Freitag, Februar 20, 2009

von Feuervögeln mit Wasser auf der Linse und Arkadien eines Schulmädchens

Seit ich wieder im Berufsalltag stecke, hat mich auch die Welt wieder eingefangen, ich höre nämlich auf der Fahrt zur Arbeit Radio. Das ist nicht immer amüsant, denn das was ich so dabei erfahre, will ich gar nicht unbedingt wissen. Darüber mögen manche den Kopf schütteln, ich schüttel den Kopf am liebsten abends zum Zwecke der Entstaubung von der Welt. Naja.
Jedenfalls gab es heute doch mal eine spannende Nachricht. Es gibt weitere Hinweise darauf, dass es auf dem Mars Leben gegeben haben könnte, denn Phönix, die Raumsonde hat Wasser auf der Linse und Wasser ist Grundlage biologischen Lebens im irdischen Sinne. Und da Menschen meist nur so weit denken, wie sie gucken können, ist das natürlich die einzige aller Möglichkeiten für Leben. Vielleicht können Menschen und vor allem Wissenschaftler ja auch mal weiter gucken oder mit anderen Organen, zum Beispiel mit dem Herzen, dann werden vielleicht auch andere Lebensformen möglich, ich denke da kühner Weise sogar an solche, die des Körpers nicht zwingnd bedürfen. Nichts desto trotz finde ich diese Nachricht spannend. Der Feuervogel auf dem roten Planeten hat Wasser auf der Linse.

Und dann stieß ich bei diesem Feuervogel auf Arkadien, geriet ins Schwärmen und ins Erinnern, denn Arkadien, das ist ein Traumland. Ich erinnerte mich daran, dass ich einmal jung war, ganze 17 Jahre alt und mich die Welt und das Leben noch nicht im Griff hatten, dass ich schwärmerisch war, dass ich den Olymp erklimmen wollte, nachts nach dem Theaterbesuch und dem Lesen von Gedichten und Romanen und dabei Goethes Worte aus den Römischen Elegien im Ohr hatte: "Dichter, wohin versteigst du dich!" Dass ich noch zur Schule ging und in einem kleinen kalten Zimmer in Potsdam wohnte, allein und Aufsätze geschrieben habe, einen über Arkadien. Die Aufgabenstellung lautete damals: Bildbeschreibung. Ich wählte den geliebten Nicolas Poussin, sein "Et in Arcadia ego" - auch ich war in Arkadien und wenn ich so mehr als doppelt so alt zurückblicke, dann ist es längst wahr geworden, auch ich war in Arkadien.
Ich bin es ja immer noch oft, aber ich muss mich auch anstrengen dafür....Nun, für die, die Spaß haben an dem Werk einer 17-Jährigen, ich habe den Aufsatz eingescannt. Er ist widersprüchlich oder besser nicht durchdacht genug aufgebaut, nicht zu Ende gedacht aber damals war es so, dass ich einfach losschrieb....eigentlich wie heute noch.


Kommentare:

Phönix hat gesagt…

O, jetzt freu ich mich aber, Mandy! :)
Das erst mal vorweg. Dann lesen. :)

Phönix hat gesagt…

Großartig, was Du da mit 17 Jahren in so poetischer Schönheit ausgedrückt hast! Deine ganze junge Seele liegt in dem Text, genauso traumhaft und phantastisch wie Arkardien selbst.
Deinen Lehrer oder Deine Lehrerin muss tatsächlich der Schlag getroffen haben, wie es sehr nett und Deinem Text angemessen zum Ausdruck kommt.
Sehr ergreifend. Danke, dass Du esw rausgesucht hast. Hier hat es einen würdigen Platz.
Lieber Gruß!
Phönix, mit Wasser vor der Linse ;)

michi hat gesagt…

Ich finde das ohne Worte wie Du schreiben kannst. Woher kannst Du das? Diese Ausdrücke, diese Formulierung, es klingt blumig, nachdenklich, wunderschön. Und Du konntest es schon früher. Ich glaube, es ist eine besondere Gabe so schreiben zu können, dass fällt mir auch immer wieder bei Phönix auf. Hast Du das irgendwann gelernt? Ich vermute fast, dass es Deine Natur ist.
Auf solche wunderschön niedergeschriebenen Gedanken fällt mir immer schwer zu antworten, weil es irgendwo platt klingt. Ich finde es einfach nur wunder-wunderschön! Und der handgeschriebene Aufsatz passt ganz toll.

ridlberg hat gesagt…

Ich schließe mich Michi in ihren Worten an. Für mich klingt das meist so, als seist DU von einem anderen Stern. Manchmal fällt es mir sogar schwer, richtig zu verstehen. Ich hab den Eindruck Deine Gedanken müssen in einem ganz anderen Teil des Kopfes ruhen als meine und dann bin ich etwas enttäuscht, dass ich die Tür zu diesem Teil meines Kopfes gar nicht finden kann.

Wie Michi sagt - wunderschön und das sag ich jetzt, wo ich den Aufsatz noch nicht gelesen habe. Das hebe ich mir für später auf.