Ich fuhr damals allein mit der Bahn von Berlin bis nach Palermo, fast 3 Tage lang. Alles war so sorglos jugendlich, dass es mir wie die beste Zeit meines Lebens vorkommt. Vier Tage machte ich Halt in Rom und lief mir die Füße wund, machte Fotos und schrieb Postkarten, war im Vatikan und stand andächtig benommen vor dem Apollo von Belvedere, den Raffaels und Michelangelos, so wie es sich für eine Studentin der Germanistik und Kunstgeschichte ziemt. Und ich war wirklich hingerissen. Ich bewunderte aber auch die Bellini-Figuren in der Laterankirche in Rom. Ich kannte Rom schon, ich war zwei Jahre vorher schon mit Lars da, aber ich bin ein Mensch, dem vor allem ein Wiedersehen Freude bereitet und erst so richtig begeistert.
Nur mit Sizilien war es anders, das war Liebe auf den ersten Blick, Ich lebte in einem kleinen Dorf, Aspra bei Bagheria, nicht weit von Palermo mit 3 anderen Mädchen in einer Ferienwohnung direkt am Golf und wir belegten alle einen Sprachkurs.
Wir machten Ausflüge nach Palermo, Segesta und die nähere Umgebung, aßen das Eis von Simone, dem besten Gelatomacher von Aspra und lagen nachmittags in der Sonne. Eines Morgens sind wir zu viert zum Fischmarkt gelaufen, ich weiß gar nicht mehr, wie der Ort heißt, aber wir liefen fast 3 Stunden. Und meine Güte, da lagen sie, die Schwertfische, Thunfische und auch Haie, es gab wildes Gestikulieren und Feilschen und komisches Gucken, was wir Mädchen denn dort eigentlich zu suchen hätten. Damals gingen nämlich Mädchen über 12 entweder mit ihren Eltern oder ihrem verlobten vor die Tür, jawohl. Mein Bauch wuchs damals sichtlich, alles war so leicht.
Die Besitzerin der Schule hieß Maria, wie beinah alle Frauen dort und sie bekam in der Zeit, die ich dort verbrachte ihren dritten Sohn, Fabian, vorher zeigte sie uns noch ein zwei Geheimnisse der sizilianischen Küche. Als der Urlaub vorbei war, verabredeten wir, dass ich unbedingt wiederkomme, wenn mein Kind groß genug für eine solche Reise ist.
Es hat 11 Jahre gedauert, bis ich wieder da war und es war so wunderbar, dass alles noch genauso war, Simone erkannte mich sogar wieder, das fand ich echt verblüffend.
Friedrich war begeistert, unsere Wohnung lag dierekt an der Felsküste, ideal zum Schnorcheln und Schwimmen, in einer Nachbarwohnung gab es gerade Katzenbabies...was will man mehr. Unsere Reise führte uns wieder über Rom, von wo wir mit der Fähre anreisten, sehr abenteuerlich.
Wenn ich im Süden im Urlaub bin, dann mache ich wenigstens ein Bild mit einer Eidechse. das hier ist die Eidechse, die in der alten griechischen Ruinenstadt Solonunt wohnt. Von dort kann man so wunderbar über das Meer schauen.
Der Fussel da oben rechts ist auf allen Bildern dieser zZit, leider lag er auf der Linse, und zwar so lange, wie dieser Apparat im Einsatz war.
sizilianischer Hochzeitszug






























