ich mit Vincent nicht mehr darüber gesprochen. Viel zu sehr fühlt er sich von mir im Stich gelassen und ist wütend. Aber morgen müssen wir darüber sprechen, denn eigentlich würden wir ja gern mit den anderen rodeln.

Mittwoch, Januar 01, 2014

einer weniger

...einer weniger im Haus sind wir ab morgen. Friedrich geht nun endlich los, nach Hagenow zur Grundausbildung.
Heute habe ich es Vincent noch mal gesagt. er hat hat ganz schön Angst vor dem Wegsein des großen Bruders. Kurz hat er geweint und wieder kam die Frage: wennd er Friedrich Soldat wird, ist er denn noch mein Bruder? So richtig vorstellen kann er sich das alles nicht.

Im letzten halben Jahr haben Vincent und Friedrich ein sehr innige Bezierhung gefunden. Seit dem Sommer fährt Friedrich mit ihm zur Ergotherapie nach Potsdam, ist einfach viel für ihn da. Die Therapeutin hat schon nach dem ersten mal gesagt, dass Vincent viel entspannter ist, wenn er mit seinem Bruder kommt, besser teilnimmt und nicht so viel abblockt. Friedrich strahlt eine so natürliche Ruhe aus, es gibt keine Hektik und Vincent ist viel selbständiger an den Tagen mit seinem Bruder.
Ab nächste Woche übernimmt trotzdem der Opa wieder die Fahrt nach Potsdam. Mal sehen, wie lange noch.
Vincent hat sich so gut gefunden, dieses Jahr Therapie hat so viel gebracht. Er ist konzentriert beim Basteln und Arbeiten dabei, er kann sich viel besser auf neue Situationen und auf Menschen einlassen. Neben seiner Wirbelwindschwester wird er momentan als das "einfachere" Kind wahrgenommen. Nur eines finde ich ist gar nicht besser geworden, sein Laufen und Rennen.
Neben den Fehlstellungen im Beckenbereich ist auch seine Größe und sein Gewicht hinderlich. Vincent ist 5 Jahre und trägt die Größe 128/134, er ist so groß wie ein 9-jähriger Junge. Er hat gelernt, diesen Körper zu füllen mit Kraft, aber seine Bewegungsabläufe sind immer noch unrund. Dazu kommt eine Kurzatmigkeit, die wir im neuen Jahr doch noch mal untersuchen lassen werden. Er kommt sehr schnell aus der Puste und wird rot. Wirklich schnell. Eine Fahrradtour zum Bäcker beinhaltet mittlerweile eine Pause, die Strecke beträgt 500 meter.

Aber trotzdem, das Jahr hat hier viel Durchatmen, Erfolge und Freuden gebracht. Bevor wir die Therapie begonnen haben, dachte ich oft: ich verliere meinen Jungen, ich erreiche ihn nicht durch Worte, nicht durch Berührung. Diese Befürchtungen habe ich vollkommen hinter mir gelassen.
Ich lese auch mal wieder einiges zu Wahrnehmungsstörungen, denn man fällt so schnell in Verhaltensmuster zurück und muss selbst diszipliniert sein und sich immer wieder sagen, das er eben anders reagiert oder länger braucht um Dinge zu beginnen. Aber das alles ist nach außen nicht mehr sofort augenfällig. In Situationen, die ihn überfordern oder wenn er müde ist, reagiert er sichtbar auffällig.
Vincent bastelt und werkelt gern, immer schneidet und malt er etwas und gerade beim Schneiden ist er sehr geschickt. Er malt auch Menschen, was er vor der Therapie völlig ablehnte. Die Therapeutin hat Ende des Jahres einen Schultest gemacht, ich bin gespannt auf die Auswertung.

Am 18. Januar ist dann die Schulanmeldung, ich grusel mich so vor dem ganzen Procedere und hoffe, das alles klappt und Vincent dann auf der Waldorfschule eingeschult wird. Das ist eine Geschichte, die uns demnächst intensiv beschäftigen wird.

Aber morgen bringen wir erstmal den ganz Großen zum Bahnhof.

Freitag, Dezember 27, 2013

Weihnacht und Puppen

Nach den beiden Festtagen war ich heute schon wieder arbeiten. Das war aber gar nicht schlimm. Es hat genau einmal das Telefon geklingelt und ich weiß schon nicht mehr warum.

