Samstag, November 03, 2012

Eine Reise nach Jerusalem

Mein großer Sohn ist nun tatsächlich auf dem Weg in die Welt. Er wird vergleichsweise gar nicht lange weg sein. Aber lange 6 Wochen werde ich nicht mal genau wissen, wo er eigentlich ist. Er ist in Israel und nimmt an einem israelischen Programm teil, das es jedem ermöglicht, das Land kennen zu lernen und mit Fremden und Israelis auf einer Militärbasis zu leben und zu arbeiten.
Das ist so ungewöhnlich und für mich als Mutter war es das, was in diesem Hause am wenigsten für möglich gehalten wurde, dass es eben der Gewöhnung an diese Art des Reisens bedurfte.
Ein Jahr Amerika, sechs Monate Dublin, Australien, Neuseeland, all das wäre irgendwie normaler und näherliegender. Das kennt eigentlich jeder, das macht doch das Mädchen von nebenan auch.
Nun, ist er bereits in Israel und wird, wenn alles gut geht dort eben 2 Monate verbringen. Die letzten 2 Wochen hat er sich schon mal ein Bett in einem Pilgerheim gebucht, mitten in Jerusalem, nicht weit von Bethlehem.

Wie es mir dabei geht? Ich hätte es ja kaum für möglich gehalten, aber ich bin so traurig, wie eine Mutter eben ist, wenn ihr Kind das Haus verlässt. Ich sorge mich. Ich sorge mich, ob er wohl die nächste Nacht gut verbringen wird am Flughafen in Teleaviv, ob er wirklich abgeholt wird am Sonntag, ob, ob, ob. Vielleich kribbelt es in meinem Bauch genauso wie in seinem. Alles was ich tun konnte, war, ihm noch ein ordentliches Stullenpaket mit dem Dorfbäckerbrot zu schmieren und in den Rucksack zu stecken.

Aber natürlich freue ich mich auch für ihn, dass es nun endlich los geht und das Leben laut ruft. Scheinbar muss es ihn besonders laut rufen, damit er das warme Nest verlässt.

Ich wünsche ihm, dass er gestärkt wieder kommt und einen Weg für sich findet.
So ist das.

Kommentare:

Pienznaeschen hat gesagt…

Ein Abenteuer, für Euch beide...
Nur entfernt kann ich mir heute vorstellen wie es sich anfühlen mag...ich wünsche Euch beiden viele tolle neue Erfahrungen.

Annie hat gesagt…

:-D Es hätte mich auch arg verwundert wenn sich eins deiner Kinder mit einem langweiligen, "normalen" Schüleraustausch zufrieden geben würde.