Montag, April 07, 2008

der Wurm ist drinn

Und diesem Wurm möchte ich schon so lange ein paar Zeilen widmen, denn sein Schicksal rührt mich.
Ich bin, wie sich jeder denken kann, nachts regelmäßig wach und dann lausche ich ebenfalls regelmäßig zwei Geräuschen. Das eine ist das Saugen des Babies, das andere ist das Nagen des Wurmes, und zwar im Gebälk.
Wir wohnen nun schon 5 Jahre in diesem Haus und so lange höre ich den Wurm im Gebälk nagen, es ist ein Holzwurm, der wohl mehrere Jahre im Raupenstadium in der ewigen Finsternis des Holzbalkens zubringt, frisst und frisst das tote Holz um sich dann irgendwann zu verpuppen. Ich werde ja merken, wenn es so weit ist, dann höre ich nämlich nicht mehr dieses rapraprap, ganz leise. Dann irgendwann ist es so, dass aus der Puppe ein Käfer schlüpft, wahrscheinlich ein ganz riesiger Borkenkäfer oder sowas, der dann in die Welt hinaus will, um neue Larven in die Welt zu setzen.
Was mich nun so rührt ist einfach, dass dieser Holzwurm nie wieder das Licht der Welt erblicken wird, nutzlos ist das ewige rapraprap, denn das Dach ist dicht, er wird nicht hinauskommen, nicht in 10 und nicht in 20 Jahren, er wird dort in der Finsternis verenden. Ein trauriges Schicksal, es ist gut, dass er nichts davon weiß.
So, nun endlich habe ich das geschrieben, das vom Holzwurm im Gebälk über meinem Bett.

Kommentare:

Kathrin hat gesagt…

Du bist Klasse! Als Besitzer eines über 100 Jahre alten Hauses kenne ich leider dieses Geräusch!

Anja Ridlberg hat gesagt…

Ich erwartet jetzt Geschichten von einer hysterisch nachtwandelnden Frau, links das Baby, rechts die Waffe gegen den Holzwurm.

Deiner - wie immer sehr schönen - und sehr lässigen Beschreibung entnehme ich, dass das wohl nicht weiter schlimm ist.

michi hat gesagt…

Vielleicht weiß er das auch und ist mit seinem Dasein absolut zufrieden.