Die Kinder haben zu Weihnachten ihre Wünsche erfüllt bekommen. Elisabeth bekam ihr goldenes Kleid und Vincent den Bauernhof. Wir sind ganz gut am Geschenke-Chaos vorbei geschlittert. Da ich selbst ein Scheidungskind bin und nie alle Verwandten unter einem Hut sind sondern unter mehreren, gibt es dreimal Geschenke. Die Bescherung am Heilgabend bei uns mit dem Weihnachtsmann ist sozusagen die Hauptbescherung. Am ersten Weihnachtstag kommt noch meine Oma mit einem Geschenk und dann gibt es am Nachmittag eine zweite Bescherung bei meiner Mutter, zusammen mit Cousin und Cousine. Vincent hat das gut vertragen, auch dort bekam er noch eine Wunsch erfüllt.

Für Elisabeth war es dann doch zuviel. Sie bekam die Ballerina-Barbie, die sie so gern haben wollte. Aber nun warf sie die Puppe nur in die Ecke und meinte, die will sie nicht, die dreht sich ja nicht von allein. Meine Mutter schenkte ihr noch ein rotes Kleid mit Tüll. Dazu meinte sie nur, sie hat schon ein Kleid bekommen, das hier will sie nicht. Meine arme Mama. Trost war der Cinderella-Film, über den sie sich doch freute. Aber eigentlich wäre es besser gewesen, die Bescherung hätte es gar nicht gegeben. Ihre Wünsche waren längst erfüllt, es war zuviel. Tja, die Puppe soll ich ruhig einem anderen Kind schenken, sie will sie nicht.

Im geheimen hüpft ja mein Herz. Ich finde Barbies doof, entstellend und überhaupt doof. Im letzten Jahr bekam sie die selbstgenähte Puppe von mir. Aber Elisabeth spielt eben gar nicht mit Puppen, immerhin schläft Ella aber in ihrem Bett. Ich finde es ja immer traurig, dass sie so wenig Herz für ihre Puppen hat. Für mich sind sie alle lebendig, mir tut es schon weh, wenn sie mit dem Gesicht nach unten auf einem Kissen liegen müssen. Lisi ist das egal, sie sagt es auch: "Mama, das ist doch nur eine Puppe".
 

Im Herbst habe ich eine Matroschka gemacht. Interesssant fand ich, dass Elisabeth diese Matroschka so lange rumtrug und auch bettete, wie sie noch kein Gesicht hatte. Fertiggestellt war sie dann uninteressant. Gestern nahm sie einen roten Wollstrang, das war das Jesuskind und deckte es zu. So gut haben es die Puppen nicht. Aber mehr als einen länglichen Wollstrang braucht sie nicht. Es ist aber auch nie lange, dass sie puppt. Sie braucht zum Puppen spielen eben auch keine Puppe. Ein Stück Holz würde reichen, alles andere macht ihre Phantasie. Das ist die Waldorfpuppe in ihrem Prinzip zu Ende gedacht.
Dafür baut Vincent hin und wieder Tisch und Stuhl für die Puppe auf, gibt ihr was zu essen und stellt ihr auch eine Zahnbürste hin. Selten. Die Spielideen von Vincent nimmt Elisabeth dann auch auf, aber eigentlich mag sie nur Rollenspiele. Es gibt ein festes Repertoire an Figuren, die sie ist. Dazu gehört eine Katze, Aschenputtel und eine gewisse Tonja. Ich mag Tonja, die ist recht zugänglich und das, was man brav nennt. Manchmal rufe ich dann aber Elisabeth zurück, weil ich was mit ihr besprechen möchte. Das klappt ganz gut.



Freitag, Dezember 20, 2013

Vorweihnacht

Heute war im Kindergarten die Weihnachtsfeier. Die große Gruppe hat das Krippenspiel einstudiert. Vincent war der letzte Wirt, der dann doch wenigstens noch den Stall für die hochschwangere Maria empfiehlt. So groß sind die Kinder nun. Elisabeth will auch mal die Maria sein. Ich hätte erwartet, dass sie ein weißglänzender Engel sein möchte.
Ich war mit Vincent und Elisabeth jeweils über die Weihnachtszeit schwanger. Weihnachten, das ging mich immer ganz persönlich an. Es wird ein Kind geboren, mein Kind geboren. Was für ein Wunder!
Ich denke also an Euch, die ihr schwanger seid und freudig wartet, die ihr gerade ein Kind stillt, tragt und noch fast so eng bei Euch habt, als sei es noch gar nicht recht auf der Welt.

