Von Lahnstein kann man in zwei Richtungen den Rheinsteig angehen, zum einen in Richtung Koblenz-Ehrenbtreitstein, was aber für uns nicht in Frage kam, denn auf der Strecke liegt die allseits gefürchtete Ruppertsklamm. Also gingen wir einfach Richtung Braubach, zur Marksburg.

es geht los!
Der Weg ist nicht weit, vielleicht 5 -6 km viel Berg runter und auch ein bisschen Berg rauf. Und es war schön, es ging so leicht. Die Wälder waren schon ohne grün, es gab keine Sonne an dem Tag, tristes Licht, aber all das machte den Tag nurstill und gangbar. Der Schlierbach plätscherte jahresmüde neben uns her und im kahlen Gezweig saß ein Rotkehlchen ganz allerliebst.

Zunächst geht es durch den Wald, bald kommen wir in ein eine kleine Ortschaft. Späteres Erfragen bringt zutage, dass es sich um einen Ortsteil von Braubach handelt und dann geht es auch mal richtig bergan. Ich sag immer lieber bergan als bergauf, ich finde, das klingt nicht ganz so anstrengend, wie es dann am Ende doch ist. Oben angekommen keuchen wir beide ein bisschen nur Vincent nicht, der schläft sein Ründchen angelehnt an meinen Rücken. Oben ist die Landschaft offener, es geht an Wiesen und Gärten vorbei und ab und an sieht man mal über den Rhein in den Westerwald oder die Eifel, ich weiß es wirklich nicht genau, es ist nämlich diesig da drüben und in meinem geografischen Hirn auch.

Nach ein paar weiteren Kurven taucht dann die Marksburg vor uns auf. Nur dass wir scheinbar Grenzen überschritten haben, war mir nicht bewusst, also Grüezi aus der Schweiz!

Am Aussichtspunkt gibt es ein Päuschen.


Vincent ist mittlerweile auch wach geworden und er wird schwer. Hm, das ganze sollte für mich auch ein Test sein, wie lange ich ihn wohl schmerzfrei tragen kann, hier wird klar, das 2 Stunden schon wirklich anstrengend werden und ich freue mich auf eine Pause in Braubach. Die machen wir auch, bei Kuchen und Kakao entscheiden wir, auch noch bis zur Burg raufzugehen und dann unten am Rhein den Weg nach Lahnstein zurücklaufen werden.
Schwer ist es zunächst auch nicht, ich bin ja so ein Zielverweigerer, hätte mich auch nur mit dem Blick auf die Burg zufriedengegeben, dann bin ich aber doch froh, am Tor zu stehen, mal auf den Burghof zu lunzen, die Landschaft zu betrachten und mich zu freuen, dass alles so schön ist.

Wir wandern zusammen. Das ist einfach großartig, wir können das alle zusammen machen, Laufen kann ich nur allein, naja irgendwann mal wieder.
Der Weg zurück am Rhein ist nicht weit, nur Vincent ist sooo schwer, also wechseln wir nochmal, Lars nimmt den Kleinen auf den Rücken und ich sehe erstmals, wie knuffig mein Baby beim Tragen eigentlich aussieht.
Nach 4 Stunden sind wir wieder zuhause. Ich würde am liebsten rufen: NOCHMAL! nicht gleich, aber auf jeden Fall nochmal.
Vielleicht wage ich mich ja im Sommer doch in die Ruppertsklamm. Gucken waren wir schon mal.