Sonntag, August 21, 2011

Trag mich!

Ich wollte doch noch mal die Geschichte zu diesem Foto hier erzählen.


Für den Finnland-Urlaub habe ich sorgfältig wie nie Koffer gepackt. Ich erwartete schließlich Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt mit kaltem Dauerregen aus Nordwest.
Das immerhin kam ja anders, ganz anders. Zu meinem sorgfältig durchdachten Plan gehörte auch, das Tragetuch ganz am Ende unter den Arm zu klemmen und so auf gar keinen Fall zu vergessen. Was mich dazu bewog, diesen Plan zu verfolgen, weiß ich nicht mehr, denn er erwies sich als komplett undurchdacht.
Eine plötzliche Woge Abschied nehmender Menschen erfüllte vor der Abreise mein Haus, spülte mich quasi hinaus und ließ das Tragetuch auf dem Tisch zurück. Wer hätte das ahnen können.


Kilometer zu spät erkannte ich meinen Fehler und verfiel sofort in große Sorgen. Einen Urlaub ohne die Möglichkeit, das eine Kind bequem auf dem Rücken zu tragen und das andere im Buggy durch die Landschaft zu schieben schien undurchführbar.

Ja und so kam es auch, es war undurchführbar.

Helsinki empfing uns noch abends um 10.00 Uhr mit 27° C und einer Sommerfeierlaune. Die warmen Pullover waren alle umsonst mitgeschleppt, denn es blieb Sommer während der ganzen Zeit. Nur gab es in den Kaufhäusern der City keine Tragetücher zu kaufen, die angesagten Szeneläden der alternativen (Öko-hüstel) Muddis aus dem Kiez Helsinki kannte ich ja nun mal nicht. Mist!
Ich hätte einen ERGO kaufen können für 140,00 €, weiß aber, dass ich mit Tragevorrichtungen nicht gut zurecht komme und das Ding am Ende nie wieder gebraucht hätte. Also machte die Not erfinderisch. In Hotels gibt es keine Spannbettlaken und so wurden zwei davon zusammen geknotet und dienten als Tragetuch.
Und wenn man erst mal in einem schlechten Tuch getragen hat, dann weiß man, wie toll ein gutes Tragetuch ist. Mir taten sehr schnell die Schultern weh, das Kind hinten saß schon locker wie auf einem Kamelsattel, fühlte sich aber wohl und ließ sich durch die Stadt wiegen. Hotelbettlaken sind nämlich auch sehr rutschig. Oben sieht man die Variante mit geborgten Baumwollalken einer Freundin, die schon sehr viel ausgereifter war. Ich lernte auch noch, den Knoten zu platzieren, dass er NICHT auf die Schulter drückte.
Ja also so war das. Übrigens ist das Foto oben auf Utö gemacht, einer Insel zwischen Finnland und Estland und ist eines der bezaubernsten Flecken Land, die ich je sah.




Kamelvariante 

Kommentare:

Julia hat gesagt…

großartig :)))

Anonym hat gesagt…

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