Ich habe alle Weihnachtsgeschenke beisammen, es muss noch verpackt und geschmückt werden. Ich selbst fühle mich nicht angekommen im Advent und in der Weihnachtszeit. Ich habe nach dem Sommer den ruhigen Atem verloren und irre ein wenig umher. Nun hoffe ich auf Montag, denn wir holen dann den Baum aus dem Garten von meinem Opa. Das Arbeitsjahr endete heute, es ist frei.
Es gab Tage im Herbst, da hätte ich mir gern ein Schild gebaut, ganz groß mit leuchtenden Buchstaben wäre drauf gemalt: Lasst die Mütter an den Herd! Denn was ist wichtiger, als dass die Familie nicht nur mit Brot sondern auch mit Zeit und Wärme versorgt wird. Ob man eine gutgefüllte Demo zusammenbrächte?
Aber ob mir ein Leben ohne berufliche Einbindung wirklich gefallen würde? Ich weiß es nicht!  Es geht auch nicht um ein Leben ohne Arbeit und Verantwortung, sondern nur um ein Leben, dass die Verantwortung an den rechten Platz stellt. Arbeit, Aufgaben, Herausforderungen, die hätte ich genug. Ich hätte gern eine Auszeit, bin etwas jahresmüde und darum jammert es etwas in mir rum.
Morgen scheint wieder die Sonne und Weihnachten wird mich was angehen! Ich freue mich drauf.

Sonnenbilder des Jahres, die mir auch in Erinnerung rufen, dass ich in der Mitte Kraft hatte!















Donnerstag, Dezember 05, 2013

Nikolaus

Nikolaus mag ich gern. Ich mochte es als Kind schon ganz besonders gern. Diese Heimlichkeit. Und ich mochte es, dem Nikolaus nicht zu begegnen. Er kommt hier bei uns in der Nacht, wenn alle schlafen und füllt die Stiefel mit Süßigkeiten.
Jetzt als Mama liebe ich es auch, der Nikolaus zu sein. Vorhin haben die Kinder die Stiefel geputzt und in eines der Küchenfenster gestellt. Vincent hat noch seinen Wunschzettel gemalt. Er war mit seiner Arbeit nicht zufrieden, darum sollte ich noch hinschreiben was es sein soll: der Bauernhof von Lego Duplo und der Commander Truck von Top Agents. Der Wunschzettel wird in den Stiefel gesteckt, den nimmt der Nikolaus mit und gibt ihn dem Weihnachtsmann, der weiß dann genau bescheid.
Geschenke gibt es bei uns so nicht, trotzdem musste ich doch noch ein Buch dazustellen, wir lesen jeden Abend 2 oder 3 Geschichten.
Elisabeth hat keinen Wunschzettel gemalt, sie hat lieber ein Bild, dass Vincent gemalt hat überkritzelt und dann mir geschenkt. Sie weiß, was sie sich wünscht, das reicht offensichtlich: ein goldenes Kleid und goldene Schuhe.
Ich bin froh, dass die Kinder Wünsche haben. Friedrich war so zufrieden, dass dieses Wunschzettelmalen schon mal in Tränen und Traurigkeit endete - er hatte einfach keinen Wunsch. Eigentlich ist es bis heute so.

Am Ende des Jahres ein Lieblingsfoto von harmonischen 3 Minuten am Strand von Heiligendamm:




Mittwoch, November 13, 2013

Kalman

Bevor Carl der Vizsla zu uns kam, da liebte ich schon einen anderen Hund.
Kalman, ein Vizsla.
Ich gab Kalman her, dem besten Freund den er haben konnte. Das letzte mal sah ich ihn am 20. Dezember 2007, um die Mittagszeit. Gedacht habe ich seit dem jeden Tag an diesen vortrefflichen Hund.
Ich weiß nun, dass er nicht mehr lebt, ich weiß nicht warum und nicht wie und wann, nur dass er nicht mehr da ist. Manchmal habe ich abends das Netz durchstöbert nach Bildern von ihm.
Ich bin so traurig.
Wenn jemand stirbt, den man lange nicht gesehen hat, den man aber nun einmal liebte, dann ist es durch die verflossene Zeit nicht weniger schmerzhaft. Ich bin so traurig.
Bevor ich Kalman aus Rostock holte, bekam ich schon Bilder von ihm zugesandt.


Er hatte eine Vorliebe für Kuscheltiere, jedenfalls so lange wie ich ihn kannte. Die hatte er wohl schon als Baby-Vizsla.



Ich holte ihn im Januar, es war dunkel draußen, aber er war eigentlich nicht ängsltich. Er stieg aus dem Auto und schaute sich um und schien zu sagen: so, da wären wir, prima.
Er war treu, edel, vornehm. Nun schläft er. Ich bin so traurig. Irgendwie habe ich immer gedacht, dass ich ihm noch einmal begegne, nur noch einmal, vielleicht nur heimlich und aus der Ferne, damit es ihm nicht weh tut, nicht wieder weh tut.
Mein Kalman, ach mein Kalman. Er wurde von mir nach dem Kutscher aus dem Buch von Sandor Marai "Die Glut" benannt. Der Kutscher war treu.





Er hatte so wunderbare Augen, wie Bernstein.

Dienstag, Oktober 29, 2013

Gekentert

Der Sturm des gesterigen Abens ist hier nur vorbeigezogen. Welch ein Glück. Der einzige Schaden ist hier zu sehen:



Die Hoppetosse ist gekentert, wird aber in den nächsten Tagen wieder aufgerichtet werden. Segel und Mast haben gehalten.

Auch hier beginnt die Erkältungszeit. Die Kinder husten beide, waren Ende letzter Woche fiebrig krank.
Für Elisabeth habe ich einen Tanzkurs in machbarer Entfernung gefunden (18 km), den wollen wir uns nächste Woche mal angucken. Dann werden wir ja sehen, ob sie wirklich tanzen möchte oder nur ein rosa Tütü tragen. Wir haben auch unser Reiten verlegt, und zwar zu uns ins Dorf! Sogar Vincent hat mal wieder gesagt, dass er gern aufs Pferd möchte. Das freut mich wirklich. Der Kurs, in dem wir bisher waren war wirklich schön, aber eben ein paar Kilometer weg, Fahrerei und viel anderer Ärger hing da drann. Jetzt setzen wir uns auf Rad oder laufen 3 Minuten. Nur teuer ist es auch, darum muss die Frequenz reduziert werden. Lisi kommt alle zwei Wohen aufs Pferd, aber ich denke, das ist okay, noch passt sie immer nicht in die Steigbügel. Alles in allem ist es gelassener und darum mit mehr Freude für alle verbunden.

Und ich? Ich muss noch einen Tag arbeiten, dann ist Feiertag, Martin Luther und die evangelische Kirche wird gefeiert. Vincent habe ich das heute so erklärt: Wir feiern, dass wir eine Sprache haben , in der wir Gedichte schreiben, Geschichten und Lieder, die wir auf deutsch in der Kirche singen und hören, nicht in einem fremden Latein, dass wir gar nicht verstehen können. Wir verstehen dank Martin Luther, was in der Kirche erzählt wird und die Geschichten. Da kann man wirklich feiern.
Und am Freitag habe ich auch noch frei!

Samstag, September 21, 2013

Am Zauberbrunnen

Vincent wollte mir heute unbedingt den Zauberbrunnen zeigen. Der steht zwar nicht in einem Irrgarten, aber im Kreuzgang des Klosters.
Ich hatte am Ende vor allem Augen für meine Kinder. Muss ich auch. Elisabeth war nur am Klettern, über Rosen stolpernd, die Hecken rempelnd und wieder kletternd. Ausflüge entpuppen sich meist als unglaublich großes Wagnis. Wenn ich dann Kinder brav bei ihrer Mama auf der Bank sitzen sehe, dann frage ich mich schon, warum das nicht wenigstens ausnahmsweise bei mir so sein könnte.
Dafür sagen sie halt beide wunderbare Sachen. Eine Mama aus dem Kindergarten, die zwei Mädchen von der Sorte schüchtern und tugendhaft hat, meinte neulich: Naja, für später ist das aber sicher nützlich, wenn man einen starken Willen hat.
Genau!







Dienstag, September 03, 2013

Es war der Sommer, in dem ich fühlte, dass das Leben auch wieder normal werden wird, dass man sich im Urlaub erholen kann, dass es für alles Lösungen gibt. Der Sommer, in dem ich wieder genug Schlaf hatte und wieder begann, mich selbst wahrzunehmen.
Am Ende des Sommers traf ich eine Freundin wieder, die ich im letzten Jahr auf der Kur kennen gelernt hatte. Sie sagte: erst jetzt wird mir erst wirklich bewusst, wie fertig du warst. Jetzt sehe ich den Unterschied, du hattest immer schwarze Augenringe und einen unruhigen Blick. Wir hatten alle unser Päckchen zu tragen, aber du warst wirklich fertig.

Heute bin ich so müde und falle gerade ein bisschen zurück in das Chaos der letzten Jahre. Ich kann nicht immer standhalten, schade eigentlich.

Heute fühle ich mich wieder in alle Winde zerstreut, ganz ohne Mitte und Ruhepunkt, in keinem Moment anwesend, zerstreut eben, in alle Winde.

Der Unterschied ist aber, dass ich es überhaupt als solches wahrnehmen kann.


Montag, Juni 17, 2013

Himalayan Musk

Heute bin ich in einem plötzlich trüben Abendlicht an die zauberhafte Kletterrose im alten Pflaumenbaum herangekrochen, die "Paul's Himalayan Musk". Kleine Blüten in Büscheln blühen im Baum. Für mich ist es besonders schön, dass sich die Rose nach dem Frostschaden im letzzten Jahr nun schon wieder wirklich im Baum bewegt.
Ich mag das bewegte Spiel von rosa zu weiß, dieses spielerische dieser Rose.





Vielleicht hätte ich auf besseres Abendlich warten sollen, aber hier ist sie nun.

Auch sonst ist es in diesem Jahr einfach schön! Nur dass ich leider noch immer keine Rosen riechen kann. Ich kann schon sehr viel anderes wieder riechen, aber Blumenduft ist ein verschlossenes Buch. Vielleicht im nächsten Jahr.

Heritage


 Variegata di Bologna


 Louise Odier


Sonntag, Juni 09, 2013

ein ganz bisschen Garten

Es blüht so langsam los. Gestern Abend erblickte ich vom Balkon aus die erste Louise Odier, welch eine Freude. Sie ist in diesem Jahr besonders schön und gut gewachsen, der Mist im Frühjahr, der Regen taten doch gut. Es wird noch ein Blütenmeer. Hier aber die allerste!



Und dann noch ein bisschen mehr. Die erste Rose überhaupt des Gartens war wieder mal die Stanwell Perpetual, gestern und heute in der Sonne sind die Blüten stark ins weiß verblasst.




Die erste der englischen Rosen ist die Chianti. Dunkelrot! Die dunkelste Rose des Gartens.




Und dann noch ein bisschen drumrum.
Das Baumhaus nimmt Gestalt an, der Mohn blüht, die gelben Lilien, die ich mir bei einer Nachbarin erbettelt habe, die verwilderte Ecke, in der eine einzelne blaue Lili auf einen einstmals gepflegten Zustand weist.






Samstag, Juni 08, 2013

Essen

Ich bemühe mich wirklich sehr, wenigstens samstags das Fleich auf dem Teller der Kinder wegzulassen.  Das Essen im Kindergarten ist gut gekocht, aber an mindestens drei Tagen gibt es irgendwie Fleisch.
Heute gab es Nudeln, das ist schon mal gut. Mit Tomatensauce, auch gut. Vegetarisch mit (leider) sichtbaren Mohrübenstückchen (winzig), ansonsten aber sozusagen wie immer.

Beide Kinder haben sehr sauber sortiert, keine Möhre fand den Weg in den Magen, gar keine.
Am Ende war Vincent echt genervt:

Vincent: Mama, so eine Sauce kochst du aber nicht noch mal.
Mama: Also ich finde sie lecker.
Vincent: Aber so ein Gemüse will ich da nicht drinn haben.
Mama: Hm.
Vincnet: Weißt Du, man kann Tomatensauce auch lecker kochen, mit Fleisch!

Klare Ansage!